Waldsterben 2.0

Waldbauern zoffen sich mit Naturschützern vom BUND

Geht es nach dem BUND, dann sollte das Borkenkäferholz nicht aus dem Wald entfernt werden.

Geht es nach dem BUND, dann sollte das Borkenkäferholz nicht aus dem Wald entfernt werden.

Foto: Martina Dinslage / Westfalenpost

Hagen.  Der Bund für Umwelt und Naturschutz NRW lehnt Wiederaufforstungen ab. Dagegen laufen die Waldbauern nach zwei Dürresommern Sturm.

Vor der NRW-Waldkonferenz in Düsseldorf gehen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Waldbauernverband auf Konfrontationskurs. In seinem Papier „Eckpunkte für einen Masterplan Waldwende“ spricht sich der nordrhein-westfälische Landesverband des BUND unter anderem gegen Wiederaufforstungen aus und fordert, das vom Borkenkäfer geschädigte Holz nicht aus den Wäldern zu entfernen. Damit stößt der BUND bei den Waldbauern auf erbitterten Widerstand.

„Waldbaukonzept führt auf den Holzweg“

„Die beiden letzten Dürresommer haben uns eindrücklich vor Augen geführt, dass Aufforstungen und Plantagen keine ökologische und ökonomische Zukunft haben“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. Der Wald müsse wieder mehr sich selbst überlassen werden. Das Waldbaukonzept NRW führe auf den Holzweg und sei eine Verschwendung von Steuergeld. Mindestens zehn Prozent der Waldflächen sollen von einer wirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen werden.

Heimische Holz zu ernten und vor Ort zu nutzen, sei Klimaschutz pur, widersprechen die Waldbauern dem BUND. Kein anderer Rohstoff könne mit der Ökobilanz von heimischem Holz mithalten. „Wenn unsere heimischen Buchen- und Fichtenwälder wirklich plantagenartige Braunkohleabbaugebiete wären, dann sind die aktuellen Forderungen aus dem ehrenamtlichen Naturschutz zur Nichtnutzung der Wälder ein besserer Werbefeldzug für Beton, Stahl und Öl“, sagte Philipp Freiherr Heereman, Vorsitzender der Waldbauern in NRW. „Unsere Forstwirtschaft ist nicht – wie manche Naturschützer gern kolportieren – ein Teil des Problems, sondern ein Teil der Lösung.“

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