Missbrauchsfall

Weiterer Prozess im Fall Lügde: Wurde ein Opfer zum Täter?

Im Zuge des jahrelangen sexuellen Missbrauchs auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde könnte ein junges Opfer zum Täter geworden sein.

Im Zuge des jahrelangen sexuellen Missbrauchs auf dem Campingplatz Eichwald in Lügde könnte ein junges Opfer zum Täter geworden sein.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Paderborn.  Vor dem Landgericht Paderborn muss sich im Missbrauchsfall von Lügde nun ein 16-Jähriger verantworten. Er soll vom Opfer zum Täter geworden sein.

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Vor dem Landgericht Paderborn beginnt am Donnerstagvormittag im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall Lügde ein weiterer Prozess. Angeklagt ist ein 16-Jähriger, dem die Staatsanwaltschaft sexuellen Missbrauch von drei Kindern vorwirft. Der Jugendliche soll über Jahre von einem der mittlerweile verurteilten Haupttäter im Fall Lügde missbraucht worden sein.

Am ersten Prozesstag wird nur die Anklage verlesen. Wegen des Alters des Angeklagten findet die Verhandlung zu seinem Schutz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bis Ende Oktober hat das Gericht zwei weitere Prozesstage angesetzt.

Haupttäter von Lügde sitzen lange Haftstrafen ab

Rund um den Missbrauchsfall auf einem Campingplatz bei Lügde im Kreis Lippe hatte das Landgericht Detmold im August und September erste Urteile gesprochen. Die Haupttäter wurden wegen hundertfachen Kindesmissbrauchs zu Freiheitsstrafen von 13 und 12 Jahren sowie anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Ein dritter Mann erhielt wegen Anstiftung und Beihilfe eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung.

Das Verfahren gegen einen heute 23-Jährigen am Amtsgericht Detmold wurde eingestellt, weil der junge Mann als 16-Jähriger auf dem Campingplatz Opfer und Täter zugleich war und nach Ansicht des Gerichts unter Druck gehandelt hatte. (dpa)

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