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Badeunglück im Rhein: Was Helfer auf keinen Fall tun sollten

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Der Rhein kann auch für Helfer schnell zur tödlichen Gefahr werden.

Der Rhein kann auch für Helfer schnell zur tödlichen Gefahr werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

An Rhein und Ruhr.  Wer Ertrinkenden helfen will, begibt sich laut DLRG-Sprecher Klaus Wagner schnell selbst in Gefahr. Der Experte sagt, was Helfer beachten müssen.

Es ist ein Unglück, das Bestürzung auslöst: In Duisburg ertrinken drei Mädchen im Rhein. Eine 17-Jährige kann nur noch tot geborgen werden, die beiden anderen Jugendlichen (13 und 14 Jahre alt) gelten weiterhin als vermisst. Etwa 20 Menschen sollen hautnah miterlebt haben, wie die Mädchen untergingen. Doch wie sollten Betroffene reagieren, wenn sie einen Ertrinkenden sehen? Worauf müssen Helfer in einer Notsituation achten. Klaus Wagner, Sprecher des DLRG-Landesverbandes Westfalen, klärt auf.

„Als allererstes sofort den Notruf absetzen“, sagt der DLRG-Sprecher. „Und dann muss man zwischen Baggerseen und Fließgewässern unterscheiden.“ Am Rhein sollten Helfer Rettungsversuche vermeiden und lieber an Land bleiben. „Lassen sie es“, warnt Wagner. „Sie gefährden Ihr eigenes Leib und Leben.“ Selbst die Rettungsschwimmer der DLRG würden niemals ungesichert in ein strömendes Gewässer gehen. „Es bringt uns nichts, wenn wir später statt einer Person zwei aus dem Wasser retten müssen.“

Und an Baggerseen? „Helfer sollten nicht kopflos werden und unbedingt ein Hilfsmittel verwenden – zum Beispiel einen Ast“, sagt der DLRG-Sprecher. Der Grund: „Der Ertrinkende wird versuchen, sich mit aller Kraft festzuklammern. Eine ungeschulte Person wird es niemals schaffen, sich zu befreien.“ Helfer müssten ihr eigenes Leben immer über das des Ertrinkenden stellen. „Das klingt hart, aber das ist einfach so. Halten Sie Abstand!“ Erst wenn das Opfer wieder ansprechbar sei und signalisiert, dass es sich beruhigt hat, könne der Helfer auch seine Hände und Arme zur Unterstützung einsetzen.

>>> NRW: Mehr als 100 Badetote in nur zwei Jahren

65 Badetote registrierte die DLRG 2019 allein in NRW. 2020 sank die Zahl auf 47. Für Klaus Wagner, Sprecher des DLRG-Landesverbandes Westfalen, aber kein Grund zur Erleichterung: „Das hängt auch mit der sehr dynamischen Corona-Situation zusammen.“ Wegen der Kontaktbeschränkungen hätten sich 2020 deutlich weniger Menschen an Badeseen oder Flüssen aufgehalten. „Insgesamt sind die Zahlen im Laufe der Jahre relativ linear gestiegen“, so Wagner. „Das gilt nicht nur für NRW, sondern bundesweit.“

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