Hygieneverstöße

Behörden auf der Spur von Gammelfleisch in Gelsenkirchen

Von ungekühlten Fleisch bis zu völlig verdreckten Ladeflächen bei Lebensmitteltransporten: Die Gelsenkirchener Polizei hat jüngst bei Verkehrskontrollen einige krasse Verstöße gegen die Hygienevorschriften aufgedeckt.

Foto: Gerhard Schypulla / Archiv

Von ungekühlten Fleisch bis zu völlig verdreckten Ladeflächen bei Lebensmitteltransporten: Die Gelsenkirchener Polizei hat jüngst bei Verkehrskontrollen einige krasse Verstöße gegen die Hygienevorschriften aufgedeckt. Foto: Gerhard Schypulla / Archiv

Gelsenkirchen.   Die Gelsenkirchener Polizei entdeckte bei Verkehrskontrollen zuletzt einige erhebliche Hygieneverstöße bei Lebensmitteltransportern.

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Die Polizei hat kürzlich gleich mehrere krasse Verstöße gegen die Lebensmittelhygiene aufgedeckt. So haben Polizisten etwa einen 31-jährigen Marler angehalten, der auf einer völlig verdreckten Ladefläche einige Säcken voller ungekühltem Rindfleisch liegen hatte. Zuletzt zogen die Kontrolleure Lieferfahrzeuge aus dem Verkehr, die völlig verschmutzt waren, aber an der Adenauerallee 45 Kilogramm Fleisch transportierten und an der Emscherstraße weitere 80 Kilogramm.

Schimmel und dicke Staubschichten

Auch ein Transporter mit Brot wies erhebliche Mängel bei der Hygiene auf: Überall im Wagen war Schimmel und der Boden, auf dem sich Kisten mit Brot befanden, war von einer dicken Staubschicht überzogen. Die Polizisten achteten besonders streng auf diese Hygieneverstöße, weil ein Auszubildender der städtischen Lebensmittelüberwachung sie dabei mit seinem Fachwissen unterstützte.

Waren die Kontrollerfolg jedoch nur Zufälle? Die WAZ hat bei Polizei und beim Veterinäramt nachgefragt.

Wie wird kontrolliert?

Bei Kontrollen winken die Polizisten fahrende Firmentransporter von der Straße. In den jüngsten Fällen hätten die Fahrzeugkontrollen besonders im Umfeld von fleischverarbeitenden Betrieben stattgefunden, so Polizeisprecher Torsten Sziesze. Der städtische Azubi hatte die Polizei bei der Kontrolle unterstützt. Solch eine Zusammenarbeit sei üblich und finde dort statt, wo das Fachwissen der Verwaltung die Arbeit der Polizei, etwa Verkehrskontrollen, bereichern kann.

Worauf schaut die Polizei?

Lebensmittelkontrollen im Straßenverkehr führt die Gelsenkirchener Polizei regelmäßig durch – auch ohne einen städtischen Azubi der Lebensmittelüberwachung, der dort ein Praktikum macht. Diese verantwortet die Direktion Verkehr, die den gewerblichen Güter- und Personenverkehr überprüft. Dabei untersuchen die Polizisten unter anderem, ob die Sozialvorschriften, also Lenk- und Ruhezeiten, eingehalten werden, außerdem die Ladungen der Lastwagen und Transporter. Allein im Januar wurden laut Torsten Sziesze von Polizeibeamten 130 Verstöße im gewerblichen Güter- und Personenverkehr angezeigt.

Wo kontrolliert die Stadt?

Die Lebensmittelüberwachung kümmert sich dagegen um die Kontrollen nach dem Lebensmittelrecht. In Gelsenkirchen gibt es acht Planstellen für Lebensmittelkontrolleure. „Alle Polizeikontrollen, bei denen sich ein Verdacht auf einen lebensmittelrechtlichen Mangel ergeben hat, werden durch die Lebensmittelüberwachung umgehend abgearbeitet“, erklärt Stadtsprecher Martin Schulmann. Zudem würden die Kontrolleure regelmäßig Betriebe überprüfen, die Lebensmittel anbieten.

Der Strafenkatalog

„Je nach Umfang und Schwere werden ordnungsbehördliche Maßnahmen eingeleitet“, sagt Martin Schulmann. Das weitere Vorgehen, auch bei den kürzlich aufgedeckten Fällen, würde sich danach richten, welche Verstöße oder Mängel aufgedeckt werden. „Nach der Feststellung gravierender Mängel und ihrer rechtlichen Würdigung kam es im Ergebnis zu Betriebseinschränkungen beziehungsweise Teilschließungen führen“, so Schulmann. „Allerdings wird die Anzahl dabei statistisch nicht erfasst.“

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