Prozess

Ein Katzengrab wird zum Fall für die Justiz

Wenn ein Haustier stirbt, geht das ans Herz. Der Streit um ein Katzengrab ging nun bis vors Gericht. (Symbolbild)

Wenn ein Haustier stirbt, geht das ans Herz. Der Streit um ein Katzengrab ging nun bis vors Gericht. (Symbolbild)

Foto: Jörg Schimmel

Mönchengladbach.   Katze Minkis letzte Ruhestätte entfacht einen Streit zwischen Tierhalter und Bestatterin. Auch vor Gericht gibt es keine Einigung.

Der Streit um ein Katzengrab ist in Mönchengladbach vor Gericht gelandet. Der Halter von Minki wirft der Besitzerin des Tierfriedhofs vor, das Grab seiner Katze verkleinert und eine Pflanze von ihrer letzten Ruhestätte entfernt zu haben. Am Freitag sollten sich beide Parteien vor dem Amtsgericht treffen, um eine „angemessene Lösung für dieses emotionale Thema zu finden“, so Richterin Miriam Pels.

Der Kläger allerdings blieb dem Termin fern.

Dennoch: Seine Vorwürfe beschäftigten das Gericht. Der Tierhalter hatte Schadensersatz gefordert für die Pflanze, die die Bestatterin entfernt haben soll. „ Ich habe keine Pflanze entfernt“, sagt diese ganz ruhig. Auch habe sie Minkis Grab nicht verkleinert. Die Katze liegt mit elf weiteren Tieren in der „Oase“ begraben, einem kreisförmigen Feld. Alle Gräber seien einheitlich mit Steinen begrenzt worden, erklärt die Frau, deren strenger Zopf nicht zu ihrer sanften Stimme passen will.

Ist das Grab groß genug?

40 mal 50 Zentimeter misst ein Einzelgrab. Doch für Minkis Halter scheint sicher: Das ist zu klein. Seine Katze liege nun nicht mehr mittig im Grab, ihre Pfoten unter der Steinbegrenzung. Er fordert, die Fläche zu vergrößern – und scheitert. „Ich halte die Größe für einen Katzenkörper für ausreichend“, sagt Richterin Miriam Pels.

Das Gericht weist die Klage ab. Allerdings handelt es sich hier um ein sogenanntes Versäumnisurteil. Der Gerichtssprecher erklärt es als „taktisches Manöver“, mit dem sich das Verfahren verzögert. Kläger und Anwalt gewinnen dadurch Zeit und können ohne Begründung Einspruch einlegen.

Kläger könnte Exhumierung fordern

Denn eine Frage steht noch im Raum: Wo genau liegt Minki? „Ich kann mit Gewissheit sagen, dass Minki in dem Feld liegt“, versichert die Frau, die das Tier eigenhändig in der Oase begraben hat. Sollte der Tierhalter ihr keinen Glauben schenken, bliebe nur eine Möglichkeit: Exhumierung. Das Grab müsste wieder geöffnet werden. Die Besitzerin des Friedhofs hofft, dass das nicht nötig ist – „für Minki“.

Dass ihr der Kläger pietätloses Verhalten vorwirft, mache sie traurig: „Das trifft mich extrem. Es tut weh“, sagt sie. Doch verärgert wirkt sie nicht, zeigt Verständnis. „Es geht um Gefühle. Und Gefühle lassen sich nicht immer erklären.“

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