Büro? Büro!

In Wahrheit ist Homeoffice furchtbar

Kulturredakteurin Monika Willer im Homeoffice

Kulturredakteurin Monika Willer im Homeoffice

Foto: Monika Willer / WP

Was erleben Reporter eigentlich im Homeoffice? Wir blicken in unserer Kolumne hinter verschlossene Türen. Fazit: Gib mir mehr Netz, Baby!

Man muss auch mal die Wahrheit sagen. Homeoffice ist - furchtbar. Im Film sieht man diese wahnsinnig stylischen Leute, die lächelnd in der Hühnersuppe rühren, während sie mit der anderen Hand komplizierte Dinge an gut funktionierenden elektronischen Geräten erledigen.

Tatsächlich bedeutet Homeoffice viel Office und wenig Home. Man kommt kaum aus dem Schlafanzug, denn die erste Nachricht piepst morgens schon kurz nach dem Aufstehen. Schluss mit trautem Heim. Abends um halb sieben hat man immer noch nicht die Kramschublade aufgeräumt oder die Wäsche gebügelt oder sich eine Stunde Waldbaden gegönnt. Nein, man sitzt am Feinschliff des Arbeitstages und weiß, dass es morgen genauso weitergeht. Seit wir im Homeoffice sind, habe ich kaum einen Tag das Essen warm aufgabeln können. Sobald ich schnelle Nudeln auf den Teller klatsche, klingelt schon wieder das Telefon. Alle anderen sind ja auch im Homeoffice.

Unberechenbares LAN

Dazu kommt die Sache mit dem Internet. Wir hocken hier auf einem Berg ohne schnelles Netz. Trotz der teuren Hybridverträge, die wir abschließen mussten, tröpfelt das LAN nur zäh aus der Leitung, und jetzt, wo alle Zuhause sind, ist es unberechenbarer denn je. Es gibt Nachbarn, die sich den Wecker auf drei Uhr früh stellen, weil sie dann möglicherweise mehr Atü auf den Rechner kriegen. Sollte Homeoffice Schule machen, müssen wir das Dorf umsiedeln.

Nicht zu vergessen: Was sind mir die Kollegen früher gelegentlich auf den Geist gegangen. Jetzt vermisse ich sie von Herzen.

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