Prozess

Fluchtfahrzeug der Automatensprenger musste ein Audi RS sein

Dortmund.   Mit schnellen Fluchtfahrzeugen setzten sich die Automatensprenger ab. Doch in Dortmund endete ihre Flucht. Drei von ihnen stehen vor Gericht.

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Die Szene der aus Holland stammenden Geldautomatensprenger rüstet auf. Vor dem Dortmunder Landgericht bescheinigt die Anklage drei Mitgliedern dieser Szene hochprofessionelles Vorgehen. Drei Sprengaktionen werden ihnen vorgeworfen.

Die marokkanischstämmigen Angeklagten Murat O. (27), Samir E. (27) und Majda E. (25), die einzige Frau in dem Trio, kommen alle aus dem niederländischen Helmond. Laut Anklage haben sie sich einer Gruppe angeschlossen, die schon länger aus dem Nachbarland einreist, um in Deutschland Geldautomaten zu sprengen. Mittlerweile, so heißt es, verfügen sie über „Bunkergaragen“, in denen sie die für die Tatausführung nötigen Geräte aufbewahren. Dazu gehört auch eine technische Ausstattung, um Observationsmaßnahmen der Polizei rechtzeitig aufzuspüren.

Schneller als die Polizei

Bei ihren Aktionen sollen sie auch die gleiche Kleidung getragen haben, um eine Identifizierung zu erschweren. Und: Für die Flucht stahlen sie ausschließlich Audi RS, um den weniger PS-starken Polizeiwagen zu entkommen. Wie heißt es so schön in der Audi-Werbung: „Der Audi RS 3 Sportback begeistert in Rekordgeschwindigkeit und durchbricht in nur 4,1 Sekunden die 100 km/h-Marke aus dem Stand.“

Dennoch endete die Flucht des Trios am 17. April in Dortmund. Zuvor hatten sie laut Anklage am 22. März in einem Warenhaus in Ratingen nachts einen Geldautomaten aufgesprengt und 85.000 Euro erbeutet. Am 3. April holten sie aus einer Bank in Schüttorf 56.440 Euro. Am 17. April hatten sie sich nachts eine Bank in Castrop-Rauxel vorgenommen. Doch als ein Auto vor der Filiale parkte, ergriffen sie die Flucht. Sechs Stunden später nahm die Polizei sie in Dortmund fest.

Zum Prozessauftakt am Mittwoch äußerte das Trio sich nicht. Es kam nur zur Anklageverlesung.

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