Eurowings

Ärger an Bord: Polizei empfängt Passagier nach Landung

Andreas Lambeck, Geschäftsführer von Sonnenklar.TV

Andreas Lambeck, Geschäftsführer von Sonnenklar.TV

Foto: Tatjana Kunath / Unternehmen

Essen.  Er wollte sich im Flugzeug von Eurowings umsetzen, ohne zu fragen. Das hat dem Geschäftsführer von Sonnenklar.TV jede Menge Ärger beschert.

Andreas Lambeck fliegt dreimal pro Woche, der Mann aus Hattingen ist Geschäftsführer des Reisesenders Sonnenklar.TV. Was er jetzt an Bord eines Eurowings-Fliegers auf dem Flug von Düsseldorf nach München erlebte, war allerdings auch für ihn neu.

„Die Maschine war fast leer, aber trotzdem saßen wir zu dritt in einer Reihe“, erzählt er. Er sei

aufgestanden, habe sich in eine andere Reihe gesetzt. „Das hab’ ich schon häufiger gemacht, ohne zu fragen.“ Diesmal aber erinnert ihn die Stewardess daran, dass er nicht einfach seinen Platz wechseln könne, er habe einen bestimmten Platz gebucht. Einem anderen Passagier, der sich darüber ereifert habe, soll sie laut Lambeck gesagt haben: „Dann müssen Sie eben Auto fahren.“

Lambeck macht Fotos vom Innenraum

Lambeck macht Fotos vom Innenraum des Flugzeugs. Plötzlich, so Lambeck, habe der Kapitän vor ihm gestanden. „Wenn Sie ein Bild gemacht haben und was auf Facebook posten, lasse ich Sie wieder ausladen“, soll er gedroht haben.

„Er wollte sogar mein Handy sehen, aber ich habe mich geweigert“, sagt Lambeck. Der Tourismusmanager postete seinen Ärger samt Fotos bei Facebook, doch das hatte Konsequenzen für ihn: Der Pilot, der Lambecks Visitenkarte hatte, fand den Post im sozialen Netzwerk und benachrichtigte die Polizei. Anlass: Der widerspenstige Fluggast habe Persönlichkeitsrechte der Crew verletzt.

Zwei Polizisten empfingen Lambeck nach der Landung in München am Ausstieg, zwei weitere der Landespolizei kamen später hinzu. Lambeck: „Nach 45 Minuten Diskussion sind wir dann friedlich auseinandergegangen.“

Bei Eurowings räumt man ein, dass die Polizeiaktion „unglücklich gelaufen“ sei. Allerdings habe sich die Flugbegleiterin korrekt verhalten, betont eine Sprecherin. „Selbstverständlich kann man sich nach Absprache mit der Flugbegleiterin umsetzen, aber nicht ohne Absprache.“ Das sei auch eine Frage von Gewichtsverteilung im Flugzeug. Fotos von der Crew dürfe man in der Tat nicht einfach machen und dazu noch veröffentlichen. Damit seien Persönlichkeitsrechte verletzt.

„Wir müssen für die Passagiere ein gutes Gefühl herstellen“

Das sieht Lambeck auch ein. „Mir geht es auch nicht darum, mit dem Finger auf Eurowings zu zeigen, sondern darum, dass wir im Tourismus besonders für die wenigen, die jetzt gerade fliegen, ein gutes Gefühl herstellen müssen.“ Sonst fliege bald keiner mehr. Eurowings empfehle er zudem, schon bei der Buchung darauf zu achten, „dass nicht alle im Pulk zusammensitzen, wenn es gar nicht nötig ist“.

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