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Von 15 bis 500 Euro: Was Hundekot-Sündern in NRW droht

Herumliegende Hundehaufen sind in den Städten in NRW ein großes Problem. Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool

Foto: Dietmar Wäsche

Herumliegende Hundehaufen sind in den Städten in NRW ein großes Problem. Foto: Dietmar Wäsche / WAZ FotoPool

Essen.  Werne hat die Gebühr für nicht entfernten Hundekot auf 200 Euro erhöht. Der Vergleich zeigt, wie verschieden die Strafen in den NRW-Städten sind.

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Eigentlich weiß es jeder, doch nicht alle halten sich dran: Hundehalter sind dazu verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde an öffentlichen Plätzen zu entfernen. Wer dem nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit Verwarnungen und Erteilung von Bußgeldern belegt werden kann. Daher reagierte die Stadt Werne im Kreis Unna und hob das Bußgeld für die sogenannten „Tretminen“ von 35 auf 200 Euro an.

Damit wird in Werne künftig eine der höchsten Strafen in NRW für diese Art der Verschmutzung fällig. Nur in Köln müssen Hundehalter noch tiefer in die Tasche greifen: Hier fallen je nach Örtlichkeit des Vergehens bis zu 500 Euro für nicht einsichtige Halter, die auf Spiel- oder Bolzplätzen erwischt werden, an.

Auch in Witten ist die Gebühr mit 100 Euro relativ hoch angesetzt, in Düsseldorf beträgt sie immerhin noch 75 Euro. Die Höhe der Verwarn- oder Bußgelder an Rhein und Ruhr liegt im Schnitt mit 30 bis 50 Euro jedoch deutlich darunter. Besonders günstig kommen Übeltäter in Gladbeck davon: Hier sind es lediglich 25, in Hagen 20 und in Mülheim an der Ruhr sogar nur 15 Euro, die für die Umweltverschmutzung fällig werden. Für Widerholungstäter können die Strafen aber auch höher ausfallen.

Erfolg der Strafen hält sich in Grenzen

Die Städte berichten allerdings einstimmig, dass sich der Erfolg der Geldstrafen in Grenzen hält. Denn ein Verwarngeld kann nur dann verhängt werden, wenn das Ordnungsamt Hund und Herrchen auf frischer Tat ertappt – das sei aber selten der Fall. Das spiegelt sich auch in den Fallzahlen wider: Beispielsweise waren es in Duisburg im Jahr 2016 nur 14 Verfahren und im darauffolgenden Jahr 16 Verfahren, die gegen Hundebesitzer eingeleitet worden sind. Auch Bottrop berichtet, dass nicht mehr als ein Dutzend Täter jährlich erwischt würden.

Das Bußgeld habe daher für die Städte nur eine geringfügige Bedeutung, berichtet Andreas Pläsken, Pressesprecher der Stadt Bottrop: „Die Abschreckungsquote ist dadurch nicht viel höher geworden. Die Leute setzen darauf, dass sie nicht erwischt werden."

Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten Städte nicht genügend Personal haben, vermehrt Kontrollen zu bestimmten "Gassi-Stoßzeiten" durchzuführen. Die Ordnungsdienstmitarbeiter müssten neben ihren alltäglichen Kontrollgängen mit auf dieses Vergehen achten und würden nur bei gezielten Hinweisen verstärkt kontrollieren: „Wir haben alle Kräfte im Einsatz, mehr geht nicht“, so Pläsken. Lediglich in Essen, Moers und Oberhausen werden verstärkt Kräfte für diese Kontrollen eingesetzt.

Kostenlose Hundekotbeutel als Anreiz

Einige Städte im Ruhrgebiet versuchen außerdem mit kostenlosen Hundekotbeuteln an Mülleimern den Anreiz zu erhöhen, die Hundehaufen direkt zu entfernen. So sind beispielsweise in Dortmund derzeit rund 16 dieser sogenannten Dog Stations auf dem Stadtgebiet verteilt, in Oberhausen sind es 40 und in Duisburg 70.

Das Fazit fällt unterschiedlich aus: Während Gelsenkirchen mit 387 Hundekot-Spendern deutlich heraussticht und eine positive Bilanz zieht, sind in Bottrop kostenlose Hundebeutel zwar im Stadtgarten angebracht, würden dafür von Hundebesitzern aber kaum genutzt. Auch Castrop-Rauxel berichtet, dass die Stationen nicht erfolgreich sind, da sie immer wieder mutwillig geleert oder überhaupt nicht benutzt werden. In Mülheim sind daher auch keine dieser Spender vorhanden.

Durch die mangelnden Kontrollmöglichkeiten der Städte und den Unwillen einiger Hunderhalter, den Hundekot direkt zu beseitigen, dürften herumliegende Hundehaufen auch weiterhin ein Problem darstellen. Denn "die Leute meinen, dass sie durch das Zahlen der Hundesteuer aus der Nummer raus sind. Solange sie sich nicht an ihre eigene Nase packen, wird sich auch nichts an der Situation ändern“, sagt Pläsken.

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