Jubiläum

Die schönsten Versprecher: „Jetzt ein Exemplar stationieren“

„Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken“ - Lothar Matthäus, Nationalmannschafts-Kapitän, mit dem Versprecher des Jahres 1993. Foto: imago

„Wir dürfen jetzt nicht den Sand in den Kopf stecken“ - Lothar Matthäus, Nationalmannschafts-Kapitän, mit dem Versprecher des Jahres 1993. Foto: imago

Foto: imago sport

Essen.  Seit 1991 sammelt Sportredakteur Peter Müller für die Silvester-Ausgabe die „Sportwahrheiten“ des Jahres. Eine amüsante Auswahl für 70 Jahre WAZ.

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Es gibt Sportler des Jahres, Fußballer des Jahres, Handballer des Jahres, Leichtathleten des Jahres – verdiente Auszeichnungen für herausragende Leistungen. In der WAZ vergeben wir seit 1991 zum Jahresende weitere Ehrentitel im Sport: für die besten Sprüche des Jahres. Eine Auswahl ohne Anspruch auf Ernsthaftigkeit.

Der Greenkeeper des Jahres 1991 – Fußball-Nationalspieler Andreas Thom. Vor dem Länderspiel gegen England auf dem edlen Grün von Wembley sagte er zu seinen Kollegen: „Zieht die Schuhe aus, wenn Ihr den Rasen betretet!“

Die Schweinerei des Jahres 1992: „80 Prozent der hier spielenden Damen sind faule und fette Schweine“, behauptete der holländische Tennisprofi Richard Krajicek in Wimbledon. Tags darauf entschärfte er seine Beleidigung: „Ich habe übertrieben, es sind wohl nur 75 Prozent.“

Der Irrläufer des Jahres 1994 – Bayern Münchens brasilianischer Weltmeister Jorginho. „Ich will endlich nach Rio zurück“, sagte er – und wechselte nach Japan.

Der Aufruf des Jahres 1995 – eine Ansage des Hallensprechers bei der Eiskunstlauf-EM in Dortmund: „Wir möchten Sie recht herzlich darum bitten, während des Wettbewerbs nicht mit Blitzlicht zu telefonieren.“

Der Analytiker des Jahres 1996 – Weltmeister Thomas Häßler vom Karlsruher SC: „Wir wollten kein Gegentor kassieren. Das hat auch bis zum Gegentor ganz gut geklappt.“

Die Danksagung des Jahres 1997 – von einem Schalke-Fan in einem WDR-Beitrag nach dem Uefa-Cup-Gewinn: „Ich danke alle Ärzte, die uns für morgen krankgeschrieben haben.“

Der Motivationskünstler des Jahres 1998 – der Trainer eines Bezirksligisten in Recklinghausen: „Jungs, denkt an die drei großen A – Abwehr, Angriff, Angagement!“

Der Kritiker des Jahres 1999 – der in Mönchengladbach ausgemusterte Stürmer Toni Polster: „Man hetzt die Leute auf mit Tatsachen, die nicht der Wahrheit entsprechen.“

Der Vergleich des Jahres 2000 – TM3-Reporter Jörg Dahlmann zum Abschied von Lothar Matthäus: „Da geht er, ein großer Spieler. Ein Mann wie Steffi Graf.“

Der Kämpfer des Jahres 2001 – Alexander Strehmel vom Bundesliga-Absteiger Unterhaching: „Gerade in einem Spiel, in dem die Nerven blank liegen, muss man sein wahres Gesicht zeigen und die Hosen runterlassen.“

Das Lob des Jahres 2001 – von Kaiserslauterns Trainer Andreas Brehme: „Die Brasilianer sind ja alle technisch serviert.“

Die Logik des Jahres 2002 – von Leverkusens Manager Reiner Calmund: „Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf – wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.“

Die Pressemitteilung des Jahres 2003 – von den Handballern des TuS 84/10 Essen nach einem Turnier: „Überlegen gewannen die Spieler von DJK Altendorf 09. Nach dem Spiel machten sie einen großen Haufen, so groß war die Freude.“

Die Sinnestäuschung des Jahres 2004 – von Radstar Jan Ullrich: „Ich sehe überhaupt keine Alarmglocken läuten.“

Die Diagnose des Jahres 2005 – von VfB Stuttgarts Trainer Matthias Sammer: „Das ist ärgerlich, aber kein Beinbruch“, sagte er zu Philipp Lahms Fußbruch.

Der Motivator des Jahres 2006 – 1. FC Kölns junger Nationalspieler Lukas Podolski: „Wir müssen jetzt die Köpfe hochkrempeln.“

Der Experte des Jahres 2007 – Kabarettist Dieter Nuhr: „Ich habe die Ungedopten bei der Tour de France sofort erkannt: Die hatten kein Fahrrad.“

Der Pragmatiker des Jahres 2008 – Nationalelf-Kapitän Michael Ballack: „Ich habe keine Rituale. Bloß die Sachen, die man immer gleich macht.“

Die Antwort des Jahres 2009 – Borussia Dortmunds Brasilianer Dede auf die Frage, ob er Udo Jürgens kenne, den Stargast der 100-Jahr-Feier des BVB: „Ich habe nicht mit ihm zusammengespielt.“

Die Laudatio des Jahres 2010 – von Franz Beckenbauer zu Günter Netzers Abschied als ARD-Experte: „Er wurde ja ausgezeichnet mit dem Gebrüder-Grimme-Preis.“

Die Bestellung des Jahres 2010 – von einer Frau, die ihren Mann mit Karten für ein Bundesligaspiel überraschen wollte. Als sie bei der Bestellung darüber informiert wurde, dass das noch nicht genau terminierte Spiel freitags, samstags oder sonntags stattfinden könnte, sagte sie: „Dann nehme ich Sonntag 15 Uhr.“

Der Ansporn des Jahres 2011 – ein Jugendtrainer zum Stürmer, während der zum Elfmeter anlief: „Pass auf den Abpraller auf!“

Die Erklärung des Jahres 2012 – Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp über das Wort „Pöhler“ auf seiner Kappe: „Ein Pöhler ist einer, der sich auf dem Bolzplatz die Knie aufschrubbt, um sich nachher besser zu fühlen.“

Das Comeback des Jahres 2012 – ein Amateurschiedsrichter verkündete stolz, nach einer Schulterverletzung wieder einsatzfähig zu sein: „Und der Arzt hat mir nicht mal Korrosion gespritzt.“

Der Dialog des Jahres 2013 – aufgeschnappt in der Kreisliga. Spieler zum Trainer: „Warum spiele ich in der Zweiten?“ Trainer zum Spieler: „Weil wir keine Dritte haben.“

Die Beobachtung des Jahres 2014 – von TV-Moderator Oliver Welke: „Heute ist eine der häufigsten Spielerverletzungen: Spliss.“

Die Aufforderung des Jahres 2015 – Amateurfußballer zum Mitspieler in der Halbzeitpause: „Mach das, was du kannst – geh duschen!“

Der Kommentar des Jahres 2016 – von einem Leser unter einem Bericht zum BVB auf WAZ.de: „Da muss Tuchel jetzt ein Exemplar stationieren.“

Die Beschimpfung des Jahres 2017 – Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß vor Journalisten: „Hört endlich auf, in jeder Suppe ein Salz zu finden.“

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