Umweltschutz

Politiker wollen Plastikgeschirr aus Imbissbuden verbannen

In Recklinghausen wollen Politiker Einweggeschirr und Plastik aus den Imbissbuden verbannen.

In Recklinghausen wollen Politiker Einweggeschirr und Plastik aus den Imbissbuden verbannen.

Foto: Oliver Berg

Recklinghausen.   Um Müll zu vermeiden, soll es in Recklinghausen bald Pommes und Co. nicht mehr aus Plastikschalen geben. Politiker fordern ein Mehrweg-System.

Pommes aus der Plastikschale gehören zur Imbissbude wie die Zechen zum Ruhrgebiet. Umweltfreundlich ist das nicht. Aus diesem Grund wollen Politiker im Recklinghäuser Stadtrat nun ein System für Mehrweggeschirr einführen. Um Müll und Plastik zu vermeiden, sollen zum Beispiel Imbissbuden oder Bäckereien auf Einwegverpackungen für Snacks zum Mitnehmen verzichten.

Die Anregung dazu kommt von der Jungen Union in Recklinghausen. Der Vorsitzende Daniel Rabe hat sich die Idee aus Tübingen abgeschaut: Dort will die Stadt Einwegverpackungen in Imbissbuden besteuern.

Anreize für Gastronomen schaffen

Rabes Idee ist es, Plastikschalen, Nudelboxen oder Pizzakartons durch Mehrweggeschirr zu ersetzen und so den Müll zu reduzieren. Ein fertiges Konzept hat er bisher nicht. „Wie genau das umgesetzt werden kann, steht noch nicht fest, das wird heute in der Ratssitzung besprochen“, sagt Rabe. Doch nicht nur die Umsetzbarkeit wird geprüft. Man müsse auch dafür sorgen, dass die Gastronomen Anreize bekommen, „damit sich möglichst viele beteiligen wollen.“

Der Vorschlag gilt für alle Speisen auf der Hand. „Wir haben in Recklinghausen bereits einen Mehrweg-Coffee-to-go-Becher, den Vestbecher“, so Rabe. Dieses Prinzip würde er sich für andere Speisen zum Mitnehmen wünschen.

Vorschlag wird von der Stadt unterstützt

Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche findet den Vorschlag gut. Alles was dazu beiträgt, Müll zu vermeiden, will er unterstützen. Allerdings dürfte Mehrweggeschirr nicht als Pflicht für Gaststätten und Imbissbuden eingeführt werden. Der Bürgermeister setzt auf Kooperation mit den Gastronomen.

„Da gilt es sicherlich viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Weil es ein System wäre, wie auch immer es aussehen wird, das völliges Neuland ist.“ Das müsse sich beim Verbraucher genauso durchsetzen wie bei den Gastronomen. „Aber da bin ich optimistisch, denn wir beobachten ja sehr, dass vor allem die jungen Leute viel sensibler mit solchen Themen umgehen“, so Tesche.

Hygiene könnte ein Problem werden

Zwei oder drei Testbetriebe könnten den Vorschlag in einer ersten Phase dann testen. Für die Gastronomen ist es nun wichtig, dass ein gutes System entwickelt wird. „Natürlich sind wir immer für Nachhaltigkeitsinitiativen“, sagt Thorsten Hellwig, Sprecher des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands NRW. Trotzdem müssten einige Faktoren bedacht werden: „Im Umgang mit Lebensmitteln ist vor allem die Hygiene wichtig. Man muss sich also zum Beispiel die Frage stellen, wo und wie das Mehrweggeschirr gesäubert wird.“

Auch mögliche Kosten und zusätzlicher Aufwand dürften nicht außer Acht gelassen werden. „Sowas hört sich immer sehr gut an. Aber die Gastronomen dürfen am Ende nicht im Regen stehen gelassen werden“, so Hellwig.

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