Cranger Kirmesplatz

Weihnachtskirmes soll 150.000 Besucher nach Crange locken

Sebastian Küchenmeister will seinen  „Konga“ auf die Winterkirmes nach Crange mitbringen

Foto: Fahrgeschäft Konga

Sebastian Küchenmeister will seinen „Konga“ auf die Winterkirmes nach Crange mitbringen Foto: Fahrgeschäft Konga

Herne.   In Crange soll eine Winterkirmes mit Weihnachtsmarkt, Eisfläche, Märchenwald und Showprogramm entstehen. Die Stadt Herne reagiert skeptisch.

Der Schausteller Sebastian Küchenmeister hat der Politik am Dienstag seine Pläne für die Cranger Weihnachtskirmes vorgestellt. Der 31-Jährige will auf dem Cranger Kirmesplatz einen Freizeitpark mit Weihnachtsmarkt, Fahrgeschäften, Eisbahn, Märchenwald und Show-Programm errichten. Die Stadt reagiert skeptisch: Die Belastung für die Anwohner könnte zu groß sein, sagte Ordnungsdezernent Johannes Chudziak.

Eine Million Euro sollen in die „Weihnachtswunderwelt“ investiert werden, sagte Dominik Hertrich, Marketingleiter der Cranger Weihnachtskirmes GmbH, in der Bezirksvertretung Wanne. Dafür wolle das Unternehmen eine Erlebniswelt für die ganze Familie aufbauen, die es in Deutschland in dieser Dimension noch nicht gebe. Zum Showprogramm beispielsweise sollen täglich zwei kostenlose Weihnachtsmusicals gehören, die auf einer Bühne präsentiert werden, außerdem Weihnachtsparaden auf dem Platz. Nicht zuletzt ist – ebenfalls bei freiem Eintritt – unter anderem eine große Eisskulpturen-Ausstellung geplant.

Geöffnet vom 22. November bis 31. Dezember

Geöffnet werden soll die Weihnachtskirmes in diesem Jahr vom 22. November bis 31. Dezember. Geplante Öffnungszeiten sind von 14 Uhr in der Woche und am Wochenende von 12 bis 22 Uhr. Um das Ganze stemmen zu können, brauche die Gesellschaft einen Fünf-Jahres-Vertrag mit einer Option auf drei weitere Jahre, so Marketing-Chef Hertrich. Im ersten Jahr rechnet der Veranstalter mit 150 000 Besuchern von Nah und Fern.

Der städtische Ordnungsdezernent Chudziak nennt das Konzept gelungen. Allein: „Die stetige Geräuschkulisse kann ein Thema sein“, sagte er. Auch könnte eine Weihnachtskirmes dem Handel und anderen Weihnachtsmärkten schaden.

Musik soll nur im Hintergrund laufen

Kritik übte eine Anwohnerin. Schon zur Cranger Kirmes sei es zu laut, Vorgärten würden vermüllt oder zum öffentlichen Pissoir. Hertrich kündigte an, genügend Toiletten und eine funktionierende Müllentsorgung bereit zu stellen. Weihnachtsmusik solle nur im Hintergrund, zentral geregelt, laufen. Überhaupt: Party-Publikum, so Küchenmeister, der auf der Cranger Kirmes das Fahrgeschäft Konga, betreibt, sei nicht das Zielpublikum, und einen Party-Charakter soll die Kirmes gar nicht haben. Er kündigte an, mit den Anwohner über ihre Sorgen zu reden.

Der SPD-Bezirksverordnete Frank Salzmann sprach in der Sitzung von einer „Riesenchance für Herne“. CDU-Bezirksfraktions-Chef Frank Droste fragte nach, ob die Kirmes auch um 21 Uhr schließen könnte. „Wir sind zur Diskussion bereit“, entgegnete Hertrich. Die Politik soll am 13. März im Immobilienausschuss über die Pläne abstimmen, so Chudziak. Später darf es nicht werden, sagt Küchenmeister, sonst sei es schwierig, in diesem Jahr noch zu starten.

Albert Ritter: Realisierung wäre sensationell

Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, nennt die Pläne „hochinteressant“. Würden sie realisiert, wäre das „sensationell“: Herne hätte in Deutschland ein Alleinstellungsmerkmal, nur in London noch gebe es eine solche Weihnachtskirmes. Er fordert aber: „Die Cranger Kirmes darf nicht geschädigt werden.“

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