Pflege

Uni-Klinik Düsseldorf streicht Pflegepersonal freie Tage

Die Streiks an der Düsseldorf Uni-Klinik sind gerade erst vorbei, da folgt das nächste Beben.

Die Streiks an der Düsseldorf Uni-Klinik sind gerade erst vorbei, da folgt das nächste Beben.

Foto: KITSCHENBERG, Kai

Düsseldorf.   Der Klinik-Vorstand hat mit einer Änderung des Dienstplanes ohne Zustimmung des Personalrates jede Menge Wut bei den Beschäftigten ausgelöst.

Das Verhältnis zwischen Pflegekräften und Personalvorstand der Düsseldorfer Uni-Klinik erreicht einen neuen Tiefstand. Nachdem bereits im Vorjahr das Pflegepersonal streikte, weil es sich vor allem im Nachtdienst und der Ambulanz überfordert sah, hat der Klinik-Vorstand mit einer Änderung des Dienstplanes per Eilverfahren ohne Zustimmung des Personalrates jede Menge Wut bei den Beschäftigten ausgelöst.

Personalrat: „Mehr Arbeit als Entlastung verkauft“

Seit dem 1. Januar wurde die tägliche Arbeitszeit verkürzt. Zuvor hatte das Pflegepersonal etwas mehr als nötig gearbeitet, um beim Wechsel von Nacht- auf Tagschicht einen freien Tag als Puffer zur Verfügung zu haben. Da die Wochenarbeitszeit beibehalten wird, fallen diese freien Tage nun weg. Etwa 1700 Mitarbeiter sind von der Regelung betroffen.

Martin Koerbel-Landwehr vertritt die nicht-wissenschaftlichen an der Uni-Klinik Beschäftigten und zeigt sich über den Schritt der Direktion erbost: „Die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit wurden den Beschäftigten als Entlastung verkauft.

Tatsächlich müssen die Kollegen in der Pflege jetzt zwölf Tage im Jahr mehr arbeiten.“ Für den Vertreter im Personalrat ist das Ziel des Klinik-Vorstandes klar: „Man will damit Personal einsparen. Überall wird im Land über die Belastung von Pflegepersonal gesprochen, da ist so eine Aktion kontraproduktiv.“

Vorstand spricht nicht mit Beschäftigten

Der Personalrat klagt vor dem Verwaltungsgericht, einzelne Beschäftigen haben vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht ebenfalls Klage eingereicht. Besonders ärgert Personalvertreter Martin Koerbel-Landwehr die Kommunikation des Vorstands: „Wir hatten am Mittwoch eine Teilpersonalversammlung zum Thema. Der Vorstand ist nicht mal erschienen.“ Das Eilverfahren umgeht die Zustimmung des Personalrates, doch die Begründung klingt skurril: Weil der erste Januar auf einen Montag fällt.

Laut Koerbel-Landwehr leiden am Ende die Patienten unter der Situation: „Oft kümmert sich nachts nur eine Pflegekraft um 22 Patienten. Die Gefahr nimmt weiter zu.“

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