Studie

Länger sicher Auto fahren – wie geht das?

Koordinator Josip Jovic im umgebauten Ford Fiesta.

Koordinator Josip Jovic im umgebauten Ford Fiesta.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg.   Forscher der Uni Duisburg-Essen befassen sich mit „altersgerechten Fahrassistenzsystemen“.

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Als die Uni Duisburg-Essen vor vielleicht zehn Jahren einen Ford Fiesta kaufte, war er noch ein richtiges Auto. Dann haben sie ihn im Dienst der Forschung seziert: Motor, Lenkrad und Getriebe ausgebaut; und heute steht der Wagen im Gebäude MA auf dem Duisburger Campus und trägt den zweifelhaften Titel eines „unbeweglichen Vollfahrzeugs“.

So nennt ihn der Diplom-Ingenieur Stephan Schweig, der hier mit seinem Team alles programmiert. Als Fahrsimulator bekommt der Fiesta von Mitte Juli an richtig was zu tun: Er steht im technischen Mittelpunkt eines Forschungsvorhabens, wie ältere Leute länger Auto fahren können und dennoch sicher; sicher auch für ihre Mitmenschen.

Der Titel ist, zugegeben, etwas sperrig: Es geht um „Altersgerechte Fahrerassistenzsysteme“. Da kommt die Abkürzung schon flotter daher: Koordinator Josip Jovic spricht vom „Projekt Alfasy“. Forschungsauftrag: „Wie kann man bestehende Fahrassistenten auf die Bedürfnisse Älterer zuschneiden?“ Spurhalteassistenten und Notbremssysteme zum Beispiel, Fußgängererkennung, Einparkhilfe, Überholwarner . . .

Denn der Mensch baut ab, er kann nachtblind werden, schlechter sehen, hören, reagieren, blendempfindlich werden . . . Die mögliche Folge: Das Warnblinken des Assistenten wird übersehen, das Piepsen überhört. Und wer den Schulterblick nicht mehr hinkriegt, ist wahrscheinlich ganz dankbar für eine Anzeige, dass auf der rechten Spur schon ein anderes Auto ist. Dabei werden die Duisburger Forscher zunächst an akustischen Lösungen arbeiten.

Für die Forschungsarbeiten werden noch Probanden gesucht: Autofahrer aus den Altersgruppen über 50, über 60 und über 70, die mitmachen wollen. Dazu muss noch eine Kontrollgruppe aus 30- bis 40-Jährigen besetzt werden. Das dürfte nicht allzu schwer sein, denn wer kann schon von sich sagen, er sei mal einem „unbeweglichen Vollfahrzeug“ begegnet?

Anmeldung unter der Rufnummer 0203/379-1091 oder alfasy@uni-due.de

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