Kommentar

Corona-Impfstoff: Schon wieder zu früh gefreut

Annika Fischer

Annika Fischer

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Jeder soll sich impfen lassen können, aber womit nur? Die Politik muss endlich aufhören, Versprechungen zu machen, die sie nicht halten kann.

Längst haben die Menschen aufgehört, sich über Impfversprechen zu freuen, weil sie wissen: Sie freuen sich stets zu früh. So viele Versprechen sind gemacht, aber bislang selten gehalten worden. Das neueste: Ab Montag kann jeder geimpft werden. Bloß ist der Impfstoff wieder mal nicht da, der wird für die Zweitimpfungen gebraucht. Wer konnte da nicht bis Zwei zählen? Es kann doch nicht überraschen, dass Hunderttausende, die zuletzt ihre erste Spritze bekamen, wenige Wochen später eine weitere erwarten. Keine Termine also. Gleichzeitig wirbt die Regierung für „Ärmel hoch“...

Noch immer wird unterstellt, ein Drängler zu sein

Millionen Gesunde unter 60 Jahren, auch Kinder ab zwölf, sind nun zwar dran, können sich aber nur beim Hausarzt anstellen. Hinter jenen, die noch gar nicht zum Zuge gekommen sind, trotz „erhöhten Risikos“, einen schweren Krankheitsverlauf zu erleiden. Was macht das mit den Menschen? Ungeimpfte haben Angst, dass sie nicht mehr dazwischenkommen. Geimpfte verschweigen beschämt ihr Glück, weil ihnen unterstellt wird, Drängler zu sein. Patienten sind froh, eine schwere Krankheit zu haben, weil ihnen die zu einer Impfung verhelfen kann. Wann hört das endlich auf?

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