Unwetter

Nach Blitzeinschlag war der Bahnverkehr stundenlang gestört

Der Bahnverkehr wurde nach einem Blitzeinschlag in Mülheim erheblich gestört.

Der Bahnverkehr wurde nach einem Blitzeinschlag in Mülheim erheblich gestört.

Foto: Fabian Strauch / Funke Foto services

Mülheim.   In einem Stellwerk bei Mülheim-Styrum hat am Montagmorgen ein Blitz einschlagen. Die Reparaturarbeiten zogen sich bis in die Nacht zu Dienstag.

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Mehrere Blitzeinschläge haben am Montagmorgen zu Problemen im Bahnverkehr an Rhein und Ruhr geführt. In Mülheim, Düsseldorf und auch bei Langenfeld fielen Bahn-Signale aus. In Oberhausen stürzte am späten Vormittag ein Baum auf Bahn-Gleise der Verbindung zwischen Duisburg und Wesel. Auch der Fernverkehr war betroffen.

Besonders schwer traf es Bahnpendler im Ruhrgebiet. Dort führte ein Blitzeinschlag in Mülheim/Ruhr gegen 6.15 Uhr zu weitreichenden Störungen im Bahnverkehr auf der Hauptachse der Bahn zwischen Duisburg und Dortmund. Züge wurden umgeleitet, haben deutliche Verspätung oder fallen aus.

Reparatur des Schadens ist umfangreich

Die Reparatur des Schadens sei umfangreich, erklärte ein Bahnsprecher bereits in den Morgenstunden: "Es müssen Ersatzteile für die Leit- und Signaltechnik beschafft werden". Am frühen Nachmittag gab die Bahn dann bekannt, dass sich die Arbeiten noch bis in die Abendstunden ziehen könnten, obwohl damit bereits nach dem Auftreten des Schadens mit Hochdruck begonnen worden war. Erst um 20.30 Uhr gab es Entwarnung - trotzdem mussten Bahnfahrer noch mehrere Stunden mit Teilausfällen oder Verspätungen rechnen. Erst um 3.26 Uhr gab die Bahn bekannt: "Die Züge fahren wieder auf der geplanten Strecke mit allen geplanten Halten."

Mehrere Blitzeinschläge führten laut einer Mitteilung der Bahn zu Beschädigungen der Leit- und Sicherungstechnik an allen Gleisen im Bahnhof Mülheim-Styrum sowie in Essen West. Danach mussten rund 200 Sicherungspunkte überprüft werden. Die Blitze hätten zu einer Überspannung in den Kabelwegen geführt und unter anderem sogenannte Achszähler und Kabelanlagen beschädigt. Züge fuhren dort seitdem „auf Befehl“, das heißt mit deutlich verminderter Geschwindigkeit.

Fernverkehr über Gelsenkirchen und Oberhausen umgeleitet

Der Fernverkehr wurde über Gelsenkirchen und Oberhausen umgeleitet. Auch die RE-Linien 2 und 42 wurden von Gelsenkirchen über Essen-Altenessen und Oberhausen umgeleitet. Gegen 17.30 Uhr kam es auf der Ausweichstrecke zwischen Oberhausen und Essen-Altenessen wegen eines Notarzteinsatzes zu zusätzlichen Behinderungen. Züge fuhren jeweils die nächstgelegenen Bahnhöfe an, um dort das Ende des Einsatzes abzuwarten. Davon war auch die Strecke der S2 betroffen.

Ab den Nachmittagsstunden konnten die Linien RE 1 (NRW-Express Aachen - Hamm), RE 6 (Köln/Bonn Flughafen - Neuss - Düsseldorf - Düsseldorf Flughafen - Duisburg - Essen - Dortmund - Hamm - Bielefeld - Herford - Minden) und RE 11 wieder auf dem Regelweg verkehren. Da die Züge – ebenso wie die Züge der S-Bahn-Linie S1 – manuell gesteuert werden müssen, kommt es aber noch zu Verspätungener noch zu Fahrzeitverlängerungen.

Die Linie S3 (Oberhausen - Mülheim - Hattingen) fiel zwischen Hattingen Mitte und Oberhausen Hbf aus. Für Reisende wurde ein Busersatzverkehr eingerichtet.

Am Hauptbahnhof Essen ging zeitweise nichts

Durch die Signalstörung in Mülheim war der Hauptbahnhof Essen am Montag vom Bahnverkehr so gut wie abgeschnitten. Der Fernverkehr wurde zwischen Duisburg und Dortmund über die nördliche Bahnverbindung umgeleitet. Hinter vielen Zügen stand auf den elektronischen Bahnhofstafeln daher "Fahrt fällt aus". Nur einzelne Linien verkehrten am Hauptbahnof, darunter die Abellio-Verbindung nach Hagen und die S-Bahnlinien S9 (Essen-Velbert) und S6 (Essen-Köln); letztere jedoch mit Verspätungen.

Auch der Hauptbahnhof Bochum war am Montagmorgen vom Verkehr so gut wie abgeschnitten. Nur wenige Verbindungen, die nicht über Mülheim führen, verkehrten in Bochum. Dazu gehörten die Linie RB46 (Gelsenkirchen-Bochum) und RE16 (Essen-Hagen/Iserlohn/Siegen).

Bahn rät zu Umstieg auf U-, Straßenbahn oder Bus

Neben den Verspätungen verlängerte sich die Fahrtzeit für Reisende mit Zielen an der Haupt-Bahnroute im Ruhrgebiet zum Teil erheblich. So waren die Hauptbahnhöfe Essen, Bochum und der Wattenscheider Bahnhof während der Sperrung nur per U-Bahn, Straßenbahn oder Bus zu erreichen.

Ein umgestürzter Baum störte seit dem späten Vormittag den Verkehr auf den Linien RE5 und RE19 zwischen Wesel und Oberhausen. Die Bahn kündigte am späten Vormittag "Teilausfälle" an und bat Kunden, Alternativen zur Bahn zu prüfen. Gegen 12.30 Uhr wurde mitgeteilt, die Strecke sei wieder frei, der Bahnverkehr laufe.

Signalstörung auch auf der Linie S6

Auch in Düsseldorf meldete die Bahn am Morgen eine Signalstörung, die gegen 9 Uhr als behoben gemeldet wurde. Laut Bahn waren am Morgen zwei S-Bahnen der Linie S8 in Düsseldorf-Gerresheim durch Blitzeinschlag liegen geblieben. Die Bahn organisierte Taxis und Busse für die Fahrgäste. In einem der liegengebliebenen Züge kam es nach Angaben der Feuerwehr zu einem medizinischen Notfall. Der betroffene Patient habe habe vor Ort versorgt und dann mit den anderen Fahrgästen aus dem Zug gebracht werden können.

Ein Blitzeinschlag bei Langenfeld/Rhld. führte am Morgen auch auf der S-Bahnlinie S6 (Köln-Essen) zu Problemen. Züge waren zum Teil erheblich verspätet, einige Verbindungen fielen aus, teilte die Bahn mit. Weitere Linien waren durch die Störung nicht betroffen. (dae/sk)

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