Impfung für Jüngere

Impfstudie vorerst gestoppt: Das Fiasko von Siegen

Der Andrang in den Impfzentren lässt nach, auch in Gelsenkirchen (Foto).

Der Andrang in den Impfzentren lässt nach, auch in Gelsenkirchen (Foto).

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Siegen.  30.000 Schüler und Studenten sollten in Siegen-Wittgenstein gegen Corona geimpft werden. Ein Erlass des Landes stoppt die Studie nun.

Am Freitag stellt Siegen-Wittgenstein seine Studie zur flächendeckenden Impfung von Schülern und Studenten vor. Am Dienstag darauf soll sie starten. Am Montag heißt es: sie wird verschoben. Am Dienstagabend: ist sie bis auf weiteres tot. Ein Fiasko. Eine Blamage für alle Beteiligten.

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Denn dass die „Chemie“ zwischen Siegen und Düsseldorf, zwischen Kreis und Land, nicht stimmt, wie man hinter vorgehaltener Hand schnell erfährt, oder wer wann von wem über Details der Studie nicht oder zu spät informiert wurde, darf im Kampf gegen eine Pandemie keine Rolle spielen. Dass Haftungsfragen hinter dem Wirrwarr stecken, klingt zudem weit wahrscheinlicher.

In Niedersachsen lädt das Land am kommenden Wochenende erstmals gezielt die Jüngeren zur Impfung ins Impfzentrum. Sie darf das: Denn die Stiko verbietet die Impfung der Jüngeren nicht, sie empfiehlt sie nur (noch) nicht für die Unter-18-Jährigen. Weil ihr überprüfbare Daten fehlen, begründet sie nachvollziehbar.

Die Siegener Studie versprach zu liefern, was ihr zu liefern möglich ist. Selbst wenn das nur ein kleines Puzzleteilchen für ein großes Bild sein kann: wäre es wichtig. Zumal niemand zur Impfung „gezwungen“ werden sollte, die Teilnahme an der Studie freiwillig ist. Noch ist nicht alles verloren. Noch kann die Siegener Studie vielleicht gerettet werden – auch wenn sie später und anders als geplant an den Start gehen muss.

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