Kirchen wollen Zusammenarbeit vertiefen

Dortmund.  Evangelische und katholische Kirche in Westfalen und Lippe wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Die westfälische Präses Annette Kurschus, der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends und der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker unterzeichneten dazu den Aufruf „Ökumenisch Zukunft gestalten“ am Freitagmorgen auf dem westfälischen Lehrertag in Dortmund.

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Evangelische und katholische Kirche in Westfalen und Lippe wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Die westfälische Präses Annette Kurschus, der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends und der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker unterzeichneten dazu den Aufruf „Ökumenisch Zukunft gestalten“ am Freitagmorgen auf dem westfälischen Lehrertag in Dortmund.

Der diesjährige Lehrertag unter dem Motto „Bildung braucht Religion – Religion braucht Bildung“ wurde anlässlich des Reformationsjubiläums erstmals ökumenisch ausgerichtet. Auf Einladung der Evangelischen Kirche von Westfalen kamen rund 750 Pädagogen aller Schulformen zusammen.

Die Kirchen einigten sich darauf, künftig unter anderem beim Religionsunterricht an Schulen noch enger zu kooperieren. Altbischof Wolfgang Huber begrüßte diesen Schritt. Religionsunterricht an Schulen sei schon allein deshalb wertvoll, weil es eines der Schulfächer sei, die sich noch immer erfolgreich gegen die Instrumentalisierung der Bildung wehrten. „Der unterzeichnete Aufruf ist ein wichtiges Signal, das hoffentlich zu weiteren ökumenischen Schritten führt“, sagte der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Es freue ihn besonders, dass die Kooperation im Jubiläumsjahr der Reformation unterzeichnet wurde.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) betonte, dass sich aus der Zusammenarbeit der Kirchen neue Perspektiven für die Schulen eröffneten. „Sie erhalten dadurch die Chance, interreligiöse Kompetenz zu fördern, und vor allem ein besseres gegenseitiges Verständnis der Religionen zu erreichen.“ Religionskunde in der Schule sei ein sinn- und identitätsstiftendes Angebot für Schüler, so Gebauer. In diesem Zusammenhang kündigte sie an, auch den islamischen Religionsunterricht in NRW weiter ausbauen zu wollen.

Die jetzt in Dortmund unterzeichnete Vereinbarung ist bereits die dritte in NRW. Bereits im Januar und Juni hatten die evangelischen Landeskirchen Westfalen und Rheinland entsprechende Erklärungen mit den Bistümern Essen und Münster unterzeichnet. Die Unterzeichner empfehlen ihren Gemeinden, „das geistliche Miteinander zu intensivieren und fest im Alltag zu verankern". Neben Zusammenarbeit beim Religionsunterricht soll es mehr ökumenische Gottesdienste und gemeinsame missionarische Projekte geben.

„Gemeinsamer Weg in vielen Gemeinden längst Praxis“

Der Paderborner Erzbischof Becker betonte, man wolle mit der Erklärung „die Nachhaltigkeit des ökumenischen Handelns und des gemeinsamen Weges in die Zukunft“ ausdrücklich unterstreichen. Man bekräftige, was in zahlreichen evangelischen und katholischen Gemeinden „längst bewährte Praxis“ sei, sagte die westfälische Präses Kurschus.

Die Kirchen verpflichten sich in dem Dokument auch, den großen gesellschaftlichen Problemen gemeinsam zu begegnen. Das gelte etwa für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, den Schutz der Umwelt sowie Flucht- und Migrationsbewegungen. Intensiv fortgesetzt werden sollen demnach die Begegnung und der Austausch mit dem Judentum und das Gespräch mit Muslimen. Evangelische und katholische Kirche wollen „gemeinsam klar Position beziehen“ gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

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