Utrecht

Schießerei in Utrecht: Verstärkte Polizeipräsenz in ganz NRW

An der Ausfahrt Gelsenkirchen-Schalke kontrollierte die Polizei den Verkehr, der aus Richtung Duisburg von der A42 abfährt.

An der Ausfahrt Gelsenkirchen-Schalke kontrollierte die Polizei den Verkehr, der aus Richtung Duisburg von der A42 abfährt.

Foto: Jörg Schimmel

Essen.   Nach den Schüssen von Utrecht hat die Polizei in NRW am Montag ihre Präsenz verstärkt. Den landesweiten Einsatz koordinierte das Präsidium Essen.

Nach den Schüssen in Utrecht mit Toten und Verletzten hat die Polizei am Montag auch in NRW ihre Präsenz bis zum Abend verstärkt, um eine mögliche Einreise des Gesuchten ins Bundesgebiet zu verhindern. Am Abend war der mutmaßliche Täter Gökmen Tanis (37) nach Angaben der niederländischen Polizei in Utrecht festgenommen worden.

Den Tag über hatte die Polizei ihre Präsenz in ganz NRW verstärkt. Der landesweite Einsatz wurde vom Polizeipräsidium Essen koordiniert.

Es gebe aber keine konkreten Hinweise, dass sich der Mann in NRW aufhalte, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Montagabend in Düsseldorf. Wegen der Grenznähe sei das aber für Nordrhein-Westfalen eine besondere Situation, erklärte sie. Der Minister beauftragte das Polizeipräsidium Essen mit der landesweiten Koordination der Kontrollen.

Fokus auf Autobahnen, Bahnhöfe und Flughäfen

Die Bundespolizei bewaffnete ihre Beamten bei den Überwachungs- und Fahndungsmaßnahmen im Zusammenhang mit den Schüssen von Utrecht über das normale Maß hinaus. „Das ist für die Kollegen eine besondere Lage“, sagte ein Behördensprecher in Kleve. Bei der Bundespolizei in Kleve waren alle verfügbaren Kräfte im Einsatz. Es gelte zu verhindern, dass „diese Person oder diese Personen unkontrolliert nach Deutschland einreisen“, sagte ein Sprecher.

Ein Schwerpunkt der Überwachungs- und Fahndungsmaßnahmen war die Autobahn 3. Nach Angaben eines Sprechers der Essener Polizei standen neben Autobahnen auch Bahnhöfe und Flughäfen im Fokus. Die Einsatzkräfte würden verdächtige Fahrzeuge aus dem fließenden Verkehr herausziehen und überprüfen, hieß es. „Wir halten die Augen an neuralgischen Punkten auf“, sagte der Sprecher der Essener Polizei, ohne Einzelheiten nennen zu wollen.

Bewaffnete Beamte auch in Gelsenkirchen

Die Polizei überprüfte Fahrzeuge und Personen. Dabei ging der Landespolizei auch ein Mann ins Netz, der wegen eines anderen Deliktes gesucht wurde. Die Beamten überprüften in Mülheim ein niederländisches Fahrzeug, dessen Fahrer unabhängig von den Ereignissen in Utrecht zur Festnahme ausgeschrieben war.

Bewaffnete Einheiten der Polizei waren auch in Gelsenkirchen im Einsatz. Beamte mit Maschinenpistolen, Helmen und Schutzausrüstung postierten gegen 17.30 Uhr an der Ausfahrt der Autobahn 42 in Gelsenkirchen-Schalke.

Nach der Festnahme des mutmaßlichen Schützen von Utrecht in den Niederlanden erwartet die Polizei Nordrhein-Westfalens weitere Informationen zu den Fahndungsmaßnahmen von den Kollegen aus dem Nachbarland. "Wir stehen in ständigem Kontakt", sagte ein Sprecher der Polizei Essen. "Wenn noch weitere Personen mitgewirkt haben sollten, werden die Maßnahmen aufrecht erhalten", erläuterte er. Am Abend wurde ein zweiter Verdächtiger festgenommen.

Um kurz nach 21 Uhr wurde der landesweite Einsatz der Polizei offiziell beendet.

(meß/mit dpa)

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