Zerstörungswut

Gefahr und hoher Schaden durch Vandalismus auf Spielplätzen

Ein öffentlicher Kinderspielplatz in Duisburg. In der Stadt musste bereits ein Spielplatz wegen mehrfachen Vandalismus geschlossen werden.

Ein öffentlicher Kinderspielplatz in Duisburg. In der Stadt musste bereits ein Spielplatz wegen mehrfachen Vandalismus geschlossen werden.

Foto: Fabian Strauch/ Funke Foto Services

Essen.  Vandalismus auf Spielplätzen verursacht jährlich nicht nur einen hohen Sachschaden, sondern bringt auch die spielenden Kinder in Gefahr.

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Zerschnittene Seile, angesägte Standpfosten, abgebrannte Trampoline: Vandalismus auf Spielplätzen richtet in der Region jährlich mehrere tausend Euro Schaden an. In einigen Fällen kommt es sogar zu Unfällen und Kinder werden verletzt, wie eine Umfrage unserer Redaktion unter den Städten in der Region ergab.

So auch vor ein paar Jahren in Hagen. Da hatte sich offenbar jemand an einer Federwippe zu Schaffen gemacht. "Vom Lenkrad des Spielgeräts wurde eine Schraube entfernt. Das erste Kind was darauf saß und gewippt hat ist vorne über gefallen und hatte eine Schädelprellung", sagt Thomas Becker, Sprecher der Wirtschaftsbetriebe Hagen.

Stadt Hagen kontrolliert ihre Spielplätze regelmäßig

Die Stadt lässt ihre Spielplätze mindestens wöchentlich kontrollieren. Zentrale Spielplätze in der Innenstadt sogar täglich. "Es muss alles dokumentiert werden, falls eben wirklich einmal etwas passiert", so der Sprecher der Stadt.

In den letzten drei, vier Jahren habe es in Hagen jedoch keine Unfälle durch Vandalismus mehr gegeben. Dennoch entsteht der Stadt dadurch jährlich ein Schaden im fünfstelligen Bereich.

Beseitigung von Vandalismus-Schäden kostet viel

"Wir bewegen uns da irgendwo zwischen 30.000 bis 50.000 Euro", sagt der Sprecher aus Hagen. Insgesamt stehe der Stadt jährlich etwa 200.000 Euro für Spielplätze zur Verfügung. "Also gehen davon etwa 25 Prozent allein für die Beseitigung von Vandalismus-Schäden ab", sagt Thomas Becker.

Auch in anderen Städten der Region werden jedes Jahr mehrere tausend Euro für die Beseitigung von Vandalismus-Schäden ausgegeben. Der Stadt Velbert stehen jährlich rund 600.000 Euro für Investitionen, Unterhaltung und Kontrolle der Spielplätze zur Verfügung. Schätzungsweise 10.000 bis 15.000 Euro davon wird für die Beseitigung von Schäden gebraucht.

Totalschäden an Spielgeräten sind in Düsseldorf Einzelfälle

In Düsseldorf sind in diesem Jahr für die Neu- und Umgestaltung von Kinderspielplätzen 730.000 Euro und für neue Spielgeräte 270.000 Euro vorgesehen. Die Schadenshöhe durch Vandalismus liegt jährlich zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

Insbesondere Probleme mit zahlreichen meist kleineren Vandalismusschäden, Graffiti und Verschmutzungen durch viel Müll und Glasscherben gehören zum Alltagsgeschäft der Stadt Düsseldorf.

Totalschäden an Spielgeräten wie beispielsweise zerschnittene Seile oder das Abbrennen von Holzspielgeräten kommen in der Stadt nur in seltenen Einzelfällen vor. Auch in Velbert hat es schon abgebrannte Spielgeräte, einen angesägten Standpfosten und starke Verunreinigungen gegeben.

In Bochum werden Spielplätze regelmäßig kontrolliert

In Bochum werden Spielplätze grundsätzlich nicht bewacht, aber regelmäßig kontrolliert. Bei häufigen Beschwerden durch Lärmbelästigung oder wiederkehrender Verunreinigung wird das Ordnungsamt tätig. Im Einzelfall auch Streetworker.

Ähnlich ist es in Düsseldorf. Auch hier übernimmt das Ordnungsamt Kontrollgänge. Dennoch sei eine Rundumbewachung von 435 öffentlichen Spielplätzen im gesamten Stadtgebiet laut Sprecher der Stadt nicht realistisch.

Stadt Duisburg musste einen Spielplatz wegen Vandalismus schließen

In Duisburg ist die Zahl der Vandalismus-Schäden auf Spielplätzen zuletzt zurückgegangen. Der Spielplatz auf der "Fürst-Bismark-Straße" musste unter anderem deshalb sogar geschlossen werden. Wenn es vermehrt zu Beschwerden kommt, wird das Ordnungsamt in Kenntnis gesetzt. In Duisburg sind darüber hinaus 20 so genannte Spielplatzpaten im Einsatz.

In Essen gibt es derzeit rund 400 öffentliche Spielplätze, die von mehr als 200 Paten betreut werden. In Düsseldorf sind es 435 Spielplätze und 60 Spielplatzpaten. Die Stadt Hagen hat 10 Spielplatzpaten. "Das hat sich bewährt. Da kommt es weniger zu Problemen", sagt ein Sprecher der Stadt. Dort sind Rentner, die Arbeiterwohlfahrt (Awo) und eine Kirchengemeinde Spielplatzpaten.

Aufgabe der Spielplatzpaten ist es, die Spielplätze regelmäßig zu besuchen und zu kontrollieren, Schäden und Verunreinigungen zu melden und Ansprechpartner für die Kinder auf dem Spielplatz zu sein. Es ist ein freiwilliges Engagement beispielsweise von Privatpersonen, Schulen, Kindergärten oder Vereinen.

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