Brand

Großbrand in Siegburg - Ursache bislang noch unklar

Acht Häuser wurden in Siegburg von den Flammen erfasst. Unklar ist derzeit noch, wie viele davon  abgerissen werden müssen

Foto: WOLFGANG RATTAY

Acht Häuser wurden in Siegburg von den Flammen erfasst. Unklar ist derzeit noch, wie viele davon abgerissen werden müssen Foto: WOLFGANG RATTAY

Siegburg.   Am Tag nach dem Großbrand in Siegburg laufen die Ermittlungen zur Brandursache weiter. Minister Reul besuchte am Mittwoch den Unglücksort.

Mittagszeit in Siegburg. Es regnet. Wie schon am Morgen. Peter Idel spannt seinen Schirm auf. „Einen Tag zu spät“, knurrt er. Und wahrscheinlich auch viel zu wenig. Aus der Stadt ist der 68-Jährige gekommen, hierhin in den Stadtteil Brückberg. Wo es gebrannt hat am Dienstagnachmittag. Was heißt gebrannt? Von einer „Flammenwand“ spricht die Feuerwehr und die Nachbarschaft sogar von einem „Flammenden Inferno“. Aber auch vom „Glück im Unglück“. „Wäre das in der Nacht passiert, hätte es viele Tote gegeben“, sagt ein Anwohner.

Passiert aber ist es am frühen Nachmittag. Und deshalb sind „nur“ 32 Menschen verletzt worden, die meisten auch leicht. Acht Häuser aber sind „Im Urnenfeld“ ein Raub der Flammen geworden, mal mehr, mal weniger. Schwarz ragen ihre Dachstühle gestern Mittag in den Himmel. Vor den Mauern stehen die immer noch heißen Gerippe ausgebrannter PKW.

Flammen konnten sich wegen der Dürre schnell ausbreiten

Ziegel liegen geplatzt am Boden, Scheiben sind zerbrochen, geben den Blick frei in Wohnungen, die das Löschwasser geflutet hat. Vor Journalisten abgeschirmt dürfen die Bewohner die Schäden von außen begutachten, das Betreten der Gebäude aber ist noch verboten. „Alter, die Hütte kannst du nur noch abreißen“, spricht ein junger Mann, nach der Besichtigung in sein Smart-Phone. „Wie konnte das bloß passieren?“

Das kann gestern noch niemand genau sagen. Fest steht nur, dass am Dienstag der Bahndamm unterhalb der Straße in Brand gerät. Und weil die Böschung so trocken ist und der Wind so stark, können sich die Flammen in kürzester Zeit hochfressen und auf die Einfamilienhäuser übergreifen.

Betroffenen schlägt „Welle der Hilfsbereitschaft“ entgegen

„Das ging alles ganz ganz schnell“, sagt ein Anwohner von der gegenüberliegenden Straßenseite. Mit Eimern und seinem Gartenschlauch hat er den verdorrten Rasen und die ausgetrocknete Hecke rund um sein Haus getränkt. Mit Erfolg. „Nichts passiert“, sagt er weiß aber auch: „Es war eine Frage von ein paar Metern.“

Was das Feuer ausgelöst hat, können die Brandermittler noch nicht sagen. 550 Feuerwehrmänner waren noch nicht fertig mit den Löscharbeiten, da mutmaßte die Stadt Siegburg bereits, ein vorbeifahrender Zug habe Funken geschlagen und so die Flammen entfacht. Die Bahn, die sich mit einer halben Million Euro an einem Hilfsfonds für die Betroffenen beteiligen will, warnte dagegen vor voreiligen Schlüssen. „Der Auslöser des Brandes ist völlig offen, Spekulationen sind verfrüht.“

Das sieht NRW-Innenminister Hebert Reul ähnlich: „Es kann auch eine Zigarette gewesen sein, es kann Brandstiftung gewesen sein“, sagt er, als er die Brandstelle am Mittag besucht. Es ist ein Besuch, der Reul offenbar beeindruckt: „Ich habe in meinem ganzen Leben sowas noch nicht gesehen, dass eine ganze Straße praktisch weggebrannt ist.“

Den 20 Menschen, die dort gewohnt haben schlägt laut der Siegburger Ordnungsdezernentin Ursula Thiel derzeit „eine Welle der Hilfsbereitschaft“ entgegen. „Es gibt bereits zahlreiche Angebote, um in den kommenden Wochen unterzukommen.“ Sollten die nicht passen, hat auch die Stadt einige freie Wohnungen.

Viele Erinnerungen sind für immer verloren

„Sehr nett“, findet ein betroffenes Ehepaar das, will aber „so schnell wie möglich zurück ins Haus.“ Finanziell sind die Sorgen gering „Wir sind versichert.“ „Viele Erinnerungen aber, fürchten sie, „sind wohl für immer verloren“.

Noch liegt der Brandgeruch in der Luft, da gewinnt bei den ersten im Viertel das rheinische Naturell wieder die Oberhand. Ja klar, alles nicht schön finden zwei Rentner, die mit ihren Fahrrädern aus dem Nachbarort Troisdorf an die Absperrungen gekommen sind. „Aber es ist ja niemand gestorben“, sagt der eine und der andere nickt. „Et hätt mal wieder joot jejange“

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