Energiewirtschaft

Eon-Übernahme: Innogy-Chef fürchtet einseitigen Stellenabbau

Innogy-Finanzchef Bernhard Günther ist wieder im Dienst. Foto:Felix Heyder

Innogy-Finanzchef Bernhard Günther ist wieder im Dienst. Foto:Felix Heyder

Essen.   Am Montag will sich Innogy zur Übernahme durch Eon äußern – es ist der erste Auftritt für Finanzchef Günther seit einem Säureangriff auf ihn.

Montag früh will sich erstmals Innogy-Chef Uwe Tigges zur geplanten Zerschlagung des Essener Energiekonzerns äußern. An der telefonischen Pressekonferenz soll auch Finanzvorstand Bernhard Günther teilnehmen, wie aus der Einladung des Unternehmen hervorgeht. Der Manager war vor zehn Wochen bei einem Säureangriff in Haan bei Düsseldorf schwer verletzt worden.

Günther war Anfang März beim Brötchenholen von zwei Unbekannten von hinten angegriffen, zu Boden geworfen und mit Säure überschüttet worden. Der 51-Jährige erlitt schwerste Verletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Die Tat wurde als versuchter Mord eingestuft und löste große Betroffenheit aus. Die Hintergründe des Säureangriffs sind bis heute nicht geklärt. Die Düsseldorfer Polizei teilte am Freitag mit, dass die Ermittlungen andauerten.

Betriebsräte befürchten Nachteile für Innogy-Mitarbeiter

Am Montag will sich Günther erstmals wieder öffentlich zu Wort melden. Gemeinsam mit Vorstandschef Tigges will er sich zum Kaufangebot für Innogy äußern, das Eon vorgelegt hat. Bereits am Donnerstag hatten Aufsichtsrat und Vorstand der RWE-Tochter schriftlich erklärt, dass sie auf eine Stellungnahme verzichten. Tags darauf einigten sich die Konzerne mit Gewerkschaften und Betriebsräten auf eine „Grundsatzerklärung“ zur Neuordnung der Energiekonzerne. Das Papier trägt allerdings nicht die Unterschrift von Tigges, sondern die von Innogy-Personalchef Arno Hahn.

Zu befürchten seien einseitige Nachteile für Innogy-Mitarbeiter, heißt es in der Stellungnahme. So sei weiterhin unsicher, ob eine ausgewogene Rahmenvereinbarung mit verbindlichen und verlässlichen Zusagen abgeschlossen werde. Außerdem berge die lange Vollzugsdauer der Transaktion erhebliche Risiken. Innogy-Chef Tigges befürchtet nach eigenen Angaben, dass der von Eon geplante Abbau von maximal 5000 Stellen in beiden Unternehmen einseitig zu Lasten der Mitarbeiter von Innogy gehen wird.

Tigges: Verbindliche Zusagen gemacht

Zwar sei in die Gespräche in den vergangenen Tagen etwas Bewegung gekommen. „Den Verhandlungserfolg messen wir jedoch allein daran, dass den Innogy-Mitarbeitern verbindliche und verlässliche Zusagen für einen fairen Integrationsprozess gemacht werden“, so Tigges.

Eon bietet den freien Aktionären der Innogy 38,40 Euro je Anteilsschein. Der Preis erscheine zwar auf den ersten Blick angemessen, erklärte Innogy. Aufgrund der „weitreichenden Tauschgeschäfte zwischen Eon und RWE“ könne man die Angemessenheit des Angebots aber nicht abschließend beurteilen.

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