Serie von Rhein und Ruhr

Von Berlin an den Niederrhein: Der Weg zum Traumjob

Marcel John vor seinem 18 Meter hohen Arbeitsplatz.

Marcel John vor seinem 18 Meter hohen Arbeitsplatz.

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Voerde.  Marcel John ist Maschinenführer am Standort Emmelsum der DeltaPort Niederrheinhäfen. Mit dem Beruf hat er sich einen Kindheitstraum verwirklicht.

Während er von seinem Job erzählt, wird das Lächeln in Marcel John`s Gesicht immer größer. Grüne Arbeitshose, verbrauchtes weißes T-Shirt, roter Helm in der Hand. Der 44-Jährige weiß, was körperliche Arbeit bedeutet. „Wenn ich vom Kran herunterschaue, die Wiesen und das Wasser sehe, das ist einfach Gold wert“, sagt John. 18 Meter befindet er sich dann über dem Boden und lädt riesige Container um, unter anderem von Schiffen auf Lkw.

Schwindelgefühle sind verboten. Der 44-Jährige ist am Standort Emmelsum der DeltaPort Niederrheinhäfen als Machinenführer und Schichtleiter tätig. Ein Beruf, bei dem vor allem viel Geschicklichkeit und Ruhe gefordert ist. „Es ist nicht so, dass wir die Waren stumpf von A nach B mit einem Joystick umsortieren. Wir müssen überlegen, wo setzen wir welchen Container am besten hin. Dafür durchforsten wir Listen, die uns zum Beispiel anzeigen, welche Waren als erstes ausgeliefert werden müssen“, erklärt der 44-Jährige.

Beruf als erfüllter Kindheitstraum

Konzentrationsfehler dürfen dabei nicht passieren, deshalb gibt es immer nach vier Stunden einen Personenwechsel im Kranführerhaus. „Ich merke aber auch immer, dass ich eine Pause brauche“, gibt John ohne weiteres zu. Die Produkt-Palette der Waren, die in Emmelsum umgeschlagen werden, ist groß. Unter anderem sind Waren für Kaufhäuser dabei, die beispielsweise aus Rotterdam oder Amsterdam ankommen.

„Beim Steuern der Container ist es verboten, frickig zu werden, wie man in Berlin so schön sagt.“ Aufgeregt sein, heißt es am Niederrhein. John kam vor zwei Jahren aus der Bundeshauptstadt, „wegen der Liebe“, nach Nordrhein-Westfalen. Seinen Berliner Dialekt hat er seitdem nicht verloren. Genau wie die begeisternde Leidenschaft für seinen Beruf, den der 44-Jährige als erfüllten Kindheitstraum bezeichnet.

Nach kurzer Zeit zum Schichtleiter

Bei Contargo bewarb er sich nach seinem Umzug initiativ. Im Gepäck hatte der 44-Jährige eine ganze Menge Erfahrung. Bereits in Berlin war er in einem Hafen als Maschinenführer tätig. Dort verlud er beispielsweise Turbinen, die deutlich mehr als 100 Tonnen wogen. Für ihn gibt es keinen besseren Job, den er über den Umweg Kfz-Mechatroniker eingeschlagen hat. „Schon als Maschinenführer in Berlin hatte ich Aufgaben, die unglaublich viel Spaß gemacht haben. Mit dem Start hier in Emmelsum kamen dann aber neue Bereiche auf mich zu, die mich sehr gereizt haben“, sagt John.

Der Terminal war zu seiner Anfangszeit erst ein Jahr in Betrieb und der 44-Jährige konnte die folgende Entwicklung hautnah miterleben. In kurzer Zeit stieg er zum Schichtleiter auf. „Hier ist mittlerweile viel mehr los als noch zu meinem Beginn. Der Vorteil ist, dass die Geräte alle brandneu sind“, schwärmt John. Trotzdem gelte es für alle Mitarbeiter auf dem Terminal-Gelände immer vorsichtig zu sein. „Hier sollte niemand einfach von links nach rechts laufen, ohne zu schauen. Ein Zusammenstoß mit einer Gerätschaft wäre fatal“, sagt John. Einen solchen Zwischenfall habe er glücklicherweise noch nicht erlebt.

Entspannen am Niederrhein

Ein kleiner Nachteil des Berufs sei allerdings, „dass Fehler beim Warenverschieben oft sehr extrem ausfallen“. Dort habe der ehemalige Berliner schon erlebt, dass durch Zusammenstöße Löcher an Containern aufgeklafft seien. Was aber in den meisten Fällen nicht allzu dramatisch sei.

Die Umstellung vom Trubel in Berlin hin zum deutlich weniger besiedelten Niederrhein war für den 44-Jährigen kein Problem: „Es ist deutlich entspannter und man kann auch mal zur Ruhe kommen. Die Nähe zur Natur und zum Wasser ist für mich sehr wichtig. Ich bin eine richtige Wasserratte. Es ist genau das richtige hier.“

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