Virus-Infektionen steigen

Corona: Krankenhäuser brauchen Hilfe

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Die erste Virus-Welle haben wir bewältigt, weil unser Gesundheitssystem gut funktionierte. Nun kommt es erneut auf Kliniken, Pflege und Ärzte an.

Fast 400.000 Infizierte, knapp 10. 000 Tote. Und nun: 11.287 Neuinfizierte an einem einzigen Tag. Doch RKI-Chef Wieler sagt: Wir sind nicht machtlos.

Sind wir nicht? Müssen nicht einmal die Kliniken fürchten, von der zweiten Infektionswelle überrollt zu werden? Man hat gelernt aus den bitteren Erfahrungen zu Beginn der Pandemie. Als Pfleger um Masken betteln mussten, als Ärztinnen gänzlich ungeschützt Schwerkranke versorgten, als Krankenhäuser ihre Patienten heimschickten oder die sich gar nicht erst hin trauten. Als aber auch eilig freigeräumte Betten leer und die erwarteten Massen auf den Intensivstationen ausblieben.

„Wir sind nicht machtlos“

Die erste Welle bewältigten wir, weil unser Gesundheitssystem ein gutes ist und weil alle angepackt haben, die es nur irgend konnten. Mit großer Expertise, Engagement und sehr viel Empathie. Der Einsatz aber hat die Menschen, die ihn leisteten, körperlich und seelisch erschöpft. „Wir sind alle ein bisschen mürbe“, sagt einer, der es wissen muss.

Einen erneuten Lockdown des normalen Krankenhausbetriebs können sich viele Häuser nicht mehr leisten. Parallel Corona-Kranke und Nicht-Infizierte im Normalbetrieb zu versorgen, bringt sie indes an die Belastungsgrenze. Mindestens. Kliniken und ihre Mitarbeiter brauchen Hilfe. Finanzielle vielleicht, aber auch die jedes einzelnen von uns. Wir können die Welle brechen, wir sind nicht machtlos.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben