Warnstreik

Streik in NRW: An Dortmunder Schulen fällt Unterricht aus

Flächendeckender Warnstreik: Busse und Bahnen bleiben stehen

Pendler brauchen am Dienstag starke Nerven: Verdi hat zu einem bundesweiten Streik im Nahverkehr aufgerufen. Der Zugverkehr ist nicht betroffen.

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Düsseldorf.  Am Dienstag streikten Beschäftigte im Nahverkehr. Am Freitag fällt an Dortmunder Schulen Unterricht aus - das Reinigungspersonal streikt.

  • Streik in NRW: Am Freitag fällt in vielen Dortmunder Schulen der Unterricht aus: Die Gewerkschaft Verdi hat das Reinigungspersonal zum Streik aufgerufen. Da die Räume und Tische in Zeiten der Corona-Pandemie am Donnerstag nicht desinfiziert wurden, fällt der Unterricht aus.
  • Nach dem Warnstreik im öffentlichen Dienst am Dienstag hatte die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch zum Streik in Gesundheitswesen in NRW aufgerufen: So legten in mehreren Kliniken Mitarbeiter die Arbeit nieder. Notdienste waren sichergestellt.
  • Streik in NRW: Am Dienstag mussten Berufspendler und Schüler im strömenden Regen ohne Bus und Bahn an Arbeitsplätze und Schulen kommen. Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr war aus Sicht der Gewerkschaften ein voller Erfolg: In vielen Städten fuhr kein Bus und keine Bahn. Die Straßen waren voll.
  • Streik in NRW: Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent - mindestens 150 Euro - und eine Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Auch soll es eine Pflegezulage von 300 Euro geben.

In vielen Dortmunder Schulen fällt am Freitag der Unterricht aus. Die Gewerkschaft Verdi hatte bereits die ganze Woche zu Streiks in NRW aufgerufen. In Dortmund sind am Freitag Teile des Reinigungspersonals dem Aufruf gefolgt, sodass die Räume nicht desinfiziert wurden. Für viele Schüler fällt damit der Unterricht am Freitag aus. Betroffen von dem Streik der Reinigungskräfte sind unter anderem folgende Schulen: das Phoenix-Gymnasium, die Anne-Frank-Gesamtschule, die Johann-Gutenberg-Realschule und die Lieberfeld-Grundschule. Am Montag allerdings soll der Unterricht wieder nach Plan stattfinden.

Das Phoenix-Gymnasium informierte Lehrer und Schüler auf der Homepage: „Aufgrund eines Streiks der Reinigungskräfte am 1. Oktober können wir die geforderten Corona-Hygienestandards am Freitag, 2. Oktober für unsere Schülerinnen und Schüler sowie unsere Lehrkräfte nicht gewährleisten. Unsere Schülerinnen und Schüler werden deshalb am Freitag, 2.10 mit Aufgaben, z. B. über den classroom beschult, Eine Notbetreuung kann aus demselben Grund ebenfalls nicht stattfinden. Am Montag, 5. Oktober findet dann wieder Präsenzunterricht nach Plan statt.

Streik in NRW: An vielen Dortmunder Schulen fällt der Unterricht aus

In mehreren Kliniken in Nordrhein-Westfalen hatten Beschäftigte am Mittwochmorgen die Arbeit niedergelegt. Für die Patienten war das medizinisch Notwendige absolut abgesichert, erklärte eine Verdi-Sprecherin. Einen Regelbetrieb gab es aber nicht. Die Gewerkschaft hatte zu dem Warnstreik im Gesundheitswesen aufgerufen, um in der aktuellen Tarifrunde des öffentlichen Dienstes Druck zu machen.

Streik in NRW: Notdienste in Kliniken seien sichergestellt

In NRW waren die kommunalen Kliniken unter anderem in Dortmund, Köln und Ostwestfalen betroffen sowie die psychiatrischen Kliniken der Landschaftsverbände.

Verdi fordert für 2,3 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent - mindestens 150 Euro - und eine Anhebung der Azubi-Vergütung um 100 Euro. Zudem solle es eine Pflegezulage von 300 Euro geben, eine bessere Bezahlung im Öffentlichen Gesundheitsdienst und eine Begrenzung der Arbeitszeit im Rettungsdienst auf 45 Wochenstunden.

Hier wurde in NRW am Mittwoch gestreikt:

Am Dienstag ging nichts mehr: Der Warnstreik von Verdi hat den öffentlichen Nahverkehr in vielen Städten Nordrhein-Westfalens vollständig stillgelegt. „Rund 12.000 Streikende sind im Ausstand, viele Betriebshöfe sind dicht“, sagte Verdi-Sprecher Tjark Sauer am Dienstag in Düsseldorf. In einigen Städten fuhren wenige überfüllte Busse nach Sonderfahrplan, doch darauf hatte man vielerorts wegen der Corona-Pandemie verzichtet.

Streik in NRW: „Bei uns fährt nichts“

„Bei uns fährt nichts“, sagte Rheinbahn-Sprecher Thomas Kötter in Düsseldorf am Dienstag. „Alle Busse und Bahnen sind im Depot. Aus Gründen des Corona-Schutzes haben wir auf einen Sonderfahrplan verzichtet.“ Die Rheinbahn befördert werktags normalerweise 745.000 Fahrgäste in der Region.

Weil bei regnerischem Wetter in Nordrhein-Westfalen offenbar viele auf das eigene Auto umstiegen, staute sich besonders in den Städten der Verkehr. Auf den Autobahnen sei die Situation aber nicht außergewöhnlich gewesen, sagte ein Sprecher von Straßen NRW. Laut WDR-Verkehrsstudio summierten sich die Blechschlangen im morgendlichen Berufsverkehr auf 167 Kilometer Länge.

Streik in NRW: Diese Städte waren am Dienstag betroffen

Die Kölner Verkehrsbetriebe erklärten, dass bis Mittwoch 3.00 Uhr keine Stadtbahnen fahren. Im Busverkehr würden nur Subunternehmer einige Fahrten anbieten. „Die Streikmaßnahmen werden den Nahverkehr in Dortmund komplett stilllegen“, hatte das Dortmunder Verkehrsunternehmen DSW21 bereits im Vorfeld gewarnt.

Verdi verlangt bundesweit einheitliche Regelungen beim Ausgleich von Überstunden und den Zulagen für Schichtdienste. Auf Länderebene wird zudem laut Verdi über Verbesserungen bei Arbeitszeitregelungen und der Eingruppierung verhandelt.

Auf einer Streikversammlung in Düsseldorf sagte Verdi-Chef Frank Werneke: „Angesichts 15.000 fehlender Stellen im öffentlichen Personennahverkehr und krankmachender Arbeitsbedingungen ist es völlig unverständlich, dass die Arbeitgeber bundesweite Tarifverhandlungen ablehnen. Mit diesem Verhalten haben sie Streiks provoziert.“ (dpa)

+++ In diesen Städten gibt es am Donnerstag Auswirkungen +++

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