Winterberg

Im Schnee ins neue Jahr: Sauerland so gut wie ausgebucht

Das Skidorf Neuastenberg schaltet in der Silvesternacht das Flutlicht ein für den Nacht-Skilauf mit anschließendem Feuerwerk.

Das Skidorf Neuastenberg schaltet in der Silvesternacht das Flutlicht ein für den Nacht-Skilauf mit anschließendem Feuerwerk.

Foto: Archiv

Winterberg/Schmallenberg.   Die Hochlagen des Sauerlands melden gute Wintersportbedingungen: Bis zu 35 Zentimeter Schnee liegen auf den Hängen. Freie Zimmer sind Mangelware.

Guten Rutsch ins neue Jahr! Zumindest in den Hochlagen des Sauerlands, rund um Winterberg, ist das wortwörtlich möglich. Die Wintersportarena Sauerland meldet 36 Lifte, die sich drehen, und rund 27 Kilometer Hangabfahrten. Wer allerdings kurzentschlossen über das Wochenende und den Jahreswechsel im Hochsauerland einen Kurzurlaub plant, ist zu spät dran, denn: Freie Zimmer sind Mangelware, noch eine Herberge zu finden, wird zur „Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“, prophezeit Hubertus Schmidt von der Touristeninformation in Schmallenberg.

Schneehöhen

„Bis zu 35 Zentimeter Schnee“ meldet Julian Pape vom Projektbüro der Wintersport-Arena Sauerland aus Winterberg auf unsere Nachfrage. Allerdings: Bei dem Weiß handelt es sich um Kunstschnee auf den Hängen. Immerhin: „Der Frost der letzten Nächte hat der Kunstschneedecke gut getan“, sagt Pape; der Schnee ist fester geworden. Bis einschließlich Sonntag soll es trocken, teilweise sonnig bleiben; an Silvester könnte es leicht regnen. „Das wird den beschneiten Pisten aber nicht viel anhaben“, ist sich Pape sicher.

Wetteraussichten

„Am Neujahrsabend kann es kälter werden und in den folgenden Tagen einen richtigen Wintereinbruch geben, der die Wintersportbedingungen weiter verbessert“, sagt Julian Pape – fügt aber gleich hinzu, dass dies nur eines der Wettermodelle zum Jahresanfang ist. Tatsächlich legen sich die Wetterfrösche derzeit noch nicht fest. Während ein Modell einen Wintereinbruch bis ins Flachland vorhersagt, sieht das andere Modell eine Westwetterlage aufziehen: mit viel Regen, womöglich kräftigem Sturm und für die Jahreszeit deutlich zu milden Temperaturen. Was dann wohl auch den Kunstschnee in Winterberg dahinschmelzen lassen würde.

Wintersportbedingungen

Ski alpin: Von „guten bis akzeptablen Wintersportbedingungen“ spricht Julian Pape; dies gelte für acht Skigebiete, in denen sich die insgesamt 36 Lifte drehen. Dazu gehören das Skiliftkarussell Winterberg sowie die Skigebiete in Neu- und Altastenberg und der Sahnehang. Im benachbarten Willingen, also auf hessischer Seite, laufen fünf Lifte. In tiefer gelegenen Skigebieten, wie etwa in Olpe-Fahlenscheid, ist derzeit noch kein Wintersport möglich.
Nordisch: Wer statt der Abfahrt auf Langlauf setzt, hat aktuell keine Möglichkeiten im Sauerland. „Bei den Loipen sind wir komplett auf Naturschnee angewiesen“, erklärt Julian Pape. Also: null Kilometer gespurte Loipen.
Rodeln: In fünf Skigebieten laufen an beschneiten Pisten die Rodellifte, etwa in Schmallenberg-Bödefeld, so Julian Pape. „Einige Betreiber haben auch die Sommerrodelbahn geöffnet“, heißt es bei der Wintersport-Arena Sauerland. Also: Rodelmöglichkeiten gibt es genügend.

Nachtaktiv

Mit Beginn der Weihnachtsferien schalten einige Liftbetreiber das Flutlicht an, verlängern die Abfahrtszeiten für nachtaktive Sportler und sorgen für besondere Erlebnisse. Am Silvesterabend gibt es im Skidorf Neuastenberg einen Nacht-Skilauf bei Flutlicht mit anschließendem Feuerwerk. Am Skiliftkarussell Winterberg findet am Neujahrsabend Flutlichtski statt.

Übernachtungsmöglichkeiten

„Das sieht ganz schlecht aus.“ Anika Müller von der Tourist-Information in Winterberg schaut in ihr Buchungssystem nach Übernachtungsmöglichkeiten in Winterberg und Hallenberg für Kurzentschlossene und stellt fest: „Alles ziemlich ausgebucht über den Jahreswechsel.“ Zudem: „Das Telefon klingelt ununterbrochen“; wird ein Hotelzimmer frei, ist es auch schnell wieder vergeben. Mit etwas Glück lasse sich noch eine Ferienwohnung – dann aber meist mit mehreren Tagen Mindestaufenthalt – oder ein Zimmer in einer Pension finden. „Praktisch zu 100 Prozent ausgebucht“, meldet auch Hubertus Schmidt von der Touristen-Information für die Übernachtungsbetriebe im Schmallenberger Sauerland; zum Jahreswechsel sei der „Stammkundenanteil sehr hoch“, begründet Schmidt; oft werde schon direkt ein Jahr im Voraus neu gebucht. Das bestätigt auch Karl Anton Schütte vom gleichnamigen Landhotel und Gasthof in Schmallenberg-Oberkirchen und berichtet – Stand gestern Mittag: „Ich habe alleine 60 Anfragen auf der Warteliste.“ Die Gäste kommen, auch wenn, wie aktuell der Fall, kein Schnee liegt, berichtet der Chef des Traditionshauses.

Anreisetipps

Die Wintersport-Arena warnt: Wer sich als Tagestourist mit dem Auto aufmacht in die Skigebiete rund um Winterberg, muss „mit hohem Verkehrsaufkommen aus Richtung Ruhrgebiet nach Winterberg rechnen“. Das Nadelöhr: das Ende der A 46 bei Bestwig. Und voll wird es auch auf den Straßen zwischen Olsberg und Winterberg. „Früh anreisen“, rät Julian Pape daher: Gegen 11 Uhr ist demnach Hauptanreisezeit und die Staugefahr am höchsten. Der Tipp der Wintersport-Arena: Die A 46 bereits bei Meschede verlassen und über Schmallenberg-Bödefeld oder Eslohe nach Winterberg fahren.

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