Sabine

Ruhrgebiet: Am nächsten Wochenende droht wieder Sturm

Tornado-Gefahr in Deutschland wird oft unterschätzt

Tornados kommen in Deutschland überall gleich häufig vor. Obwohl sie teilweise große Schäden anrichten, wird die Gefahr hierzulande unterschätzt.

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Ruhrgebiet.  Feuerwehren kämpfen am Dienstag mit den Nachwehen von Sturm Sabine. Kriminelle nutzen ihn für ihre Zwecke. Und zum Wochenende stürmt es wieder.

Der Sturm Sabine war noch zugange, da schellten bei einem 85-Jährigen in Bochum schon die bösen Buben. Sie gaben sich als Dachdecker aus, die einen Sturmschaden entdeckt haben wollten; doch als sie weg waren, fehlten dem alten Mann die Ziegel weiterhin und eine Geldkassette zusätzlich. Die Masche ist alt, guter Rat auch, aber man kann ihn nur wiederholen. Mit den Worten der Polizei: „Wenn Handwerker unangekündigt klingeln und ihre Hilfe anbieten, ist grundsätzlich Vorsicht geboten.“

Sabine ist weg, selbst die Nachwehen verabschiedeten sich am Dienstagmittag aus NRW. Nach einer Nacht, die viele Menschen als stürmischer empfanden als die auf Montag. Der Grund: Der Wind war zwar deutlich langsamer unterwegs, aber von mehr Regen, Graupel und Hagel begleitet. Was vom Sturme übrig blieb.

Warnung vor dem Betreten der Wälder gilt weiterhin

Während der Bahnverkehr am Dienstag wieder normal lief, von einzelnen Zugausfällen abgesehen, hatten die Feuerwehren hier und da noch immer mit umgestürzten Bäumen zu tun, vor allem im Sauerland. Wie es in den Wäldern aussieht, ist noch unklar. Aufrecht erhalten bleibt die Warnung, Spaziergänger und Sportler sollten zunächst nicht in die Wälder gehen, da Bäume noch im Nachhinein umstürzen oder Äste abbrechen können. Und das ist lebensgefährlich.

Mehrere Revierstädte sagten aus Furcht vor starken Böen die Märkte für Dienstag ab, etwa Herne und Herten. Andernorts wie in Bochum fielen sie deutlich kleiner aus, blieben die Händler von selber weg.

„Es gab zum Beispiel kein einziges herumfliegendes Trampolin“

Die Feuerwehren im Kreis Wesel wollen festgestellt haben, dass die Leute sich besser auf Sturm vorbereiten als früher und gewissenhafter aufräumen, bevor er kommt. Zahlreiche kleinere Einsätze seien weggefallen, sagt Udo Walbrodt, der Leiter der Feuerwache Dinslaken: „Es gab zum Beispiel kein einziges herumfliegendes Trampolin.“ Auch Markisen, Spielgeräte und Gartenstühle habe man nicht einfangen müssen.

Dafür einen Mann vom Dach holen: Der war beim Windgeschwindigkeit 100 aufs Dach gestiegen, um etwas zu reparieren, aber natürlich blies der Wind die Leiter um. Da niemand sie wieder aufrichten konnte im Sturm, saß der Mann auf dem Dach, bis die Feuerwehr kam.

In den nächsten Tagen wird es mit gebremstem Wind weitergehen und deutlich stürmischer zum Sonntag hin. „Auch, wenn wir noch nicht absehen können, wie stark es wird“, sagt der Meteorologe Daniel Tüns vom Deutschen Wetterdienst in Essen.

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