Polizeieinsatz

Krefeld: Frau im Kofferraum – Haftbefehl gegen Ehemann

Die Krefelder Polizei befreit eine misshandelte Frau aus einem Kofferraum. Ihre Kinder sind wohlauf, der Ehemann als mutmaßlicher Täter festgenommen. (Symbolbild)

Die Krefelder Polizei befreit eine misshandelte Frau aus einem Kofferraum. Ihre Kinder sind wohlauf, der Ehemann als mutmaßlicher Täter festgenommen. (Symbolbild)

Foto: Andreas Buck / FUNKE Foto Services

Krefeld.  Gegen den Ehemann aus Krefeld, der seine Frau stundenlang misshandelte und sie im Kofferraum einsperrte, ist Haftbefehl erlassen worden.

Nach der brutalen Misshandlung einer Mutter von vier Kindern in Krefeld ist gegen ihren Ehemann Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt worden. Der 53-jährige Verdächtige sei am Montag vernommen worden, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage.

Ein Spezialeinsatzkommando hatte die vier Kinder am Samstag nach mehreren Stunden aus der Wohnung des Paares befreit. Weil die Polizei nicht ausschließen konnte, dass sich ihr Vater in der Wohnung aufhielt, hatte eine Spezialeinheit der Polizei diese stundenlang umstellt. Erst nach etwa fünf Stunden kam dann die Entwarnung: Die drei bis neun Jahre alten Kinder waren allein in der Wohnung. Sie kamen in die Obhut des Jugendamtes.

Frau hatte sich mit Klopfgeräuschen im Kofferraum bemerkbar gemacht

Ihr Vater war zunächst auf der Flucht und schließlich am Sonntag festgenommen worden. Wie die Polizei am Montag weiter berichtete, hatte die Ehefrau in einer Sackgasse nahe der Krefelder Innenstadt gefesselt im Kofferraum eines Autos gelegen. Sie habe sich durch Klopfgeräusche bei einer 70-jährigen Anwohnerin bemerkbar machen können. Diese alarmierte die Polizei, die die 32-jährige Frau dann befreite. Sie werde weiterhin im Krankenhaus behandelt. Ihre Verletzungen seien schwer, aber nicht lebensgefährlich gewesen.

Im Krankenhaus hatten die Polizisten die Frau relativ schnell vernehmen können. Sie erzählte den Beamten, dass ihr Ehemann sie seit dem Vortag stundenlang misshandelt habe. Schließlich habe er sie in das Auto gesetzt und zu der Stelle gefahren, wo sie gefunden wurde. Vor allem aber erfuhren die Polizisten von den vier gemeinsamen Kindern des Paares - sie sind drei bis neun Jahre alt. Einsatzkräfte fahren sofort zur Wohnung der Familie. „Die Beamten konnten durch die geschlossene Haustür flüchtig mit ihnen kommunizieren, die Tür haben die Kinder jedoch nicht öffnen können“, sagt ein Polizeisprecher. „Damit war zunächst unklar, ob auch der Vater zu Hause war.“

Die Befürchtung: Der mutmaßlich gewalttätige Vater könnte die vier Kinder in seiner Gewalt haben. „Die Polizei hat daraufhin vorsorglich ein Spezialeinsatzkommando angefordert“, heißt es im Bericht der Behörden. SEK-Kräfte fuhren zu der Adresse, postierten sich rund um das Haus.

Flüchtiger Kontakt mit Kindern durch geschlossene Tür

„Gegen 20 Uhr konnte die Polizei durch ein Fenster mit den Kindern sprechen. Als sie mitteilten, dass der Vater nicht zu Hause sei, haben Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei die Kinder aus der Wohnung geholt“, schreibt die Polizei in ihrem Bericht. Rund fünf Stunden nach dem Fund der schwer verletzten Mutter war den Einsatzkräften die Erleichterung anzumerken. „Die Kinder sind den Umständen entsprechend wohlauf“, sagte ein Polizeisprecher. Alle vier kamen zunächst in Obhut des Jugendamts. Ob sie miterlebt haben, wie ihr Vater ihre Mutter mutmaßlich stundenlang misshandelte, blieb zunächst unklar.