Corona-Überblick

Corona in NRW: Inzidenzwert landesweit jetzt über 70

Corona-Studie: Frauen nehmen Coronavirus ernster

Eine Studie des Mailänder Sozialwissenschaftlers Vincenzo Galasso zeigt jetzt, dass Frauen das Coronavirus ernster nehmen als Männer.

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Essen.  Die Corona-Lage spitzt sich weiter zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz für ganz NRW liegt über 70, acht Gebiete reißen die 100er-Marke. Der Überblick.

  • 97.507 Corona-Fälle (Stand: Donnerstag, 21. Oktober, 0 Uhr) hat das Robert Koch-Institut (RKI) seit Beginn der Pandemie für NRW registriert, im Vergleich zum Vortag kamen 2623 Neuinfektionen dazu – in ganz Deutschland waren es 11.287 neue Fälle. Für NRW beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen 70,77.
  • Solingen hat mit 154,5 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in NRW (Vortag: 137,5). Darinter liegt Herne mit einer Inzidenz von 152,8 (Vortag 133,6). Auch Gelsenkirchen steigt mit 123,6 weiter an (Vortag 113,2).
  • 255 Covid-19-Patienten in NRW werden (Stand: Donnerstag, 22. Oktober, 5 Uhr) auf einer Intensivstation behandelt. Am 4. Oktober waren es mit 115 weniger als halb so viele.
  • Neue Risikogebiete in NRW sind seit Donnerstag etwa der Kreis Kleve (53,4) oder der Märkische Kreis (ebenfalls 53,4).

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in NRW steigt weiter rasant an. Weite Teile des Landes, darunter das gesamte Ruhrgebiet, sind Risikogebiet: Inzwischen gelten im gesamten Revier verschärfte Maßnahmen zum Coronaschutz. Das Robert-Koch-Institut meldete für Mittwoch 2623 neue Fälle für Nordrhein-Westfalen. Damit gibt es in NRW bundesweit die meisten Covid-19-Fälle, das RKI meldet 97.507 seit Beginn der Pandemie.

Corona in NRW: Acht Städte und Kreise mit Inzidenz über 100

Inzwischen wohnen rund zwei Drittel der Bevölkerung in einem Risikogebiet. Mindestens 12 Millionen Einwohner leben in Städten oder Kreisen, die über der kritischen Schwelle von 50 Neuinfektionen liegen, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Acht Städte und Kreise im Land haben die 100er-Marke überschritten - sichtbar als tiefrote Flecken auf der RKI-Karte: Neben Herne, Gelsenkirchen, Solingen und der Städteregion Aachen haben nun auch Duisburg, Köln und der Kreis Düren einen Inzidenzwert über 100, auch Wuppertal liegt nach einer kurzen Senkung wieder darüber (Stand Donnerstag, 0 Uhr).

Baesweiler: Corona-Inzidenz von 321

Der auffälligste NRW-Hotspot ist Baesweiler bei Aachen – mit einer Inzidenz von 321. Weil die Stadt aber Teil der Städteregion Aachen ist, wird die Zahl nicht offiziell aufgeführt. Im gesamten Kreis liegt Der Inzidenzwert "nur" bei 127. „Die Ursache liegt im Wesentlichen bei Familienfeiern“, meint Baesweilers Bürgermeister Willi Linkens (CDU). So hätten sich etwa mehrere Personen bei einer Beerdigung in einer Nachbarstadt infiziert und dann in Baesweiler ihre Familien angesteckt.

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Corona in NRW: Mehr Covid-19-Patienten auf Intensivstation

Die Zahl der schweren Verläufe nimmt tendenziell wieder zu, blieb am Donnerstag aber im Vergleich zum Vortag stabil: 255 Covid-19-Patienten in NRW werden nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) auf einer Intensivstation behandelt. Diese Zahl hat sich seit dem 4. Oktober, also innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen, von 115 mehr als verdoppelt.

Von Juli bis September schwankte die Zahl meist zwischen 60 und 80. Der Höchststand an Intensiv-Patienten war am 10. April mit 657 gemeldet worden. Aktuell sind DIVI und RKI zufolge 73 Prozent der rund 7000 Intensivbetten in NRW belegt.

Gegen Corona: Maskenpflicht in Innenstädten

In vielen Städten gilt jetzt eine Maskenpflicht in Innenstädten und Fußgängerzonen. Dazu zählen zum Beispiel Bochum (mehr dazu hier), Duisburg (mehr dazu hier), Mülheim (mehr dazu hier), Gelsenkirchen (mehr dazu hier), Witten (mehr dazu hier), Bottrop (mehr dazu hier), Wuppertal und Schwelm .

Seit Samstag (17. Oktober) gelten in NRW einheitliche Regeln für Risikoregionen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche:

  • Ab 23 Uhr bis 6 Uhr gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde.
  • Auch der Verkauf von alkoholischen Getränken ist in dieser Zeit untersagt.
  • Feste aus herausragendem Anlass sind auf zehn Personen beschränkt.
  • Veranstaltungen sind - innen und außen - auf maximal 100 Personen beschränkt. Veranstaltungen sind allerdings bis zu maximal 250 Personen möglich, wenn die zuständige Gesundheitsbehörde ein vorgelegtes Hygienekonzept akzeptiert.
  • Zudem dürfen nur noch 5 Personen oder maximal zwei Hausstände in der Öffentlichkeit zusammenkommen.
  • Hier gibt es die Corona-Regeln für NRW in der Übersicht.

Nur noch acht Regionen in NRW unter der Vorwarnstufe 35

Es gibt nur noch acht Regionen im Land, die unter der Vorwarnstufe von 35 liegen, darunter der Hochsauerlandkreis (31,6), der Kreis Soest (30,5) und Münster (32,0).

Bereits zu Beginn der Woche hatte die Bundesregierung zugesichert, dass die Bundeswehr und das Robert-Koch-Institut ab einem Inzidenzwert von 35 ihre Experten in Corona-Hotspots schicken. Das ist seit Dienstag etwa in Herne der Fall (mehr dazu hier).

Gastronomen wollen NRW-weite Sperrstunde kippen

Mehrere Wirte wollen, zum Teil auch unterstützt vom Branchenverband Dehoga, vor dem Oberverwaltungsgericht Münster die NRW-weite Sperrstunde in besonders von Corona betroffenen Regionen kippen.

Das Oberverwaltungsgericht Münster bestätigte am Dienstag den Eingang von zwei Eilanträgen gegen die Sperrstunde: Demnach stammt ein Eilantrag von einem Gastwirt aus Bochum. (>>> Lesen Sie hier mehr zu dessen Beweggründen) Hinter dem zweiten Eilantrag steckt demnach ein Zusammenschluss von 18 Wirten aus Köln, Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis.

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Corona-Patienten aus Niederlanden kommen nach NRW

Nordrhein-Westfalen will seine Grenzen zu den Nachbarländern trotz der Corona-Pandemie weiterhin offen halten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wirbt stattdessen für gemeinsamen Gesundheitsschutz.

Massiv steigende Corona-Zahlen überfordern unterdessen die Krankenhäuser in den Niederlanden: Erste Intensivpatienten sollen am Freitag nach Deutschland kommen. Bereits vor zwei Wochen hatte das Nachbarland in Nordrhein-Westfalen um Hilfe gerufen.

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