Veranstaltungen

Weihnachtsmärkte 2021: Im Ruhrgebiet laufen die Planungen

Lesedauer: 8 Minuten
So sah es im Jahr 2017 auf dem Essener Weihnachtsmarkt aus. 2020 mussten viele Märkte aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Die Planungen für den kommenden Winter sind in vielen NRW-Städten angelaufen.

So sah es im Jahr 2017 auf dem Essener Weihnachtsmarkt aus. 2020 mussten viele Märkte aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Die Planungen für den kommenden Winter sind in vielen NRW-Städten angelaufen.

Foto: Roland Weihrauch/dpa

Essen.  Weihnachtsmärkte in NRW sind im Vorjahr corona-bedingt ausgefallen. Wie planen die Veranstalter in Essen, Bochum und Co. für 2021? Der Überblick.

Im Winter des vergangenen Jahres befand sich NRW im Corona-Lockdown. Weihnachtsmärkte fielen in der Region pandemie-bedingt aus. Die Schaustellerinnen und Schausteller im Ruhrgebiet gingen mit den Absagen unterschiedlich um. Nun laufen in vielen Städten Nordrhein-Westfalens die Planungen für den kommenden Winter – viele planen mit 3G-Regeln.

Die momentan gültige Coronaschutzverordnung des Landes NRW läuft zum 17. September aus. Daher können dieser Verordnung zum jetzigen Zeitpunkt keine expliziten Regelungen zu Weihnachtsmärkten entnommen werden, teilt das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) mit. Dennoch werden in vielen NRW-Städten schon jetzt Weihnachtsmärkte für die Adventszeit geplant, viele Veranstalter setzen auf die 3G-Regel (geimpft, genesen oder negativ getestet).

Neue Beleuchtung für Dortmunder Weihnachtsmarkt angeschafft

2020 stand ein XXL-Weihnachtsbaum in Dortmund. Die 45 Meter große Riesentanne musste abgebaut werden, der Weihnachtsmarkt fiel aus. Dieses Jahr soll es anders werden. Vom 18. November bis 30. Dezember soll der Dortmunder Weihnachtsmarkt öffnen – räumlich größer und mit breiteren Gassen zwischen den Ständen als in den Jahren zuvor, damit die Hygieneregeln eingehalten werden können.

Besucherinnen und Besucher müssen außerdem geimpft, genesen oder getestet sein. Der entsprechende Nachweis werde stichprobenartig überprüft, so Arens: "Die Kontrolle wird auf jeden Fall erfolgen." Wie genau die Kontrollen erfolgen könnten, darüber spreche man aktuell noch mit dem Land. » Lesen Sie dazu: Weihnachtsmarkt Dortmund 2021 findet statt – mit 3G-Regel

Bochum plant Weihnachtsmarkt mit verschiedenen Szenarien

„Wir müssen auf das Sicherheitsgefühl der Besucher achten“, sagt Christian Krumm vom „Bochum Marketing“ und spricht damit wie praktisch alle seine Kollegen und Kolleginnen. Die Marketing-Gesellschaft hat verschiedene Konzepte für den Bochumer Weihnachtsmarkt (18.11. bis 23.12.) erarbeitet, um auf unterschiedliche Szenarien reagieren zu können. » Lesen Sie dazu: Bochum darf sich auf seinen Weihnachtsmarkt freuen

In Herne will der „Cranger Weihnachtszauber“ (18.11. bis 30.12.) einen deutlich größeren Anteil des Kirmesplatzes beanspruchen als früher. Der Rummel soll trotz Corona-Pandemie stattfinden. „Dafür tun wir alles, dafür kämpfen wir“, sagt Betreiber Sebastian Küchenmeister zur WAZ. » Lesen Sie dazu: So soll der Cranger Weihnachtszauber 2021 stattfinden

Silvia Nolte vom Stadtmarketing Witten zufolge, soll es nach einjähriger Pause wieder einen Weihnachtsmarkt in der Ruhrstadt geben. Einen Zeitraum gibt es aber noch nicht. » Lesen Sie dazu: Weihnachtsmarkt in Witten soll in diesem Jahr zurückkehren

Essen aufgrund breiter Einkaufsstraßen in „Luxussituation“

Sonst überall wird überlegt, den Abstand zu vergrößern, wo man ihn nur vergrößern kann: zwischen den Buden also und den beiden Seiten der Laufwege - alle anderen Abstände sind Sache der Gäste. Ein Sprecher von „Essen Marketing“ etwa sagt, die Stadt habe „durch die großzügige Innenstadt mit breiten Einkaufsstraßen und großen Plätzen eine Luxussituation“ - das spielt dem Veranstalter in die hoffnungsvollen Hände. „Abstände einzuhalten, ist unser geringstes Problem.“ Man wolle aber abwarten, bis es eine Corona-Schutzverordnung gibt, „die Bestand hat über den Winter“. » Lesen Sie dazu: Weihnachtsmarkt in Essen: Wird im Winter 2G oder 3G gelten?

Ein bisschen skeptischer klingt Recklinghausen: Man stimme sich derzeit mit dem Veranstalter ab, könne aber nichts Konkretes sagen, da „für den Herbst mindestens eine neue Corona-Schutzverordnung veröffentlicht wird“.

Bis zu 150 Hütten auf dem Centro-Weihnachtsmarkt in Oberhausen

Konkreter geplant wird jedenfalls für Dortmund, Duisburg oder das Gelände des Centro Oberhausen. Dort überlegen sie freilich auch, die übliche Zahl von 150 Ständen zu reduzieren: „In diesem Jahr laufen die Planungen etwas kurzfristiger ab“, sagt Centro-Manager Marcus Remark. Aber da ist auch noch Luft: Die Familienbetriebe haben ja ihre Buden selbst dabei, Personal und Ware lassen sich wohl noch im November auftreiben, und konkurrierende Veranstaltungen gibt es praktisch nicht.

Im vergangenen Winter musste der Weihnachtsmarkt am Centro corona-bedingt ausfallen. Stattdessen zogen Teile des Marktes in leerstehende Läden im Shopping-Center. In der Adventszeit gab es dort sogenannte „Pop-up-Stores“. Zudem hatte das Centro einen digitalen Weihnachtsmarkt eingerichtet. Händlerinnen und Händler boten online ihre Waren an.

Planungen schwanken zwischen 3G und 2G

Weiter, breiter, distanzierter also? Das ist noch etwas schwer vorstellbar, denn an ihren zentralen Stellen sind Weihnachtsmärkte eigentlich nachmittags und abends immer voll gewesen. Und am Glühweinstand gehört es eh zum guten Ton, dass eine gewisse menschliche Nähe zunimmt unter dem Einfluss der vielen klugen Gespräche.

Und so schwanken die Planungen irgendwo zwischen 3G und 2G, also dem eventuellen Ausschluss von Menschen, die nur getestet sind. Jetzt, Mitte September, stehen aber alle Zeichen auf 3G. Das werden die Veranstalter zumindest stichprobenartig kontrollieren. Und die Ordnungsämter kontrollieren die Veranstalter. Mehr geht nicht bei den großen Weihnachtsmärkten: Man kann weder halbe Innenstädte umzäunen noch für die vielen Besucher nur einige wenige kontrollierte Zugänge schaffen - an denen sie sich dann drängen.

Bei einigen kleineren sieht das anders aus. Beim „Weihnachtsdorf“ am Dom in Gelsenkirchen-Buer soll es richtige Zugangskontrollen geben. Markus Jansen, der das Weihnachtsdorf plant, will aber auch nicht ausschließen, dass es zu 2G kommt. „Dann kann ich mir Ausnahmeregeln für Kinder unter zwölf Jahren vorstellen.“ Der Weihnachtsmarkt in der Gelsenkirchener City findet ebenfalls statt (19.11. bis 23.12.).

Auch der Veranstalter des Marktes in Bottrop will den Platz lichter gestalten und eine Art Umzäunung schaffen durch Tannenbäume und dekoratives Flatterband. Rot-weißes wäre auch ein echter Stimmungskiller. » Lesen Sie dazu: Bottrops Weihnachtsmarkt soll dieses Jahr wieder stattfinden

So sehen die Vorbereitungen in Duisburg aus

An insgesamt 47 Tagen sollen gut 150 beteiligte Schausteller, Gastronomen sowie Anbieter von Kunsthandwerk und Geschenkartikeln den Duisburger Weihnachtsmarkt beleben. Das sehen die derzeitigen Planungen vor, die allerdings vom Corona-Infektionsgeschehen abhängen, so der Veranstalter Duisburg Kontor.

Stand jetzt soll der Weihnachtsmarkt am 11. November öffnen und bis zum 30. Dezember entlang der König- und Kuhstraße offen haben. Das verrriet Auch soll es wieder Fahrgeschäfte wie ein Riesenrad und die traditionelle Eislaufbahn der Stadtwerke Duisburg geben. Zudem seien punktuelle Aktionen geplant, beispielsweise eine Nikolausparade, wie Duisburg Kontor bereits vor einigen Wochen mitteilte. » Lesen Sie dazu: Weihnachtsmarkt 2021 in Duisburg: Der Stand der Planungen

Manche kleinen Weihnachtsmärkte sind allerdings bereits abgesagt. Essen-Werden zum Beispiel, wo es zu eng wäre in den schmalen Straßen. Marl-Polsum, wo man „keine Chance sieht, die 3G-Regeln zu kontrollieren.

Weitere Weihnachtsmärkte in NRW

Noch ein Blick über das Ruhrgebiet hinaus: Ein bekannter Weihnachtsmarkt führt ganz in den Westen von NRW: Vom 19. November bis zum 23. Dezember können Besucherinnen und Besucher in Aachen die berühmten Printen essen.

Der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom (vsl. 22.11. bis 23.12.) soll nach aktuellem Stand ohne Umzäunung auskommen.

Ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel in der Adventszeit ist Münster. Mehrere Märkte verteilen sich über die historische Altstadt. Wie die Stadt auf ihrer Internetseite schreibt, sollen diese vom 22. November bis zum 23. Dezember öffnen – sofern es die „pandemische Lage“ zulässt. „Nach aktuellem Stand sind auch stichprobenartige Kontrollen der 3G-Regeln nötig“, heißt es weiter. (mit som/mein)

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Rhein und Ruhr

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben