Kriminalität

Hamm: Racheangriff auf Polizisten - Verdächtige wieder frei

Sie waren nicht im Dienst: In Hamm sind vier Polizisten angegriffen worden, als sie privat in einem Vergnügungsviertel unterwegs waren.

Sie waren nicht im Dienst: In Hamm sind vier Polizisten angegriffen worden, als sie privat in einem Vergnügungsviertel unterwegs waren.

Foto: Karsten Plaß

Hamm/Dortmund.  In Hamm hat eine Gruppe von bis zu 15 Männern Polizisten attackiert. Zwei Teenager wurden festgenommen. Warum sie wieder auf freiem Fuß sind:

Nach der Attacke einer größeren Gruppe Männer auf vier Polizisten in Hamm in der Nacht zu Samstag sind zwei Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß. Man könne ihnen nicht eindeutig nachweisen, dass sie es waren, die den Opfern die Verletzungen zugefügt hätten, bestätigte der Dortmunder Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel

Sie sind nicht im Dienst aber sind sie zusammen unterwegs. Vier – nach Augenzeugenaussagen wahrscheinlich jüngere - Polizisten ziehen am frühen Samstagmorgen über die Hammer Meile, das Vergnügungsviertel der Stadt am Nordostrand des Ruhrgebiets. Bei ihrem Kneipenbummel werden sie von einem 19-Jährigen angesprochen. Man kennt sich, man schätzt sich aber nicht. Vor einiger Zeit war der Teenager offenbar schon einmal mit den Beamten aneinander geraten, da aber war es laut Staatsanwaltschaft ein „dienstlicher Anlass“. Es soll um Diebstahl gegangen sein. Nichts dramatisches, eher eine „Kleinigkeit“, sagt Schulte-Göbel.

Mit zehn bis 15 Mann Verstärkung angerückt

Die Polizisten schicken den jungen Mann nach kurzer Diskussion dann auch weg. Doch er kommt schon nach kurzer Zeit wieder – dieses Mal mit Verstärkung. Zehn bis 15 Leute sollen es gewesen sein, über die Nationalität kann die Polizei am Sonntag noch nichts Genaues sagen und will auch nicht spekulieren.

Die Gruppe soll dann, so schildern Opfer und Zeugen, sofort auf die Polizeibeamten losgegangen sein. Es kommt zu einer wüsten Prügelei, in deren Verlauf es zu mehreren Tritten gegen den Kopf eines niedergeschlagenen und auf dem Boden liegenden Polizisten gekommen sein soll. Ein zweiter Polizeibeamter erleidet bei der Auseinandersetzung oberflächliche Schnittverletzungen im Bauchbereich. Die anderen beiden Angegriffenen klagen später über Prellungen sowie Schürf- und Platzwunden. „Aber zu keinem Zeitpunkt bestand für irgendeinen aus der Gruppe Lebensgefahr“, stellt der Staatsanwalt klar.

Ermittlungen gehen weiter - Videomaterial wird ausgewertet

Zwei der Opfer können ein nahe gelegenes Krankenhaus dann auch nach ambulanter Versorgung sofort wieder verlassen, mittlerweile ist der Beamte mit den Schnittverletzungen ebenfalls wieder zu Hause. Das vierte Opfer sei „zur Beobachtung“ noch in der Klinik verblieben“, heißt es aus Ermittlerkreisen.

Derweil lässt die Polizei zwei 19-Jährige, die sie noch in der Nacht festgenommen hatte, wieder frei. Bisher lasse sich nicht beweisen, dass sie die Haupttäter gewesen seien. Noch nicht. Es gebe reichlich Videomaterial aus Kneipen nahe des Tatortes, bestätigt der Staatsanwalt. Das werde man nun auswerten. „Die Ermittlungen“, sagt Schulte-Göbel, „gehen weiter.“

Weiterlesen: Gewalt gegen Einsatzkräfte - Staatsanwältin zeigt klare Kante.

Mehr Nachrichten aus NRW.

Leserkommentare (82) Kommentar schreiben