Corona-Überblick

Corona in NRW: Fast das ganze Land gilt als Risikogebiet

Coronavirus: Wie sich Menschen am häufigsten anstecken

Corona hat einen großen Einfluss auf das Leben. Das Wissen über die häufigsten Übertragungswege kann uns den Alltag erleichtern und schützen.

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Essen.  RKI meldet starken Infektions-Anstieg. Nahezu alle der 53 Kreise und kreisfreien Städte in NRW gelten als Risikogebiet. Der Corona-Überblick.

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  • 107.759 Corona-Fälle (Stand: Sonntag, 25. Oktober, 0 Uhr) hat das Robert Koch-Institut (RKI) seit Beginn der Pandemie für NRW registriert, im Vergleich zum Vortag kamen 3142 Neuinfektionen dazu – in ganz Deutschland waren es 11.176 neue Fälle. Für NRW beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen 95,97.
  • Solingen hat mit 200,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in NRW (Vortag: 197,8). Deutlich gesteigen ist Duisburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 175,1 (Vortag: 151,8). Darinter liegen Düren (170) und Herne mit einer Inzidenz von 166,2 (Vortag 140,6). In Gelsenkirchen hingegen sinkt der Wert wieder auf 122,5 (Vortag 138,7).
  • 294 Covid-19-Patienten in NRW werden (Stand: Samstag, 24. Oktober, 5 Uhr) auf einer Intensivstation behandelt. Am 4. Oktober waren es mit 115 weniger als halb so viele.
  • 9 Menschen sind laut RKI am Samstag an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. In NRW zählt das RKI seit Beginn der Pandemie 2017 Corona-Tote.

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Für kein Bundesland meldet das RKI einen derartig starken Anstieg der Fallzahlen an wie für NRW: Nahezu alle der 53 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen gelten mittlerweile als Corona-Risikogebiete.

Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Landeszentrums Gesundheit von Sonntag (0 Uhr) lagen lediglich die vier Kreise Euskirchen, Minden-Lübbecke, Paderborn und Soest unter der Warnschwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

16 Regionen liegen sogar über der Marke von 100 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Bochum (117,1) etwa übersprang nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts am Freitag die 100er-Marke. Auch die Stadt Essen hat den 100er-Wert nun überschritten: Der Inzidenzwert liegt nun (Stand: Sonntag, 25. Oktober, 0 Uhr) bei 107,1. Auch in Oberhausen schnellt der Wert inzwischen nach oben: Am Sonntag lag er bei 94,5 (Vortag: 84,5). Bundesweit meldet das RKI 11.176 neue Infektionen.

Das Robert-Koch-Institut meldete am Sonntagmorgen 3142 neue Fälle für Nordrhein-Westfalen. Landesweit infizierten sich in den vergangenen sieben Tagen laut RKI 95,97 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus, tags zuvor lag dieser Wert bei 87,50. NRW hat somit nach Hessen den zweithöchsten Wert der deutschen Flächenländer. Seit Beginn der Pandemie meldet das RKI in NRW 107.759 Kranke.

Kirchen verschärfen Corona-Regeln für Gottesdienste

Aufgrund der stark gestiegenen Corona-Fallzahlen haben die evangelische und die katholische Kirche in NRW ihre Regeln für den Gottesdienstbesuch verschärft. Das Erzbistum Paderborn hat festgelegt: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 50, muss die Zahl der Gottesdienstbesucher auf maximal 50 Prozent der normalen Kapazität der jeweiligen Kirche begrenzt werden. "Die Empfehlung zum Verzicht auf Gesang im Gottesdienst im geschlossenen Raum bleibt bestehen“, heißt es.

Die drei evangelischen Landeskirchen in NRW haben ebenfalls ihre Regeln angepasst. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 tragen die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eine Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitzplatz. Ausgenommen davon sind Pfarrerinnen und Pfarrer, Lektorinnen und Lektoren sowie Musikerinnen und Musiker, Chor- und Solosängerinnen.

Ab einer Inzidenz von 50 wird die maximale Teilnehmerzahl der Gottesdienstbesucher in Kirchen auf maximal 250 Personen festgelegt, außerdem wird auf Gesang verzichtet. Ein Sprecher der Evangelischen Kirche in Westfalen sagte dazu, die Zahl von 250 Personen sei eher theoretisch: „Wenn man sich an die Abstandsregeln hält - 1,5 Meter in jede Richtung - dürfte es keine evangelische Kirche in Westfalen geben, die 250 Personen aufnehmen kann.“

Mit Blick auf die Advents- und Weihnachtszeit teilte das Bistum Essen mit, es werde empfohlen, die Planungen unter Berücksichtigung entsprechender Vorsichtsmaßnahmen erst einmal weiterzuführen. „Ende November werden wir gemeinsam die dann aktuelle Situation prüfen“, heißt es in einer Handreichung des Generalvikariats.

Corona-Neuinfektionen: Datenpanne bei Übermittlung

Der Anstieg der Infektionen ist allerdings besonders stark, weil es am Vortag zu einer Datenpanne gekommen war und eine zu geringe Infektionszahl veröffentlicht wurde. Das RKI weist daraufhin, dass ein Teil der Infektionen vom Vortag erst am Freitag nachgezogen wurden, weshalb der Anstieg der Fallzahlen überschätzt werden könne.

So hatte die Stadt Dortmund bereits am Donnerstagnachmittag 3192 Fälle gemeldet, das RKI wies hingegen noch am Freitag einen Datenstand von 2994 Infizierten seit Beginn der Pandemie aus. Andere Kommunen, unter anderem Duisburg (mehr lesen Sie hier), Herne und der Kreis Wesel (mehr lesen Sie hier)berichten von Problemen bei der Datenübermittlung ans Landeszentrum für Gesundheit (LZG).

So lagen dem LZG am Freitagmorgen (Stand 0 Uhr) beispielsweise für den Kreis Wesel keine Daten vor. Dementsprechend ging das System automatisch von null Neuinfektionen aus, der Inzidenzwert sank. Auch die Stadt Duisburg meldete am Freitag eine gestiegene Sieben-Tage-Inzidenz, während das RKI-Dashboard sinkende Zahlen zeigt. Wie eine Stadtsprecherin erläutert, sei der Inzidenzwert weiter deutlich gestiegen, auf etwa 126 Infektionen in den letzten sieben Tagen je 100.000 Einwohner. Mitarbeiter im Duisburger Gesundheitsamt rechneten den genauen Inzidenzwert deshalb erstmal selbst aus.

Fehler in Corona-Zahlen für NRW

Da das Landeszentrum Gesundheit die Zahlen für alle NRW-Kommunen und Kreise an das RKI meldet, verfälschte die zwischenzeitliche Datenpanne die eigentliche Steigerung der Infektionszahlen und damit die Statistik zumindest zeitlich. Die Gesamtzahl der Neuinfektionen für NRW und damit auch bundesweit lag also bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag deutlich höher als zu dem Zeitpunkt gemeldet. Allein aus Dortmund, Duisburg, Herne und der Städteregion Aachen fehlten mehrere Hundert Fälle in der Statistik, die im Laufe des Freitags nachgezogen wurden.

Eine Sprecherin des Landeszentrums für Gesundheit NRW sprach von einem technischen Problem beim Robert-Koch-Institut. Nach Bekanntwerden des Ausfalls hatte das Landeszentrum für Gesundheit auch Kontakt mit den betroffenen Kommunen aufgenommen, aus denen die Meldungen fehlten.

Fehlende Daten werden nachgepflegt

Das RKI bestätigte später den knapp dreistündigen Ausfall eines Webservers am Donnerstagnachmittag über den die Daten zwischen Gesundheitsämtern, Landesstellen und dem RKI übermittelt werden. "Anschließend hat es wieder funktioniert und es wurde auch noch sehr viel übermittelt", so Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert-Koch-Institutes. Gegen 17.30 Uhr sei der Fehler behoben gewesen und "es wurde auch noch sehr viel übermittelt".

Die fehlenden Daten seien aber nicht verschwunden und würden automatisch im Laufe des Freitags mitübertragen und seien am Samstagmorgen im RKI-Dashboard zu sehen. In NRW waren die Daten aus elf Kommunen nicht übermittelt worden, die Werte am Freitag also fehlerhaft. Wie viele Kommunen bundesweit betroffen waren, ist nicht bekannt. "Wie groß die Datenlücke ist, kann sich dann erst am Samstag zeigen", so die RKI-Sprecherin.

Corona in NRW: Zwölf Städte und Kreise mit Inzidenz über 100

Schon in den vergangene Tagen hatte sich die Corona-Lage in NRW erheblich zugespitzt: Betrachtet man die NRW-Karte, sind nur noch wenige Flecken zu sehen, die noch unterhalb von 50 Neuinfektionen liegen. Nur noch ein Landkreis sticht in der NRW-Übersicht hervor: der Kreis Paderborn mit einer Inzidenz von 22,7, alle übrigen Städte und Kreise in NRW liegen wenigstens über der 35er-Schwelle.

Zwöf Städte und Kreise im Land haben die 100er-Marke überschritten - sichtbar als tiefrote Flecken auf der RKI-Karte: Neben Herne, Gelsenkirchen, Duisburg, Solingen, Remscheid, der Städteregion Aachen, Köln, dem Kreis Recklinghausen und dem Kreis Düren melden nun auch die Städte Bochum und Siegen mehr als 100 Infektionen bei 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. (Stand Samstag, 0 Uhr).

In Bochum war eine Großhochzeit ein wichtiger Grund für den Anstieg

Nach Angaben der Kontaktnachverfolgungsgruppe im Bochumer Gesundheitsamt fand vor rund zehn Tagen in Dortmund eine Großhochzeit statt, wo auch etliche Bochumer und Bochumerinnen als Gäste anwesend waren. Allein auf dieses Ereignis lassen sich mittlerweile 26 Neuinfektionen in Bochum zurückführen. „Und dabei sind wir noch nicht am Ende“, so Stadtsprecher Peter van Dyk. Noch lägen nicht alle Ergebnisse der Abstriche vor, so dass die Zahlen noch verändern könnten.

Hotspot Baesweiler: Corona-Inzidenz klettert weiter auf 328

Der auffälligste NRW-Hotspot ist Baesweiler bei Aachen – mit einer Inzidenz von 328. Weil die Stadt aber Teil der Städteregion Aachen ist, wird die Zahl nicht offiziell aufgeführt. In Baesweiler gelten seit Kurzem harte Einschränkungen, um die Lage in den Griff zu kriegen. Sportplätze und Turnhallen bleiben etwa geschlossen, bei Trauungen oder Beerdigungen dürfen bis zum Jahresende nur noch zehn Menschen zusammenkommen. Die muslimischen Gemeinden haben freiwillig vereinbart, das Freitagsgebet bis 31. Oktober aussetzen zu wollen.

Man habe in allen Kommunen festgestellt, dass viele der privaten Feiern ihren Ursprung in religiösen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen, Kinderkommunionen und Gottesdiensten beziehungsweise Gebeten gehabt hätten - davon seien alle Religionen betroffen gewesen, erklärte Gesundheitsdezernent Michael Ziemons von der Städteregion Aachen. Die Hygienekonzepte in den Moscheen seien „hervorragend“ und es habe keinerlei Beanstandungen gegeben. „Daher ist der freiwillige Verzicht auf die Gebete sehr hilfreich, wichtig und absolut vorbildlich.“

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Corona in NRW: Mehr Covid-19-Patienten auf Intensivstation

Die Zahl der Corona-Patienten in den NRW-Krankenhäusern steigt ebenfalls stark an. Nach Zahlen der Landesregierung vom Freitag werden aktuell rund 1420 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt - vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320. 275 Patienten lägen aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssten beatmet werden.

Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1320 davon seien im Moment nicht belegt. Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

Gegen Corona: Maskenpflicht in Innenstädten

In vielen Städten gilt jetzt eine Maskenpflicht in Innenstädten und Fußgängerzonen. Dazu zählen zum Beispiel Bochum (mehr dazu hier), Duisburg (mehr dazu hier), Mülheim (mehr dazu hier), Gelsenkirchen (mehr dazu hier), Moers (mehr dazu hier), Witten (mehr dazu hier), Bottrop (mehr dazu hier), Wuppertal und Schwelm .

Seit Samstag (17. Oktober) gelten in NRW einheitliche Regeln für Risikoregionen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche:

  • Ab 23 Uhr bis 6 Uhr gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde.
  • Auch der Verkauf von alkoholischen Getränken ist in dieser Zeit untersagt.
  • Feste aus herausragendem Anlass sind auf zehn Personen beschränkt.
  • Veranstaltungen sind - innen und außen - auf maximal 100 Personen beschränkt. Veranstaltungen sind allerdings bis zu maximal 250 Personen möglich, wenn die zuständige Gesundheitsbehörde ein vorgelegtes Hygienekonzept akzeptiert.
  • Zudem dürfen nur noch 5 Personen oder maximal zwei Hausstände in der Öffentlichkeit zusammenkommen.
  • Hier gibt es die Corona-Regeln für NRW in der Übersicht.

Kirchen verschärfen Corona-Regeln für Gottesdienste

Aufgrund der stark gestiegenen Corona-Fallzahlen haben die evangelische und die katholische Kirche in NRW ihre Regeln für den Gottesdienstbesuch verschärft. So gilt im Bistum Aachen ab sofort eine Maskenpflicht für Gottesdienstbesucher, wenn der Inzidenzwert vor Ort auf 35 steigt. Singen ist möglich, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Ab einer Inzidenz von 50 muss der Gemeindegesang deutlich reduziert werden. Das Erzbistum Paderborn hat festgelegt: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über dem Wert von 50, muss die Zahl der Gottesdienstbesucher auf maximal 50 Prozent der normalen Kapazität der jeweiligen Kirche begrenzt werden.

Mit Blick auf die Advents- und Weihnachtszeit teilte das Bistum Essen mit, es werde empfohlen, die Planungen unter Berücksichtigung entsprechender Vorsichtsmaßnahmen erst einmal weiterzuführen. „Ende November werden wir gemeinsam die dann aktuelle Situation prüfen“, heißt es in einer Handreichung des Generalvikariats.

Die drei evangelischen Landeskirchen in NRW haben ebenfalls ihre Regeln angepasst. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 tragen die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eine Mund-Nase-Bedeckung auch am Sitzplatz. Ausgenommen davon sind Pfarrerinnen und Pfarrer, Lektorinnen und Lektoren sowie Musikerinnen und Musiker, Chor- und Solosängerinnen. Ab einer Inzidenz von 50 wird die maximale Teilnehmerzahl der Gottesdienstbesucher in Kirchen auf maximal 250 Personen festgelegt, außerdem wird auf Gesang verzichtet.

Gastronomen wollen NRW-weite Sperrstunde kippen

Mehrere Wirte wollen, zum Teil auch unterstützt vom Branchenverband Dehoga, vor dem Oberverwaltungsgericht Münster die NRW-weite Sperrstunde in besonders von Corona betroffenen Regionen kippen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster beschäftig sich mit Eilanträgen gegen die Sperrstunde: Ein Eilantrag stammt von einem Gastwirt aus Bochum. (>>> Lesen Sie hier mehr zu dessen Beweggründen) Hinter dem zweiten Eilantrag steckt demnach ein Zusammenschluss von 19 Wirten aus Köln, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Eine erste Entscheidung könnte am Montag bereits fallen.

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Corona-Patienten aus Niederlanden kommen nach NRW

Nordrhein-Westfalen will seine Grenzen zu den Nachbarländern trotz der Corona-Pandemie weiterhin offen halten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wirbt stattdessen für gemeinsamen Gesundheitsschutz.

Massiv steigende Corona-Zahlen überfordern unterdessen die Krankenhäuser in den Niederlanden: Erste Intensivpatienten sollen am Freitag nach Deutschland kommen. Bereits vor zwei Wochen hatte das Nachbarland in Nordrhein-Westfalen um Hilfe gerufen.

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