Mobilfunk

5G-Ausbau: Südwestfälische Unternehmen misstrauen Chinesen

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson sieht sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen.

Der schwedische Mobilfunkausrüster Ericsson sieht sich in der Lage, Europa mit genügend 5G-Funkeinheiten zu versorgen, um die Netze für die fünfte Mobilfunkgeneration aufzubauen.

Foto: Boris Roessler / dpa

Siegen.  Bei einer Umfrage der IHK Siegen sprechen sich 51 Prozent der Betriebe gegen eine Beteiligung chinesischer Netzausrüster beim 5G-Ausbau aus.

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Wer die Unternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe nach der Bedeutung des neuen Mobilfunkstandards fragt, wie es die IHK Siegen gerade getan hat, riskiert Unmut. „Nicht wenige empfanden unsere Fragen angesichts der zahlreichen bestehenden Mobilfunklöcher geradezu als Hohn“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. „Aus Sicht etlicher Unternehmen befindet sich der ländliche Raum in Sachen Netzabdeckung in der Informationstechnischen Steinzeit.“

Zur Verdeutlichung zitiert Gräbener eine Antwort: „Wir befassen uns mal wieder mit Träumen, statt eine dringend nötige Grundversorgung zu gewährleisten“, schimpfte ein Unternehmer: „Es kann nicht sein, dass im Jahr 2019 Telefongespräche auf dem Weg von Olpe nach Dortmund ständig durch Funklöcher unterbrochen werden.“

Unternehmen halten 5G-Ausbau für wichtig

Dennoch halten drei Viertel der 702 Firmen, die sich an der Umfrage beteiligten, den Ausbau von 5G für wichtig. Sie setzen auf ein leistungsfähigeres mobiles Internet, die Beschleunigung von Arbeits- und Produktionsprozessen und die Vernetzung von Menschen und Geräten.

Mit einiger Sorge betrachten die heimischen Unternehmen mögliche Sicherheitsrisiken. 51 Prozent der Befragten plädieren deshalb dafür, Unternehmen aus China auszuschließen, 29 Prozent halten dies nicht für nötig, 20 Prozent sind unentschlossen.

Tiefes Misstrauen gegen chinesische Politik

Gräbener interpretiert das so: „Einerseits begründet das tiefe Misstrauen gegenüber der chinesischen Politik offenbar sehr häufig die Sorge, in eine einseitige Abhängigkeit zu geraten. Andererseits herrscht zugleich die Überzeugung, dass gerade die stark exportabhängigen deutschen Unternehmen an offenen Marktzugängen ein vitales Interesse haben. Wer nach China liefern will, zugleich aber chinesische Firmen vom deutschen Markt fernhält, geht Risiken ein, die ihm zumindest bewusst sein sollten.“

Bei einem Ausschluss der Chinesen von 5G erwarten 30 Prozent der Betriebe, dass der Ausbau teurer wird, 28 Prozent rechnen mit einer Verzögerung. Die Mehrheit aber würde das in Kauf nehmen.

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