Datenschutz

Apples Kamera-Autos: Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps

Nachdem der US-Konzern Google jahrelang Daten für den Online-Dienst Google Maps gesammelt hat, zieht jetzt die Konkurrenz Apple nach.

Nachdem der US-Konzern Google jahrelang Daten für den Online-Dienst Google Maps gesammelt hat, zieht jetzt die Konkurrenz Apple nach.

Foto: Archivfoto: Julian Stratenschulte / dpa

NRW.  Apple schickt erstmals Kamera-Autos durch Deutschland. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, wie Nutzer Aufnahmen löschen lassen können.

Wer sich in den kommenden Wochen und Monaten über ein Auto mit einer seltsam anmutenden Konstruktion auf dem Dach wundert, hat womöglich ein Kamera-Auto von Apple gesichtet. Rund 80 solcher Wagen fahren erstmals durch Deutschland, um zunächst bis Ende September Aufnahmen von Straßen und Häusern zu machen. NRW wird womöglich erst im kommenden Jahr dran sein.

Apple kann aus den Fotos unter anderem Informationen wie Namen von Straßen oder Geschäften sowie zu Verkehrszeichen und Straßenführung herausziehen. Die Bilder könnten in Zukunft aber auch im neuen Panorama-Dienst Look Around zum Einsatz kommen – Apples Konkurrenzangebot zu Google Street View.

Apple will Gesichter und Kennzeichen automatisch verpixeln

Ebenso wie bei Google Streetview sollen bei Apples neuem Panorama-Dienst „Look Around“ die Gesichter von Menschen und Kennzeichen von Autos automatisch verpixelt werden. Zusätzlich bietet das Unternehmen Nutzern an, die Abbildung des eigenen Hauses löschen zu lassen.

Für Deutschland hat Apple angekündigt, die Bilder zunächst nur intern verarbeiten zu wollen. Das teilte das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht mit. Ob und wann die Funktion „Look Around“ nach Deutschland kommt, steht bislang noch nicht fest.

Verbraucherzentrale NRW spricht keine klare Empfehlung aus

Was bedeutet das für deutsche Anwohner der fotografierten Straßen? Eine klare Empfehlung spricht die Verbraucherzentrale NRW bei dem Thema nicht aus. „Das hängt von der jeweiligen Interessenslage ab“, erklärt Helga Zander-Hayat von der Verbraucherzentrale NRW. „Wir als Verbraucherzentrale NRW werden aus Werbezwecken wahrscheinlich keinen Löschantrag stellen, weil man uns so besser findet.“

Die Expertin versteht jedoch auch, wenn sich Verbraucher für das Löschen entscheiden. Dafür brauche es nicht einmal eine Angabe von Gründen, denn: „Der Datenschutz ist grundgesetzlich gewährleistet.“ Wer sein Wohnhaus also auch in Zukunft nicht bei Apples „Look Around“ sehen möchte, kann Widerspruch einlegen. Dafür hat Apple eine extra E-Mail-Adresse eingerichtet. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, folgenden Mustertext mit allen nötigen Angaben zu nutzen.

Apple Server in den USA laden die Daten hoch

Was einige verunsichern könnte: Die aus den Kamera-Autos gesammelten Daten werden auf Apple-Servern in den USA geladen. Zander-Hayat erklärt dazu: „Alle Daten, die im Internet hochgeladen werden, könnten natürlich auch für etwas anderes verwendet werden.“

Mehr zu Google Street View:

Allerdings sei das Risiko bei Apples Aufzeichnungen nicht größer als bei anderen Formaten, sagt Zander-Hayat. Und eines sollte denjenigen bewusst sein, die das Unkenntlichmachen eines Gebäudes beantragen: „Einmal gepixelt, immer gepixelt.“ (mit dpa)

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben