Großbaustelle A3

A3-Sanierung: 55 Stunden Vollsperrung statt wochenlang Stau

In langer Schlange stehen die Lkw auf der Großbaustelle auf der A3 zwischen den beiden A3-Kreuzen Kaiserberg und Breitscheid.

In langer Schlange stehen die Lkw auf der Großbaustelle auf der A3 zwischen den beiden A3-Kreuzen Kaiserberg und Breitscheid.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Duisburg.  Mammutprojekt abgeschlossen: Zwischen Kaiserberg und Breitscheid wurde an einem Wochenende das bisher längste Autobahn-Teilstück in NRW erneuert.

Gut acht Kilometer sind es. Vier hin, vier wieder zurück. Eigentlich nicht viel auf einer Autobahn. Es sei denn, man will dieses Stück innerhalb von 55 Stunden neu asphaltieren. Mit 300 Arbeitern verteilt auf drei Schichten und einem riesigen Konvoi von Lkw. „In dieser Größenordnung“, sagt der bei Straßen.NRW zuständige Projektleiter Erdal Zorlu, „hat es das noch nicht gegeben.“

Gesperrt ist die Autobahn 3 zwischen den Kreuzen Kaiserberg und Breitscheid in beiden Richtungen seit dem späten Freitagabend. Und trotzdem ist sie voll am frühen Samstagmorgen.

Dicht an dicht in langer Schlange stehen da Lkw in beide Fahrtrichtungen. Schwarz, Grün, weiß und rot, insgesamt 200 Zugmaschinen, die meisten von ihnen mit Thermomulden als Anhänger – großen Kippaufliegern, in denen der transportierte, zähflüssige Asphalt heiß bleibt. Und Asphalt brauchen sie reichlich an diesem Wochenende.

A3-Baustelle: Vier Fräsen rund um die Uhr im Dauereinsatz

Erst einmal aber wollen vier gewaltige Fräsen fräsen. Zwölf Zentimeter der alten Fahrbahndecke müssen auf der linken und der mittleren Spur ab – die dritte ist aus Beton und bleibt. „Hat man früher für die rechte Spur und den LKW-Verkehr so gemacht“, erklärt Zorlo. „Weil Beton da noch haltbarer war, als der damals verfügbare Asphalt.“

Zwei Fräsen fahren spurversetzt in jeder Richtung. Mit ihren gigantischen Fräszähnen an der Seite schlagen sie den Belag von der Straße. Pause wird nur gemacht, um vor Ort Wasser und Treibstoff nachzufüllen. Ansonsten transportieren die Förderbänder den Belag während der Fahrt in einen der Muldenkipper, die abwechselnd vor der Fräse rollen. Verständigt wird sich per Hupzeichen. Einmal hupen heißt stehen bleiben, zweimal hupen bedeutet weiterfahren und Platz machen für den nächsten Kipper, der dann rückwärts ans Band stößt. „Für betroffene Anwohner ist das Hupen nervend“, räumt Zorlu ein. „Aber es ist der einfachste Weg.“

Zwischen Kaiserberg und Breitscheid: Neuer Asphalt für eine Fläche von 60.000 Quadratmetern

In ein Mischwerk bringen die Trucks den alten Belag. Wenn sie zurückkommen zur Baustelle haben sie Asphalt geladen. Denn nicht weit hinter den Fräsen haben parallel schon Asphaltverleger und Walzen ihre Arbeit aufgenommen. In zwei Schichten verlegen sie auf 60.000 Quadratmetern die zähflüssige Masse. Erst kommt die Binder-, dann die Deckschicht. Am Ende verdichten die Walzen alles.

Meter um Meter geht es voran. Zorlu ist zufrieden. Monatelang haben er und sein Team geprüft, haben Umleitungsstrecken geplant, Bedarf an Maschinen und Material errechnet, haben organisiert, was es zu organisieren gab. „Wenn es los geht an der Baustelle, ist unsere Arbeit weitgehend getan“, sagt der 47-jährige Bauingenieur, während er zufrieden auf die Schlange von LKW blickt, die den Nachschub bringt. „Und dann ist man irgendwie auch ein wenig stolz, wenn alles so läuft, wie es laufen soll.“

Verkehr auf der A3 fließt seit 3 Uhr am Montagmorgen wieder normal

Sonntagmittag ist es dann gelaufen. „Asphalt verlegt“, sagt Zorlu. In der Nacht zu Montag sind noch die Fahrbahnmarkierungen angebracht worden. Seit 3 Uhr kann der Verkehr wieder fließen, wie eine Sprecherin der Autobahnpolizei bestätigte. 120.000 Autos werden dann an normalen Tagen wieder über die A3 fahren.

Es war, zieht Zorlu eine erste Bilanz, „ein echtes Mammutprojekt“. Aber es hat sich gelohnt. „Mit der Vollsperrung haben wir an einem Wochenende die Arbeit geschafft, die den Verkehr sonst mehrere Wochen behindert hätte.“

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