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Medizinisches Cannabis: Krombacher-Chef investiert

Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg hat jetzt mit seiner Beteiligungsgesellschaft in ein Berliner Start-up-Unternehmen investiert, die medizinisches Cannabis herstellen will.

Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg hat jetzt mit seiner Beteiligungsgesellschaft in ein Berliner Start-up-Unternehmen investiert, die medizinisches Cannabis herstellen will.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Kreuztal.  Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg investiert 3,5 Millionen Euro in ein Berliner Start-up-Unternehmen, das Medizin-Cannabis herstellt.

Für sein neuestes Investment wollte Krombacher-Chef Bernhard Schadeberg offenbar nicht öffentlich in Erscheinung treten. Er hat soeben 3,5 Millionen Euro in das Berliner Start-up Demecan gesteckt, dem nach eigenen Angaben einzigen Unternehmen in Deutschland mit einer Zulassung für die legale Herstellung von medizinischem Cannabis.

In einer Mitteilung von Demecan – der zweite Kapitalgeber mit ebenfalls 3,5 Millionen Euro ist ein privates Investorennetzwerk des Risikokapitalgebers „btov Partners“ – ist lediglich von einem „Single Family Office“ die Rede – eine Gesellschaft zur Verwaltung des privaten Großvermögens einer Eigentümerfamilie. Ein Blick in das Handelsregister löst die Anonymität des Investors: Aufgeführt ist der Name einer Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Schadeberg. Dem Registereintrag zufolge halten die beiden neuen Demecan-Gesellschafter jeweils 3,7 Prozent der Anteile.

Ein aufkommender Markt

Lange Zeit hatten sich nach Medienberichten nur wenige Risikokapitalgeber aus Europa an Cannabis als Medizinprodukt gewagt. Offenbar auch wegen noch ungeklärter Rechtsfragen rund um das Hanfgewächs. Warum man in Kreuztal-Krombach den Mut für eine Investition aufbringt und Potenzial in dem aufkommenden Markt sieht, bleibt unklar. „Grundsätzlich kommentieren wir Investments des Family Offices nicht“, heißt es von Peter Lemm, Sprecher der Krombacher Brauerei.

Beim Investitions-Partner ist man auskunftsfreudiger. Jennifer Phan von btov Partners spricht von einem „sehr attraktiven Markt“ für medizinisches Cannabis, dem drittgrößten weltweit: „Wir glauben, das Unternehmen (Demecan) hat einen First Mover-Vorteil in einem stark regulierten Marktumfeld.“ Will heißen: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Drei Hersteller in Deutschland

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn hat nach einem Vergabeverfahren drei Unternehmen den Zuschlag für den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken gegeben. Demecan – das Start-up will Produktionsanlagen im Großraum Dresden bauen und tritt auch als Großhändler auf – und die beiden Konkurrenten Aurora und Aphria mit kanadischen Mutterkonzernen dürfen in den kommenden vier Jahren (voraussichtlich ab Herbst 2020) insgesamt 10,4 Tonnen Cannabis ernten – in Gewächshäusern, die Hochsicherheitsanlagen ähneln.

Die Wände zu der streng bewachten Anbaufläche von Aphria Deutschland sind 24 Zentimeter dick. Wer dahinter möchte, muss Sicherheitsschleusen durchlaufen. Die Fenster sind schusssicher.

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