Islamisten

Sven L. gibt zu: Name „Scharia-Polizei“ geht auf ihn zurück

Vor fünf Jahren waren Islamisten unangemeldet und in Warnwesten mit dem Aufdruck „Shariah Police“ nachts durch Wuppertal gezogen. Ihnen wird deswegen ein Verstoß gegen das Uniformverbot oder Beihilfe dazu vorgeworfen.

Vor fünf Jahren waren Islamisten unangemeldet und in Warnwesten mit dem Aufdruck „Shariah Police“ nachts durch Wuppertal gezogen. Ihnen wird deswegen ein Verstoß gegen das Uniformverbot oder Beihilfe dazu vorgeworfen.

Foto: Henning Kaiser (dpa)

Wuppertal.   Der vorbestrafte Sven L. gesteht: Er habe sich den Namen „Scharia-Polizei“ ausgedacht. Warnungen seiner Verbündeten ignorierte der Islamist.

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Ex-Islamistenführer Sven L. hat vor Gericht zugegeben, dass der Name „Scharia-Polizei“ für den Auftritt von Islamisten in Wuppertal auf ihn zurückgeht. Um sich nicht strafbar zu machen, habe er die englische Variante „Shariah Police“ auf Warnwesten drucken lassen, sagte der 38-jährige am Freitag als Zeuge im Prozess am Wuppertaler Landgericht. „Ich bin von Karnevalskostümierungen ausgegangen, da steht ja auch mal „Police“ drauf und es ist nicht strafbar“, sagte L.

Einige der Angeklagten hätten ihn vor dem Benutzen des Namens Scharia-Polizei gewarnt, der sei doch sehr gewagt. Auf die Frage des Richters, warum er ihn dennoch gewählt habe, sagte L.: „Selbstüberschätzung“.

Zeuge hat Haftstrafe inzwischen abgesessen

Dass der Auftritt Angst auslösen könnte, „darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Erst danach, als die große Aufmerksamkeit kam“, sagte L. der wegen anderer Machenschaften als Terrorunterstützer zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war und die Strafe inzwischen verbüßt hat. „Ich war überwältigt, was passiert ist.“

Vor fünf Jahren waren Islamisten unangemeldet und in Warnwesten mit dem Aufdruck „Shariah Police“ nachts durch Wuppertal gezogen. Das hatte bundesweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Ihnen wird deswegen ein Verstoß gegen das Uniformverbot oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Der Prozess war als Neuauflage vom Bundesgerichtshof angeordnet worden, der die Freisprüche für die sieben Angeklagten aufgehoben hatte. Das Verfahren gegen Sven L. war wegen der schwerwiegenderen Vorwürfe der Terrorhilfe eingestellt worden. (dpa)

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