Staatsanwalt will sich mit Mülheimer Legionellen-Fall befassen

Mülheim.   Die Duisburger Staatsanwaltschaft will sich mit dem Legionellen-Ausbruch am Evangelischen Krankenhaus in Mülheim beschäftigen. „Die Medienberichterstattung über die Vorfälle (...) gibt (...) in jedem Fall Anlass, die Einleitung eines entsprechenden Ermittlungsverfahrens von Amts wegen zu prüfen“, heißt es auf eine Anfrage der WAZ. Drei Tage, nachdem der Vorfall publik wurde, wird die Kritik an der Informationspolitik von Klinik, Stadt und NRW-Gesundheitsministerium zudem immer lauter.

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Die Duisburger Staatsanwaltschaft will sich mit dem Legionellen-Ausbruch am Evangelischen Krankenhaus in Mülheim beschäftigen. „Die Medienberichterstattung über die Vorfälle (...) gibt (...) in jedem Fall Anlass, die Einleitung eines entsprechenden Ermittlungsverfahrens von Amts wegen zu prüfen“, heißt es auf eine Anfrage der WAZ. Drei Tage, nachdem der Vorfall publik wurde, wird die Kritik an der Informationspolitik von Klinik, Stadt und NRW-Gesundheitsministerium zudem immer lauter.

„Der Fall wirft Fragen auf“, erklärte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Es sei etwa völlig unklar, seit wann es im Haus Legionellen gab. Krankenhausträger, Behörden und Ministerium hätten es einen ganzen Monat lang versäumt, die Öffentlichkeit zu informieren. „Vor Salmonellen in Eiern wird kurzfristig gewarnt“, so Brysch, „bei Legionellen in Krankenhäusern ist dies offensichtlich nicht der Fall. Hier stimmt etwas nicht mit dem Meldesystem.“

Das Gesundheitsministerium erklärte am Montagabend, dass die Informationspolitik von Krankenhaus und städtischer Behörde nicht zu beanstanden sei, weil sich der Legionellen-Ausbruch, nach vorliegenden Informationen, allein auf das Krankenhaus beschränkt habe. Um zu bewerten, ob das Krankenhaus seinen Verpflichtungen zur Hygiene entsprochen habe, sei es zu früh. Man warte noch auf einen abschließenden Bericht des Mülheimer Gesundheitsamtes. Vier Patienten mit schweren Grunderkrankungen und einer Legionellen-Infektion waren gestorben. Die Staatsanwaltschaft müsse die genauen Todesursachen schnell klären, fordert Brysch: „Die Angehörigen haben ein Recht auf Gewissheit. Die Krankenhauspatienten und die Öffentlichkeit haben Anspruch auf zeitnahe Information.“

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