Hochwasser

Zwangspause für Binnenschiffer im Duisburger Hafen

Die Mühlenweide (vorne, l.) ist überflutet – und auch im Hafenmund hinter der Friedrich-Ebert-Brücke stehen seit dem Wochenende viele Frachtschiffe, die nicht weiterkommen.

Foto: Zoltan Leskovar / Funke Foto Services

Die Mühlenweide (vorne, l.) ist überflutet – und auch im Hafenmund hinter der Friedrich-Ebert-Brücke stehen seit dem Wochenende viele Frachtschiffe, die nicht weiterkommen. Foto: Zoltan Leskovar / Funke Foto Services

Duisburg.   Wegen des Rhein-Hochwassers und des Fahrverbots in Höhe von Köln haben zahlreiche Schiffsführer im Duisburger Hafen festgemacht.

Seit Samstag hat Alex Langeslag mit dem Tankschiff „Return“ am Ufer des Hafenkanals festgemacht. 2,3 Millionen Liter Heizöl muss der 44-jährige Schiffsführer den Rhein eigentlich schnellstmöglich flussaufwärts in die Schweiz transportieren. Doch wegen des Hochwassers und dem im Bereich Köln geltenden Fahrverbot müssen der Niederländer Langeslag und seine drei Crewkollegen derzeit einen Zwangsstopp einlegen. „Ich hoffe aber, dass wir am Dienstagabend weiterfahren können“, so der Schiffsführer. Denn jeder Tag Verzögerung kostet ihn Geld.

Mühlenweide steht unter Wasser

Gestern Abend kratzte der Pegel in Ruhrort an der 9,70-Meter-Marke. Das hatte weithin sichtbare Folgen: In Ruhrort stand die gesamte Mühlenweide unter Wasser. Die Fluten des mächtigen Stroms haben sich längst in eine braune Brühe verwandelt. Einzelne Schiffe sind noch unterwegs, weil das Fahrverbot in Duisburg erst ab einer Pegelhöhe von 11,30 Metern greift – ein Wert, der nach den bisherigen Erkenntnissen nicht erreicht wird. Der Warenverkehr auf der Wasserstraße ruht aber nahezu komplett.

„Es ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass wir einen Zwangsstopp wegen Hochwasser einlegen müssen“, sagt Langeslag, der seit Ende der 90er Jahre als Schiffsführer aktiv ist. Ein Computerprogramm hatte ihm am Samstag angezeigt, dass es im Duisburger Hafen noch freie Liegeplätze gab. Und weil er wusste, dass es ab Köln wohl kein Durchkommen mehr geben wird, entschied sich die Crew der „Return“, auf dem Weg von Rotterdam kommend in Duisburg festzumachen. „Wir nutzen den Halt für Reinigungsarbeiten an Bord und haben etwas Freizeit“, sagt Lange-slag. Je länger er in Duisburg festsitzt, um so weniger Touren wird er in diesem Monat auf dem Rhein absolvieren können. Hinzu kommt das Hafengeld, das er jeden Tag zu entrichten gilt. Das alles bedeutet für ihn Mindereinnahmen.

Etwas entspannter sieht die Lage für die Crew der 110 Meter langen „Fint“ aus, die direkt hinter der „Return“ am Hafenkanal festgemacht hat. „Wir sind gerade auf der Rückfahrt von Basel in Richtung Niederlande, haben aber keinen Folgeauftrag und deshalb auch keinen Stress“, erklärt Alexandru Luncasu. Der 32-Jährige ist seit 2012 für das bayrische Unternehmen Fint Tanksschifffahrt mit Sitz in Marktheidenfeld auf den deutschen Wasserstraßen unterwegs – die letzten zwei davon als Steuermann. Die 2300 Tonnen Ladung fassende „Fint“ hatte zuvor Diesel in die Schweiz transportiert.

Höchststand wird für Dienstag erwartet

Der Höchststand dieses „Adventshochwassers“ bei Ruhrort wird für den heutigen Dienstag erwartet. Dann könnte der Pegel laut Prognose bis auf 9,80 Meter steigen. Am Mittwoch könnte er auf rund neun Meter sinken – und damit unterhalb des Wertes für die Hochwassermarke 1.


„Für die Schiffsführer, die stromaufwärts fahren wollen, wird es wohl erst frühestens am Mittwoch weitergehen“, vermutet Ramon van der Maat, der Sprecher der Polizei Duisburg.

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