Waldschäden

Borkenkäfer: Zwei Millionen Euro für Arnsberger Waldforscher

Neue Bäume braucht das Land. Die Aufforstung kostet Geld und ist nicht einfach.

Neue Bäume braucht das Land. Die Aufforstung kostet Geld und ist nicht einfach.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Hagen.  Viel Kritik gab es bisher an den komplizierten Förderrichtlinien des Landes für Waldbauern. Nun soll alles besser werden.

Die von der Borkenkäfer-Plage betroffenen Waldbauern in Nordrhein-Westfalen sollen schneller finanzielle Unterstützung vom Land bekommen als bisher. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) teilte gestern mit, sie habe die Verfahren zur Antragstellung und Auszahlung von Fördermitteln zur Bekämpfung der Waldschäden erleichtert. Die Waldbauern hatten zuletzt immer wieder kritisiert, dass diese Anträge viel zu bürokratisch und zu kompliziert seien.

Fortbildung wird digitalisiert

Eine gute Nachricht gibt es auch für das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg. Es soll zusätzlich mit zwei Millionen Euro unterstützt werden. Mit diesem Geld sollen Investitionen in den Bereichen der Forst- und Weiterbildung, Digitalisierung sowie Forschung und Lehre getätigt werden, die „waldbesitzübergreifend der Daseinsfürsorge dienen“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Dazu zähle beispielsweise die Digitalisierung der Fortbildung und die Beschaffung von Forschungsausstattung. „Das Geld können wir sehr gut gebrauchen“, sagte Dr. Bertram Leder, Leiter des Zentrums, „etwa für die Digitalisierung der Schadflächenauswertung und den Kauf wissenschaftlicher Geräte.“

„Die Wälder verlangen nach drei Trockenjahren unsere volle Aufmerksamkeit. Mit zusätzlichen Maßnahmen stellen wir sicher, dass die Fördermittel den Wald schneller erreichen“, erklärte Heinen-Esser zu den veränderten Förderrichtlinien. „Die Lage ist weiterhin dramatisch. Unser Ziel ist es, dass die Fördermittel möglichst unbürokratisch in der Wald- und Forstwirtschaft ankommen.“

Die wichtigsten Änderungen:

Fördermittel können bereits vor Abschluss der Maßnahmen gewährt werden.

Die Maßnahmen müssen nicht mehr von den Forstbehörden persönlich vor Ort begutachtet werden, sondern können mit Fotos dokumentiert werden. Bisher kam es bei den Überprüfungen zu Verzögerungen, weil die Beamten der Behörden überfordert sind. Allerdings sollen die Waldbauern nun Luftbilder erstellen.

Beihilfe-Regelungen der Europäischen Union, die die Auszahlung der Mittel erschwert haben, werden ausgesetzt.

Und – das ist in Zeiten fortschreitender Digitalisierung besonders bemerkenswert: Änderungswünsche müssen nicht mehr per Post oder per Fax eingereicht werden. Erlaubt sind jetzt auch E-Mails...

IG Bau: Personalmangel im Wald

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt unterdessen davor, dass die „Pflanzoffensive“ in Deutschlands Wäldern am Personalmangel in der Forstwirtschaft scheitern könnte. Ein erheblicher Teil der bis zu 1,5 Milliarden Euro, die Bund und Länder für die Aufforstung mobilisieren wollten, müsse in den Personalaufbau fließen, fordert die IG Bau.

Die Beschäftigten in den Forsten arbeiteten bereits jetzt am Limit, um die bisher entstandenen Schäden zu beseitigen, erklärte IG-BAU-Vize und Forst-Fachmann Harald Schaum in einer Mitteilung. Die Gewerkschaft halte bundesweit 11.000 zusätzliche Forstbeschäftigte für nötig, um die Wälder besser für den Klimawandel aufzustellen. Das entspreche einem zusätzlichen Forstbeschäftigten pro 1000 Hektar Wald.

Schaum verwies auf eine repräsentative Branchenumfrage der Gewerkschaft. Darin gaben 64 Prozent der Forstbeschäftigten an, die Arbeitsbelastung sei aktuell kaum zu ertragen. 78 Prozent klagten über fehlendes Personal.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben