Hochsommer-Wetter

Von 36 auf 20 Grad – Temperatur-Sturz zu Wochenbeginn

Erfrischend! Am Sonntag wird es auch in NRW noch mal richtig heiß. Zum Wochenbeginn wird es dann etwas kühler – „nur“ 20 Grad am Dienstag.

Erfrischend! Am Sonntag wird es auch in NRW noch mal richtig heiß. Zum Wochenbeginn wird es dann etwas kühler – „nur“ 20 Grad am Dienstag.

Foto: Jens Büttner / dpa

Essen.  Sonne satt in NRW: Der DWD rechnet am Sonntag erneut mit bis zu 36 Grad. Die neue Woche startet dann deutlich kühler. Die Aussichten.

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Das hochsommerliche Wetter hat NRW weiter fest im Griff. Der Deutsche Wetterdienst in Essen rechnet mit bis zu 36 Grad am Sonntag. Bei strahlendem Sonnenschein steigt jedoch auch die Belastung durch UV-Strahlen. „Am Mittag und Nachmittag sollte niemand ohne Sonnenschutz nach draußen gehen“, sagte eine Meteorologin des DWD am Samstag. UV-Strahlung erhöht das Risiko von Hautkrebs.

Nur am nördlichen Niederrhein wird es nicht ganz so heiß

Die Nacht zu Sonntag bot teils tropische Verhältnisse. Dann liegen die Tiefstwerte der Expertin zufolge bei 20 bis 22 Grad. Auch am Sonntag ist im Land Schwitzen angesagt. Lediglich am nördlichen Niederrhein wird es nicht ganz so heiß: Dort wird es den Prognosen nach aber immer noch 31 Grad.

Ab Sonntagnachmittag sollen Wolken dann wieder die Sonne bedecken, zunächst im Münsterland, am Abend dann in ganz NRW.

Der Juli kommt, aber die Hitze ist ab Montag erstmal vorbei. Für die erste Juliwoche sei in Nordrhein-Westfalen mit Höchsttemperaturen von etwa 24 Grad bei geringer Bewölkung zu rechnen, sagte am Sonntag ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes in Essen. Die Nächte bringen demnach wieder deutliche Abkühlung auf 16 bis 4 Grad. Regen sei nicht in Sicht. So bleibe es voraussichtlich die ganze Woche.

38,6 Grad in Brandenburg am Mittwoch – nie war es heißer im Juni

Auf einem breiten Streifen von Ostdeutschland bis ins Rhein-Main-Gebiet und den Oberrhein kann es am Sonntag den Prognosen zufolge noch mal bis zu 39 Grad heiß werden. Der Mittwoch hatte Deutschland derweil einen neuen Temperaturrekord für Juni beschert: Im brandenburgischen Coschen an der deutsch-polnischen Grenze wurden nach vorläufigen Angaben um 14.50 Uhr satte 38,6 Grad gemessen. Nie war es laut Deutschem Wetterdienst in einem Juni hierzulande heißer. Wenig später zog das sächsische Bad Muskau nach. Dort wurden um 16.20 Uhr ebenfalls 38,6 Grad gemessen, auch dieser Wert gilt noch als vorläufig.

Den bisherigen Juni-Höchstwert hatten Meteorologen 1947 mit 38,5 Grad im baden-württembergischen Bühlertal erfasst. In mehreren Bundesländern gab es außerdem regionale Juni-Rekorde.

Die Hitzewelle, die für die heiße Luft aus der Sahara verantwortlich ist, erreichte damit ihren vorläufigen Höhepunkt - der Temperaturrekord in Deutschland werde damit aber voraussichtlich nicht gefährdet, sagte Meteorologe Sebastian Schappert. Der liegt bei 40,3 Grad, aufgestellt in Kitzingen im August 2015.

Düsseldorf war am Dienstag der heißeste Ort in Deutschland

NRW hatte seinen vorläufigen Hitze-Höhepunkt bereits am Dienstag erreicht: Am Düsseldorfer Flughafen maß der Deutsche Wetterdienst am Nachmittag die bundesweit höchste Temperatur. Nach vorläufigen Zahlen wurden an der Messstation 36,8 Grad registriert. Dies bedeute einen neuen Stationsrekord für Juni, sagte DWD-Meteorologe Erwin Hafenrichter. Der bisherige Höchstwert lag bei 35,2 Grad.

35,9 Grad in Duisburg – und Rekordwert für Juni in Werl

Sehr warm wurde es am Dienstag auch in Duisburg. Dort wurden nach vorläufigen Zahlen 35,9 Grad registriert. Die Station blieb damit aber unter ihrem Juni-Höchstwert. Überschritten wurde der Juni-Spitzenwert aber in Werl (Kreis Soest): 35,0 Grad wurden dort gemessen. Der bisherige Juni-Rekord lag dort bei 33,8 Grad.

Die höchsten jemals in einem Juni in NRW gemessenen Werte: In Herten im Kreis Recklinghausen hatte das Thermometer im Juni 2002 genau 38,3 Grad gezeigt. 1947 war es an Messstationen in Köln und Bonn jeweils 37,9 Grad warm.

Sportmediziner rät von Sport im Freien bei Hitze ab

Hobbysportler sollten bei den hohen Temperaturen auf Sport im Freien verzichten. Dies hat der Münsteraner Sportmediziner Stefan-Martin Brand am Dienstag empfohlen. Laufen im Freien sollten nur Menschen, „die wirklich fit sind und die wissen, auf was sie sich einlassen, wenn man das bei 36 Grad durchzieht“, betonte Brand einer Mitteilung der Uniklinik zufolge.

In der Regel brauche der Körper rund 14 Tage, bis er sich an solche Außentemperaturen angepasst habe. „Also wenn es nicht unbedingt sein muss: Bitte das Laufen auf nächste Woche schieben.“

Ärzte appellieren: Sonnenschutz nicht vergessen!

Kinderärzte haben an Eltern appelliert, auf einen konsequenten Sonnenschutz bei ihren Kindern zu achten. Das Sonnenschutzmittel sollte einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 haben, berichtete der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Dienstag in Köln.

Insbesondere die „Sonnenterrassen“ müssten gründlich eingecremt werden: Nase, Ohren, Füße, Schultern. Als Kopfbedeckung empfahl der Verband Kappen mit Nackenschutz. Ansonsten sollen Kinder möglichst luftige Kleidung tragen, die auch Arme und Beine bedeckt. Säuglinge und Kleinkinder sollten sich nur im Schatten aufhalten und auch im Planschbecken Kappe und T-Shirt tragen.

Kinder nicht zum Essen zwingen

Die Kinder sollen zudem mindestens doppelt so viel trinken als sonst. Als Speisen seien etwa Salate, fettarme Joghurts oder Quarkspeisen geeignet. „Viele Kinder haben bei Hitze keinen Appetit. Zwingen Sie sie nicht zum Essen“, mahnte der Verband.

Kinder litten besonders unter der aktuellen Hitzewelle. „Sonnenbrände und hitzebedingte Schwächeanfälle sind zur Zeit häufige Vorstellungsgründe in der Kinder- und Jugendarztpraxis“, erklärte BVKJ-Pressesprecher Josef Kahl.

In vielen Teilen Nordrhein-Westfalens hatten die Menschen am Montag eine der bislang wärmsten Nächte des Jahres hinter sich. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vom Montagmorgen gab es in einigen Städten, zum Beispiel in Köln oder Duisburg, sogar sogenannte tropische Nächte – also Temperaturen von mindestens 20 Grad in der ganzen Nacht.

Volle Freibäder am Wochenende

Am vergangenen Wochenende (22. und 23. Juni) suchten bereits viele Menschen im Land Erfrischung in Strand- und Freibädern. Der Kruppsee in Duisburg-Rheinhausen meldete Sonntag Hunderte Badegäste, die sich in die 22 Grad kühlen Fluten stürzten oder am Sandstrand aalten. Alternativ gibt es auch ein Schwimmbecken.

Auch im Naturfreibad „Goch Ness“, einem ehemaligen Baggerloch im niederrheinischen Goch, tummelten sich einer Sprecherin zufolge am Sonntag viele Schwimmer und Badende. Dort betrug die Wassertemperatur 20 Grad. Schatten spendeten Schirme und Bäume.

Stadt Dortmund schließt Tierheim für Besucher wegen Hitze

Wegen der erwarteten Hitze haben mehrere Tierheime im Land angekündigt, in den kommenden Tagen für Besucher zu schließen. Für die Tiere seien die öffentlichen Besuchszeiten oft besonders aufregend, hieß es etwa in einer Mitteilung des Tierheims Dortmund. Auch die Tierheime in Bochum und Moers sagten die regulären Besuchszeiten ab.

In Griechenland erreichten die Temperaturen am Wochenende örtlich bis zu 40 Grad. Auf der Halbinsel Lagonisi bei Athen brach ein großer Brand aus. Der Brandherd liegt nahe einer Wohngegend, etliche Häuser wurden evakuiert, wie der griechische Nachrichtensender Skai berichtete. Löschfahrzeuge, Löschflugzeuge und Hubschrauber seien im Einsatz. Menschen kamen demnach nicht zu Schaden. Ein Mann soll das Feuer versehentlich verursacht haben. Insgesamt zählte die griechische Feuerwehr von Freitag auf Samstag (21. und 22. Juni) mehr als 100 Löscheinsätze im von sommerlichen Waldbränden geplagten Land.

Heftige Unwetter in Norditalien und in Teilen der Schweiz

Dagegen wurden der Westen der Schweiz und Norditalien von heftigen Unwettern und Überschwemmungen heimgesucht. Im Schweizer Kanton Neuenburg trat in der Nacht zum Samstag ein Bach zwischen Dombresson und Villiers über die Ufer und trug Dutzende Autos davon. Mehrere Menschen waren in ihren Auto gefangen und mussten aus den im Bachbett liegenden Fahrzeugen geborgen werden. Nach Angaben der Polizei wurden vier Menschen verletzt, einer davon schwer. In Dombresson standen Straßen mehr als einen Meter unter Wasser, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein Video zeigt, wie sich die wilden Wassermassen ihren Weg durch zahlreiche Ortschaften bahnten.

Im italienischen Turin gingen am Freitagabend Hagel und Starkregen nieder. Nach Medienberichten starb ein 65-Jähriger in der Umgebung der Stadt. Videos zeigen, wie ein weißer Strom aus Hagel und Wasser eine Straße hinunter floss. Am Samstag traf es dann Mailand: Straßen standen nach starken Gewittern unter Wasser, wie italienische Medien berichteten. In Süditalien sollte es hingegen laut dem Wetterdienst 3b Meteo bis zu 40 Grad heiß werden.

Der italienische Bauernverband Coldiretti teilte mit, es sei in diesem Jahr bereits 124 Mal zu starkem Hagel gekommen. Das seien 88 Prozent mehr Fälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. (red/dpa)

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