Camping-Messe

„Camping & Reise“ - Die Zukunft des Campens ist elektrisch

Noch ist das  vollelektrisch angetriebene Reisemobil eine Studie              .

Foto: Kai Kitschenberg

Noch ist das vollelektrisch angetriebene Reisemobil eine Studie . Foto: Kai Kitschenberg

Essen.  In Essen läuft noch bis Sonntag die Messe „Camping & Reise“. Zu sehen ist dort auch die Studie eines elektrisch betriebenes Wohnmobils.

„Zuhause ist überall“ ist auf einem großen Schild in Halle 2 der Essener Messe zu lesen. Das lässt erahnen, welche Veranstaltung derzeit hier stattfindet. Herzlich willkommen auf der Messe „Reise und Camping“. Bis Sonntag zeigen 1000 Aussteller aus 20 Ländern die neusten Fahrzeuge, alles erdenkliche an Zubehör, geben jede Menge Anregungen zu Ausflugszielen und gewähren einen Blick in die Zukunft.

Die heißt „E.Home“ und steht in Halle 3. Man sieht nur nicht, dass dort die Zukunft steht. Denn auf den ersten Blick sieht „E.Home“ aus wie Hunderte andere Wohnmobile auch. Groß, weiß, kastenförmig. Nur die nahezu vollflächig aufgeklebten Solarzellen lassen vermuten, dass es anders ist. „Eine Studie“, nennt es Erwin Geser, Mitarbeiter der Firma Dethleffs, die das Mobil entwickelt hat. Serienreif in drei bis fünf Jahren. So lange, wie es eben noch dauert, die Batterien stärker und gleichzeitig günstiger zu machen.

Denn das „E. Home“, das auf einem Iveco Daily basiert, wird von einem flüssigkeitsgekühlten Elektromotor angetrieben, der seine Energie in drei Natrium-Nickelchlorid-Batterien speichert. Mit denen soll man 250 000 Kilometer fahren können – sofern man den Wagen alle 200 Kilometer zum Aufladen an eine Steckdose hängt. Viel zu kurz sei die Reichweite, schimpft Werner Schüssler, der aus der Nähe von Dortmund kommt. „Damit komme ich ja noch nicht mal bis an die Küste.“ Ansonsten aber, sagt der 61-Jährige, gefalle ihm das Auto „sehr gut“. Auch weil die Dünnschicht-Solarzellen rundherum so viel Energie liefern, dass sich auf diese Weise vom Kühlschrank über den Fernseher bis zu den in Boden, Wänden und Möbeln eingebauten Heizelementen alles versorgen lässt.

Gesteuert wird die komplette Elektronik über eine App auf dem Tablet oder Smartphone. Mit der kann man nicht nur Licht und Heizung steuern, sie zeigt auch an, wie viel Liter Trinkwasser noch an Bord sind oder wie voll der Toilettenbehälter ist. „Ein Smart Home auf vier Rädern“, zeigt sich Messebesucher Frank Wolters (58) begeistert. „Was kostet das denn?“ Geser zuckt die Schultern. „Kann man noch nicht sagen.“

Disco-Kugel und ausfahrbare Zapfanlage

Billig aber wird es wohl nicht. Schon die herkömmliche Version kostet mit einigen Extras schnell 80 000 Euro. „Wird wohl sechsstellig werden“, mutmaßt Wolters. Zu stören scheint ihn das kaum. Und da ist er angeblich kein Einzelfall. Bei den Campern seien zunehmend Luxusausstattungen gefragt, weiß Andreas Jörn, Präsident des Deutschen Campingclubs. Hintergrund sei unter anderem ein steigendes Alter der Camper, die auch bereit seien, für gute Wohnmobile zunehmend tiefer in die Tasche zu greifen.

Deshalb gibt es auch gute Chancen, dass der VW T6 Kombi der Bochumer Firma „Discarvery“ Käufer findet. Rund 60 000 Euro kostet er – inklusive Dachterrasse aus Bambushölzern, extrem leistungsstarker Soundanlage, Offroad-Reifen und höhergelegtem Fahrwerk. Clou des Autos aber sind die eingebaute Disco-Kugel und die ausfahrbare Bierzapfanlage. „Festivalmobil“ nennen es die Hersteller, aber Sven (31) und Marco (33) haben ganz andere Einsatzmöglichkeiten im Sinn. „Mit dem Teil“, sind sich die beiden Bochumer einig, „bist du an jedem Strand der König.“

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