Weihnachten

Ungeziefer im Weihnachtsbaum vermiest Essener die Festtage

Eine Christbaumkugel hängt an einem Weihnachtsbaum.

Eine Christbaumkugel hängt an einem Weihnachtsbaum.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Essen.   Ein Essener traute Heiligabend seinen Augen nicht: In der Wohnung lagen Hunderte Tierchen, die offenbar aus dem Weihnachtsbaum gefallen waren.

Ungezieferalarm an Heiligabend: Der Essener Martin Neumann traute an den Weihnachtstagen seinen Augen nicht. Anstelle einer schönen Bescherung erlebte der 47-Jährige eine schaurige Heimsuchung. „Immer wieder fielen Zecken aus meinem Tannenbaum“, berichtet er. Und fügt hinzu: „Es war echt ekelig.“

Ob es sich tatsächlich um Zecken handelte, ist im Nachhinein schwer zu sagen. Es könnte sich auch um Baumläuse handeln.


Gekauft hatte Neumann das vermeintliche Prachtstück zwei Wochen vor Weihnachten am Westerberg nahe dem Schlosspark Borbeck, der Platz, auf dem auch Kirmes und Schützenfest gefeiert werden. Über das äußere Erscheinungsbild seines Weihnachtsbaums ist Neumann auch eine Woche nach dem Schock voll des Lobes: „Eine herrliche Nordmanntanne, zwei Meter hoch, gut gewachsen, dicht und der Preis stolze 50 Euro.“

Weihnachtsbaum musste zunächst draußen bleiben

Die erste Woche habe der Nadelbaum noch draußen auf dem Balkon seiner Wohnung in der Scheckenstraße verbringen müssen. Aus einschlägigen Info- und Nachrichtenseiten im Internet wie zum Beispiel zecken.de hat Martin Neumann gelernt, dass Zecken bei niedrigen Temperaturen in einen Winterschlaf fallen. „Deshalb ist plausibel, dass mir in der Zeit, als der Baum noch in der Kälte auf dem Balkon stand, nichts aufgefallen ist.“

Eine Woche vor Weihnachten holte er den prachtvollen Nordmann dann in seine gemütliche Wohnung. Er schmückte die grünen Zweige und setzte oben die Spitze drauf. „In der Wärme müssen die Viecher dann aus der Winterruhe erwacht sein“, mutmaßt Neumann.

„Auf einmal lagen zehn, fünfzehn Zecken unterm Baum“

Anders kann sich der Essener nicht erklären, was dann – „pünktlich an Heiligabend“ – passieren sollte. „Auf einmal lagen zehn, fünfzehn Zecken unterm Baum.“ Zuerst habe er die winzigen Plagegeister noch brav weggefegt oder mit der kräftigen Saugluft des Staubsaugers entfernt. „Aber es hörte gar nicht auf, wenig später war der Boden schon wieder voll.“

Weil der Boden seiner Wohnung gefliest sei, habe er sich zwischendurch eine List ausgedacht. „Um den Baum habe ich eine Mauer aus Pappkarton gebaut.“ Eine einfache Konstruktion: etwa zehn Zentimeter Pappe mit Klebestreifen fixiert und senkrecht aufgerichtet. „Aber das war denen scheißegal, die sind trotzdem darüber geklettert.“ Zunächst hatte Martin Neumann befürchtet, dass die Invasion ihn auch des Nachts im Schlafzimmer heimsuchen würde. „Aber weit sind sie nicht gekommen, mehr als einen Meter haben sie nicht geschafft.“

„Am zweiten Weihnachtstag hatte ich die Faxen dicke

Martin Neumann wunderte sich über die schiere Menge an Tierchen, für die ausgerechnet seine Prachttanne seit dem Sommer zum bevorzugten Wohnort geworden war. „Es waren Hunderte, die aus ihr rausfielen.“ Als sich das Ungeziefer von morgens bis abends unentwegt in seiner Wohnung breit machte, zog der Mann, von Beruf Drucker, nach zwei langen qualvollen Tagen und Nächten schließlich die Notbremse. „Am zweiten Weihnachtstag hatte ich die Faxen dicke, ich war so gefrustet, dass ich den Baum aus der Wohnung geworfen habe.“

Nach diesem Schock überlegt Martin Neumann, den Tannenbaum 2019 womöglich wieder im Baumarkt zu kaufen. „Der hat nicht so lange gehalten, war aber günstiger.“

In einer ersten Version des Textes war ausschließlich von einer Zeckenplage die Rede. Es könnte sich aber auch um andere Tiere, wie zum Beispiel Baumläuse, handeln.

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