Coronavirus

Corona: Warum die Zahl der Toten in der Region kaum steigt

Viele Corona-Patienten sind – wie hier in Bochum - auf Intensivstationen behandelt worden. Die Zahl der Toten steigt aber kaum noch.

Viele Corona-Patienten sind – wie hier in Bochum - auf Intensivstationen behandelt worden. Die Zahl der Toten steigt aber kaum noch.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Hagen/Sauerland.  Eine gute Nachricht: Die Zahl der Corona-Toten in der Region bleibt sehr stabil. Woran das liegt und wie die Lage in den einzelnen Kreisen ist.

Auch wenn es bei weitem nicht die Ausmaße wie beim Schlachterriesen Tönnies sind: Immer wieder gibt es lokale Häufungen von Corona-Infektionen in der Region – aktuell etwa im Hochsauerlandkreis. Doch die gute Nachricht dabei: Auf die Zahl der Todesfälle hat dies offensichtlich keine große Auswirkungen. Denn ob Hagen, Siegen-Wittgenstein, der Hochsauerlandkreis oder auch der besonders betroffene Kreis Olpe: Die Werte sind seit Wochen konstant. Virologe Professor Ulf Dittmer von der Uniklinik Essen hält das für keinen Zufall, sondern sieht Gründe für diese positive Entwicklung.

Zunächst aber der Blick auf die Zahlen: In den zwölf Kreisen und kreisfreien Städten des Regierungsbezirks Arnsberg waren mit Stichtag 24. Mai 234 Todesfälle zu beklagen, bei denen es einen Zusammenhang zu einer Coronavirus-Infektion gab. Zuvor war die Kurve seit den ersten beiden Corona-Todesfällen in NRW am 9. März immer weiter angestiegen. Erinnert sei nur an die allein 21 Todesfälle im Seniorenheim Schmallenbachhaus in Fröndenberg. Dort starben 19 Bewohnerinnen und Bewohner und zwei Beschäftigte.

Die Todesfall-Kurve hat sich deutlich abgeflacht

Doch inzwischen ist die Kurve im gesamten Regierungsbezirk Arnsberg sehr abgeflacht: Am 24. Juni waren 251 Verstorbene zu vermelden – 17 mehr als einen Monat zuvor. Und wiederum knapp einen Monat später sind es nun mit Stand 21. Juli 259 Verstorbene im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion – also acht mehr. Das spiegelt auch die landesweite Entwicklung wider: Vom 9. März bis zum 24. Mai starben in Nordrhein-Westfalen 1599 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus, seitdem sind in einem fast gleich langen Zeitraum nur noch 114 neue Fälle hinzu gekommen.

Der Kreis Olpe bleibt mit 56 Todesfällen zwar der mit Abstand am stärksten betroffene Kreis im gesamten Regierungsbezirk – aber auch hier gab es seit dem 24. Mai nur vier neue Todesfälle. In Siegen-Wittgenstein (8 Todesfälle), dem Hochsauerlandkreis (17), dem Kreis Soest (8), dem Ennepe-Ruhr-Kreis (14) und Hamm (36) gab es seit dem 24. Mai überhaupt keine neuen Todesfälle mehr. Im Märkischen Kreis (31 /+3), in Hagen (13/ +1) im Kreis Unna (38/+4), in Bochum (20/+2) und Herne (3/ +2) war der Anstieg sehr gering. Lediglich in Dortmund haben sich die Zahlen vom 24. Mai bis heute von 6 auf 14 Todesfälle mehr als verdoppelt.

Essener Virologe sieht drei Ursachen für den deutlichen Rückgang

Dass die Zahl der Todesfälle aber generell so stark zurückgegangen ist, hält der Essener Virologe Ulf Dittmer für nachvollziehbar. „Dafür gibt es mit ziemlicher Sicherheit drei Ursachen.“ Zunächst sei generell die Zahl an Neuinfektionen in Deutschland gering. Zudem beträfen lokale Ausbrüche vor allem Menschen jüngeren und mittleren Alters: „Große Ausbrüche in Altenheimen und Krankenhäusern liegen dank vieler Maßnahmen so gut wie nicht mehr vor.“

Neue Studie: Ansteckungsrisiko in Schulen anscheinend gering
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Und noch einen weiteren Grund erkennt der Essener Virologe: eine bessere intensivmedizinische Versorgung der schweren Corona-Fälle. „Es wurden einige Erfahrungen gemacht in der Behandlung von Covid-19- Patienten, die jetzt konsequent angewendet werden. Mit der Plasmatherapie und Remdesivir stehen auch zwei wirksame anti-virale Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung“, so Dittmer.

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