Unfall

29-Jähriger stirbt unter Tage im Bergwerk Ibbenbüren

Die symbolisch letzte Lore: So sah es vor einigen Tagen in Ibbenbüren aus.

Die symbolisch letzte Lore: So sah es vor einigen Tagen in Ibbenbüren aus.

Foto: Bernd Thissen

Ibbenbüren.   Ein junger Mann stirbt bei einem Unfall unter Tage. Seine Kollegen können sich nicht erklären, wie das passieren konnte.

Ein 29-jähriger Industrie-Mechaniker ist am Montag bei einem Arbeitsunfall im Bergwerk Ibbenbüren ums Leben gekommen. Kollegen fanden ihn unter Tage, eingeklemmt unter einer massiven Tür, wie Bergwerksdirektor Heinz-Werner Voß der WAZ berichtete. Die sogenannten Wettertüren regeln die Luftzufuhr unter Tage. Notärzte hätten ihn nicht mehr retten können.

Der Mann sei seit zwölf Jahren im Unternehmen beschäftigt gewesen. „Er war ein erfahrener, sehr versierter Facharbeiter“, sagte Voß, „wir können uns nicht erklären, wie er dort hingekommen ist.“ Man sei in Gedanken bei den Angehörigen. Der Mann war ledig, hinterlässt keine Kinder. Es war der erste tödliche Arbeitsunfall im Bergwerk Ibbenbüren seit 2012.

Die Unfallzahlen im Steinkohlebergbau seien in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, sagte der Sprecher der Behörde in Arnsberg. In seinen mehr als 30 Jahren Berufserfahrung habe er nie von einem ähnlichen Fall gehört. Die Bergbaubehörde war von der Staatsanwaltschaft Münster eingeschaltet worden. Untersucht werde, ob eine technische Ursache in Betracht komme oder ob mit den Abläufen etwas nicht stimmte. Die "Frage nach Verantwortlichkeiten»" sei ebenfalls zu prüfen. Die Ermittlungen richteten sich nicht gegen das Unternehmen.

Im Jahr 2015 gab es laut RAG im deutschen Steinkohlebergbau 7,8 meldepflichtige Unfälle je eine Million Arbeitsstunden - im Bau dagegen rund 35 Fälle. Der Berufsgenossenschaft Rohstoffe BGRCI zufolge ereigneten sich 2017 im Steinkohlebergbau in Deutschland insgesamt 60 meldepflichtige Unfälle.

Ibbenbüren war eines der beiden letzten deutschen Steinkohlenbergwerke. Am 17. August wurde zum letzten Mal Kohle gefördert. Zur Demontage wird aber weiter unter der Erde gearbeitet. Am Freitag schließt mit Prosper Haniel in Bottrop die letzte deutsche Zeche. (mit dpa)

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