Wohnungen

Hannibal II: Dortmund genehmigt Sanierung von 400 Wohnungen

Steht seit September 2017 leer: Der Wohnkomplex mit 400 Wohnungen.

Steht seit September 2017 leer: Der Wohnkomplex mit 400 Wohnungen.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Dortmund.  Stadt Dortmund erteilt die Baugenehmigung: Drei Jahre nach der Zwangsräumung könnte die Sanierung des Wohnkomplexes Hannibal II endlich beginnen.

Mehr als drei Jahre nach der Zwangsräumung des Wohnkomplexes Hannibal II in Dortmund hat die Stadt den Umbauplänen des Eigentümers zugestimmt. Mit Datum vom Donnerstag, 19. November, seien die fünf nötigen Baugenehmigungen erteilt worden, erklärte ein Sprecher. Der Bescheid sei nunmehr auf dem Postweg.

Dortmund hatte den 18-geschossigen Wohnkomplex im Stadtteil Dorstfeld im September 2017 räumen lassen: 753 Mieter mussten 400 Wohnungen von jetzt auf gleich verlassen, weil die Verwaltung Mängel beim Brandschutz beanstandete. Seither herrscht Stillstand. Frühere Bauanträge zur Sanierung wies die Stadt zurück – wegen Mängeln beim Brandschutzkonzept, ausgerechnet. Der ursprünglich angekündigte Wieder-Einzug erster Mieter in diesem Jahr war damit hinfällig. Die aktuellen Anträge prüft die Verwaltung seit Mai.

Sanierung in fünf Bauabschnitten

Nun kommt Bewegung in die Sache: Die jetzt erteilte Baugenehmigung gilt für drei Jahre und kann auf Antrag jeweils jährlich verlängert werden. Der Eigentümer Lianeo aus Berlin teilt die Maßnahme selbst in fünf Segmente auf: vier Wohnblöcke und die Tiefgarage. Allen Bauanträgen liegt ein gemeinsames Brandschutzkonzept zugrunde, das, so der Stadtsprecher, „nach längeren fachlichen Austausch und Beratungen mit dem Sachverständigenbüro nunmehr eine abschließend zustimmungsfähige Planung beinhaltet“.

Der lange Leerstand hat dem Gebäude nach Auffassung des Besitzers schwer geschadet: Immer wieder gab es Schäden durch Vandalismus , die Wohnungen sind seit drei Jahren nicht geheizt, die Rohre nicht durchgespült worden. Ein Wachdienst musste den Komplex schützen.

Gerichtsverfahren stockt: Unterlagen verloren gegangen

Über mögliche Schadenersatzforderungen im Zusammenhang mit der Zwangsräumung ist dagegen noch immer nicht entschieden. Das Unternehmen Lianeo hatte die Stadt Dortmund verklagt, Mieter hoffen in diesem Zusammenhang auf Erstattung ihrer Aus- und Umzugskosten .

Die Stadt Dortmund erklärte dazu am Freitag, sie habe die für das Verfahren angeforderten Unterlagen mit Frist zu Ende September an das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen geschickt. Sie seien aber aber auf dem Postweg verloren gegangen. Die Verwaltung, so der Sprecher, habe nunmehr aus den eingescannten Originalvorgängen die Akten für das Verwaltungsgericht rekonstruiert und beim Verwaltungsgericht abgegeben.

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