Pilzfund

Sammler findet einen Riesen-Pilz in Langenberger Wald

Präsentiert dem Fotografen ein wahrhaft monströses Exemplar von „Clitocybe nebularis“, dem „Nebelgrauen Trichterling“: der Langenberger Pilzsammler Miguel Maiza.

Foto: Ulrich Bangert

Präsentiert dem Fotografen ein wahrhaft monströses Exemplar von „Clitocybe nebularis“, dem „Nebelgrauen Trichterling“: der Langenberger Pilzsammler Miguel Maiza. Foto: Ulrich Bangert

Langenberg.   Miguel Maiza hat einen ungewöhnlichen Pilzfund im Langenberger Wald gemacht. Hat der Sammler vielleicht eine neue Varietät entdeckt?

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„Zuerst dachte ich, da liegt eine Mütze – eine Baskenmütze.“ Doch was Miguel Maiza wirklich entdeckt hatte, als er am vergangenen Sonntag wieder einmal durch den Wald auf dem Hordtberg wanderte, verschlug dem 51-Jährigen dann doch die Sprache: unter einer dünnen Schneeschicht fand er ein riesengroßes Exemplar eines „Nebelgrauen Trichterlings“, eines Speisepilzes mit dem botanischen Namen „Clitocybe nebularis“. Mittlerweile ist der Langenberger sich da allerdings gar nicht mehr so sicher – und hält es inzwischen sogar für möglich, eine viel bedeutendere Entdeckung gemacht zu haben.

„Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit Pilzen“, erzählt der gebürtige Spanier. Und natürlich habe er beim Pilzsuchen – auch in Langenbergs Wäldern – schon manchen Nebelgrauen Trichterling gefunden. „Aber deren Hut hat einen Durchmesser von höchstens 20 Zentimetern – bei dem, den ich jetzt fand, ist der Hut 33 Zentimeter groß!“

Speisepilz wird auch Nebel- oder Graukappe genannt

Aufgewachsen in Pamplona, in der baskischen Provinz Navarra, hat sich Miguel Maiza schon in der Kindheit mit Pilzen beschäftigt. „Bei uns lernen die Kinder schon in der Schule, die verschiedenen Pilzarten zu bestimmen, die giftigen von den ungiftigen zu unterscheiden“, erzählt der Künstler und Musiker. Sogar einen richtigen Wettbewerb unter den Schulen gebe es in der Pilzsaison, wer wohl die schönsten, meisten und größten Exemplare sammle.

Doch ein so großes Exemplar des Trichterlings, auch Nebel- oder Graukappe genannt, sei ihm noch nie zu Gesicht gekommen. Und auch die Form, die ausgeprägten zwölf Wülste, die der Pilz an seinem Rand ausgebildet habe, seien ausgesprochen ungewöhnlich.

Dass es tatsächlich ein Trichterling ist – daran bestand für Maiza eigentlich kein Zweifel. „Sehen Sie hier: die Lamellen reichen bis zum Stiel des Pilzes hinunter. Daran ist er gut vom giftigen ‘Riesen Rötling’ zu unterscheiden, der zwar sehr ähnlich aussieht, dessen Lamellen aber scharf gegen den Pilzstiel abgegrenzt sind“, erläutert der Experte, wie er den Pilz bestimmte.

Pilz stammt aus der Familie der „Ritterlingsverwandten“

Drei Tage lang hat der 51-Jährige sich nun schon Gedanken darüber gemacht, wie es zu diesem Riesenwuchs des intensiv riechenden Speisepilzes kommen konnte. „Vielleicht hängt es ja mit einem Überangebot an Regenwasser zusammen, das der Pilz in seinem Hut aufgenommen hat“, vermutet Maiza als eine Erklärung.

Ganz ausschließen will er aber auch eine andere nicht: Dass er nämlich tatsächlich gar keinen „Clitocybe nebularis“, sondern eine Varietät dieses Pilzes aus der Familie der „Ritterlingsverwandten“ entdeckt hat – also eine neue, bislang völlig unbekannte Pilzart.

Doch diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, fehlen dem Langenberger leider die wissenschaftlichen Möglichkeiten. Denn: „Das könnte man nur zweifelsfrei feststellen, wenn man die Sporen dieses Pilzes mikroskopisch untersucht“, erklärt der Pilzkenner.

Nun hofft der Finder auf Hilfe von einem Mykologen

Und bevor er den Riesenpilz zubereitet und isst – denn dazu hat er ihn schließlich gesammelt – hofft Maiza nun, dass sich auf den WAZ-Bericht hin eventuell ein Mykologe, ein Pilzforscher bei ihm meldet ( 0157/85 34 82 37). Und – wer weiß: Vielleicht gibt es ja dann bald in der Mykologie tatsächlich einen „Clitocybe Maizaris“.

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