Chöre

Aktion "Singen schenken" unterstützt Chöre mit Notenblättern

Isabelle Métrope vom Carus-Verlag

Isabelle Métrope vom Carus-Verlag

Foto: carus-Verlag

Hagen.   Eine Aktion für alle Chöre in der Region: Wer im Adventskonzert das Publikum mitsingen lässt, den unterstützen wir mit Plakaten und Noten.

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Singen schenken: So lautet der Titel der neuen großen Aktion, bei der die WESTFALENPOST und der Carus-Verlag die Chöre in der Region aufrufen, bei ihren Weihnachtskonzerten das Publikum auch zum Mitsingen aufzufordern. Denn wie lässt sich das Singen in unserer Gesellschaft besser stärken als durch Angebote zum gemeinsamen Singen?

Chöre sind Anwälte des Singens

Chöre, die sich für „Singen schenken“ anmelden, erhalten durch den Carus-Verlag kostenlos Plakate und Flyer gedruckt. Unsere Zeitung kündigt die Konzerte an. Außerdem stellen wir mit dem Projekt die Notenblätter für beliebte Weihnachtslieder zur Verfügung, so dass jeder Chor den Besuchern eine ganz persönliche Mitsing-Liedermappe in die Hand geben kann. Dabei ist die Teilnahme nicht an eine bestimmte Auswahl geknüpft, im Gegenteil: Alles ist möglich, von Weihnachtsliedern aus aller Welt über Klassiker wie „Stille Nacht“ bis hin zu den Lieblingschorälen aus Bachs „Weihnachtsoratorium“.

„,Singen schenken’ ist aus dem Liederprojekt hervorgegangen“, erläutert Verleger Dr. Johannes Graulich, der Erfinder des Liederprojektes, dessen Partner unsere Zeitung ist. „Das Ziel ist ja, Menschen zum Singen zu bringen. Und die besten Anwälte dafür sind unsere Chöre. Wenn wir die dazu motivieren, dass sie im Weihnachtskonzert mit dem Publikum singen, haben wir schon viel erreicht. Denn es ist ein Riesenunterschied, ob man bei einem Konzert nur zuhört, oder selber singt.“

Bei der ersten „Singen schenken“-Aktion 2013 haben sich knapp 150 Chöre beteiligt, die in über 200 Konzerten in ganz Deutschland mit ihrem Publikum Weihnachtslieder angestimmt haben. „Wir haben ganz viele positive Rückmeldungen dazu erhalten. Viele Chöre haben gesagt, dass sie jetzt in ihren Konzerten immer Mitsingblocks anbieten wollen.“ Die kostenlosen Flyer und Plakate unterstützten die Chöre bei der Werbung für ihre Auftritte, „denn viele Gesangsvereine haben sonst keine Möglichkeit, einen Grafiker an ein Plakat zu setzen“, so Graulich.

Doch warum ausgerechnet Weihnachtslieder? Mit „O Tannenbaum“ und „Tochter Zion“ verbinden viele Menschen sehr emotionale Erinnerungen an die eigene Kindheit, an besondere und glückliche Erlebnisse. Auch wenn diese Menschen heute nicht mehr selber singen, so ist die Einstiegsschwelle hier doch viel niedriger als bei anderen Stücken. Denn man kennt diese Lieder, man hat vielleicht nur den Text vergessen oder wie die Melodie richtig geht. „Wenn der Nachbar auch mitsingt, kann ich mich ebenfalls trauen. Und das Singen gibt ein gutes Gefühl“, hat Graulich beobachtet.

Im Stadion singen auch Männer

Der Stimmverlust in unserer Gesellschaft gibt den Experten viele Rätsel auf. Denn er ist kontextbezogen. Das spontane Geburtstagsständchen, das Lied im Familienkreis sind vielfach Vergangenheit. Immer öfter schweigen Menschen sogar in der Kirche. Vielleicht, weil man Angst hat, alleine dazustehen, wenn die anderen nicht mitsingen, und dass dann jeder hört, wie falsch oder zittrig man intoniert. „In anderen Zusammenhängen ist es hingegen ganz üblich, Lieder zu singen. Immer wenn ich mit meinem Sohn im Fußballstadion bin, beobachte ich, wie begeistert Männer singen, aufgehoben in der Menge“, so der 48-Jährige. „Da gibt es einen großer Widerspruch. Wir haben so viel Musik im Alltag um uns, wie noch nie zuvor, ob wir wollen oder nicht. Und trotzdem verstummen wir, wenn es darum geht, selbst Musik zu machen. Viele Leute möchten gerne singen, aber sie trauen sich einfach nicht.“

Der Verleger ist studierter Mediziner, und als solchen fasziniert ihn die Verbindung von Musik und Hirnleistung, die längst noch nicht erforscht ist. „Es ist interessant, dass wir uns gerade diese Lieder so gut merken können, das ist nichts Zufälliges, das haben alle. Die Lieder der Kindheit sind oft das letzte, was einer Persönlichkeit bleibt, wenn sie dement wird. Wenn alles vergessen wird, sind die Lieder noch da. Wir verstehen aber noch nicht richtig, wie das funktioniert.“

Anmeldeschluss ist der 31. Oktober. Anmelden kann man sich im Internet. Dort sind auch schon die ersten Weihnachtslieder als Notenblatt verfügbar.

http://www.carus-verlag.com/singen-schenken.html

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