Knaller und Böller

Warum diese Baumärkte kein Silvester-Feuerwerk verkaufen

Für viele ist es an Silvester Tradition: Das Feuerwerk zum Jahreswechsel. Doch es gibt einige Baumärkte, die die Raketen und Böller aus dem Sortiment streichen.

Für viele ist es an Silvester Tradition: Das Feuerwerk zum Jahreswechsel. Doch es gibt einige Baumärkte, die die Raketen und Böller aus dem Sortiment streichen.

Foto: Jens Uwe Wachterstorm / Funke Foto Services GmbH

Langenfeld.  Der Hagebaumarkt in Langenfeld hat Silvester-Feuerwerk aus dem Sortiment verbannt. Die Hornbach-Kette verzichtet bald komplett auf den Verkauf.

Raketen, Böller, Wunderkerzen: Nach den Weihnachtsfeiertagen füllen sie wieder die Regale in zahlreichen Bau- und Supermärkten. Das Feuerwerk an Silvester ist für viele Menschen eine Tradition. Und diese Tradition ist ebenso beliebt wie umstritten: Umweltschützer heizen seit geraumer Zeit die Diskussion über ein Feuerwerksverbot an. Der Hagebaumarkt in Langenfeld hatte seine ganz eigenen Gründe, die Silvester-Knaller aus dem Sortiment zu verbannen.

„Wir hatten Anfang 2018 die Entscheidung getroffen, dass wir zum Jahreswechsel kein Feuerwerk verkaufen werden“, erklärt Marktleiterin Simone Berger, warum ihr Baumarkt auf einen Böllerverkauf verzichtet. Hintergrund für die Entscheidung sei ein Probefeuerwerk auf dem Parkplatz des Marktes gewesen. „Dort haben uns Passanten angesprochen“, erinnert sie Berger. Sie äußerten, dass die lauten Raketen und Böller Tiere aufschrecken würden. „Wir haben daraufhin auch im Freundes- und Bekanntenkreis nach Einschätzungen gefragt“, so Berger.

Kein Silvester-Feuerwerk in Langenfeld: Viele loben die Entscheidung

Schnell stand für die Marktleiterin die Entscheidung fest: „Aus Liebe zu den Tieren werden wir kein Silvester-Feuerwerk mehr verkaufen.“ Die Resonanz im vergangenen Jahr war groß: Zahlreiche Mails und Nachrichten erreichten den Markt, der Großteil der Kunden und viele Tierschützer lobten demnach das Aus für die Böller. „Teilweise schickten die Leute sogar Bilder von ihren Haustieren mit“, freut sich Berger.

Von finanziellen Überlegungen wollte sich der Baumarkt nicht leiten lassen. Denn klar ist: Der Verzicht auf den Böller-Verkauf bringt Einbußen mit sich. „Es ist schon eine Summe, die da fehlt“, erklärt die Marktleiterin. Aber: „Der Umsatzverlust hat unsere Entscheidung keinesfalls beeinflusst.“

Hornbach nimmt Feuerwerkskörper 2020 aus dem Sortiment

Der Hagebaumarkt in Langenfeld ist kein Einzelfall. „Im Augenblick sind mehrere Händler in der Überlegung, Silvester-Feuerwerk aus dem Sortiment zu nehmen“, erklärt Jörn Brüningholt vom Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB). So hat sich der Baumarktriese Hornbach dazu entschlossen, die Feuerwerkskörper ab dem kommenden Jahr europaweit aus dem Sortiment zu nehmen, bestätigt Hornbach-Sprecher Florian Preuß auf Anfrage.

Auch Hornbach nennt den Tier- und Umweltschutz als Hauptgrund. „Über das ganze Jahr hinweg treten Kunden, Privatpersonen und Verbände an uns heran. Und auch aus eigenem Antrieb machen wir uns stetig Gedanken über unser Sortiment“, erklärt Preuß und gibt ein Beispiel. Vor drei Jahren habe Hornbach sämtliche bienenschädliche Produkte aus dem Sortiment gestrichen – der Umwelt zur Liebe. „Man muss sich immer Gedanken machen, ob man mit seinem Sortiment der Verantwortung gerecht wird“, so Preuß.

Feuerwerkskörper bei Hornbach: 2019 nur in Deutschland und Österreich

Der Verzicht auf die Feuerwerkskörper sei für den Baumarkt dennoch kein großer Schritt. „Feuerwerk ist für uns als Bau- und Gartenmarkt keine wirkliche Kernkompetenz“, erklärt Preuß. „Wir bleiben im Kern das, was wir sind.“ In neun europäischen Ländern ist Hornbach vertreten, in diesem Jahr werden nur noch in Deutschland und Österreich Silvester-Knaller angeboten. „Das hat vertragliche Gründe“, erklärt Preuß. Aber: „Ab 2020 gibt es europaweit keine Feuerwerkskörper mehr bei Hornbach.“

Der Trend, zu Silvester keine Böller mehr zu verkaufen, hat sich auch bei einigen Lebensmittelhändlern durchgesetzt. Eine Rewe-Filiale in Dortmund verzichtet in diesem Jahr auf den Verkauf, berichteten die „Ruhr Nachrichten“. „Silvester ist nur ein einziger Tag, aber der Tierschutz gilt das ganze Jahr“, erklärte Geschäftsführer Ulrich Budnik. Auch hier seien die Reaktionen bei Kunden und Mitarbeitern auf diesen Schritt durchweg positiv.

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