Kettler

Kettler-Aus? Gläubigerausschuss tagt bis Freitagnachmittag

Gibt es auf der Suche nach einem Investor keine Zwischenfinanzierung für Kettler, gibt es auch keine Zukunft mehr für das Unternehmen mit Sitz in Ense mit seinen über 700 Beschäftigten.

Gibt es auf der Suche nach einem Investor keine Zwischenfinanzierung für Kettler, gibt es auch keine Zukunft mehr für das Unternehmen mit Sitz in Ense mit seinen über 700 Beschäftigten.

Foto: Lars Heidrich

Ense/Werl.   Bei Kettler berät Gläubigerausschuss über eine lebensnotwendige Finanzspritze. Bleibt die aus, droht die sofortige Einstellung des Betriebes.

Das Ringen um den Erhalt des Traditionsunternehmens Kettler aus Ense könnte am Freitagnachmittag eine Entscheidung fallen. Auf der Suche nach einer überlebensnotwendigen Zwischenfinanzierung für den insolventen Sport- und Freizeitartikelhersteller (Kettcar), tagte der Gläubigerausschuss mit Vertretern aus fünf Institutionen weiter.

Neben der Gewerkschaft IG Metall und der Bundesagentur für Arbeit ist im Ausschuss auch der Hauptgläubiger, die Sparkasse Hochsauerland, vertreten, außerdem zwei Unternehmen.

Kettler vor dem Aus: Mitarbeiter lassen sich freistellen

Die Hoffnungen ruhten bis zuletzt auf einer Einigung mit der Heinz-Kettler-Stiftung. Sie verfügt als Erbin der im Frühjahr 2017 verstorbenen Gründertochter Karin Kettler über wesentliche Vermögenswerte wie die Kettler-Immobilien, -Grundstücke und wertvolle Markenrechte im Ausland.

Nach Informationen der WESTFALENPOST gibt es seitens des Insolvenzrechtlers Horst Piepenburg die Auffassung, dass die Stiftung als Erbin des Kettlervermögens dem Unternehmen möglicherweise widerrechtlich Werte in hoher zweistelliger Millionenhöhe vorenthalten haben könnte. Dies sieht die Stiftung anders. Selbst wenn es so sein sollte, nutzt dies vielleicht potenziellen Gläubigern – dem Unternehmen aktuell jedenfalls ebenso wenig wie den noch über 700 Beschäftigten. Einige Mitarbeiter sollen bereits von dem Angebot der Kettler-Geschäftsführung Gebrauch gemacht haben, sich unter diesen ungewissen Umständen sofort freistellen zu lassen.

Entscheidung am Donerstagabend noch offen

Der Ausschuss saß bereits am Donnerstag zusammen – leicht will man sich den Abschied von einem in den Rang einer deutschen „Jahrhundertmarke“ erhobenen Unternehmen nicht machen. Gibt es keine Zwischenfinanzierung, folgt laut Geschäftsführung die sofortige Einstellung des Betriebes mitsamt der Entlassung aller Beschäftigten.

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