Tourismus

Tourismus: Sauerland zieht auch ohne Schnee Urlauber an

Auch ohne Schnee und Skipisten wird das Sauerland als Tourismus-Gebiet immer interessanter.

Auch ohne Schnee und Skipisten wird das Sauerland als Tourismus-Gebiet immer interessanter.

Foto: Hendrik Schulz / Westfalenpost

Düsseldorf/Schmallenberg.  Ob mit oder ohne Schnee, das Sauerland entwickelt sich zu einem Tourismus-Magneten. Die Angebote werden dafür immer weiter ausgebaut.

NRW hat sich in den vergangenen zehn Jahren nach Einschätzung der Landesregierung zu einem Top-Tourismusland entwickelt. Laut der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus“ sind inzwischen landesweit 650.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit dem Tourismus verbunden. Das sind fast sieben Prozent der Beschäftigten.

Auch das Sauerland kann sich über wachsenden Gästezuspruch freuen. Die Zahl der Übernachtungen stieg dort seit 2009 um 16,7 Prozent auf zuletzt 6,8 Millionen. Und dabei sind die steigenden Zahlen aus Willingen, das zwar in Hessen liegt, sich aber dem Sauerland zugehörig fühlt, noch gar nicht eingerechnet: 2016 verzeichnete Willigen gut eine Million Übernachtungen.

Tourismus in Südwestfalen hat besondere Herausforderungen

Südwestfalen stehe zwar aufgrund des Klimawandels vor besonderen Herausforderungen, bereite sich aber strategisch intensiv auf „Winter ohne Schnee“ vor, sagte Heike Döll-König, Geschäftsführerin des Dachverbandes Tourismus NRW, gestern im Landtag. Viele Urlauber wollten dort auch ohne klassisches Winterwetter Aktiv-Urlaub in der Natur erleben. Und wenn Schnee fällt, dann sei das Sauerland ein ganz besonderer Touristen-Magnet.

Das sieht auch Thomas Weber, Geschäftsführer von Sauerland Tourismus, so. „Wir bauen unsere Angebote für Menschen aus, die von Herbst bis Frühjahr schöne Ferien machen wollen, auch wenn kein Schnee liegt“, sagte er dieser Zeitung. Es zahle sich aus, dass die Branche in der Region die Qualität kontinuierlich verbessert habe. Weber: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Positiver Trend

Der positive Trend lasse sich jedoch nur halten, wenn die Politik für gute Rahmenbedingungen sorge. „Wir müssen den Fachkräftemangel angehen und Probleme bei der Infrastruktur lösen“, so Weber. Dabei gehe es insbesondere um schnelles Internet, eine sichere Mobilfunkversorgung, einen verlässlichen öffentlichen Personennahverkehr und eine gute Verkehrsanbindung der Region.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) bezeichnete die Tourismuswirtschaft als „Querschnittsbranche mit enormem wirtschaftlichen Gewicht“. Nicht nur Hoteliers profitierten davon, sondern auch der Einzelhandel, Restaurants und Taxiunternehmen. Eine Olympia-Bewerbung der Rhein-Ruhr-Region hätte ein „riesiges Potenzial“ für die Entwicklung des Tourismus.

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